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Die zukünftige Bürgermeisterin der Rhön-Gemeinde Poppenhausen Alexandra Ballweg im exklusiven O|N-Redaktionsgespräch. - Fotos: Maurice Schumacher

POPPENHAUSEN (WAKU) Alexandra Ballweg im O|N-Gespräch

Voller Leidenschaft, Kreativität und Ideen: Sie ist die neue Bürgermeisterin

05.08.25 - Am 29. Juni wurde die Entscheidung getroffen: Alexandra Ballweg ist neue Bürgermeisterin der Rhön-Gemeinde Poppenhausen (Landkreis Fulda). Doch was genau bedeutet das jetzt für die Kommune unterhalb der Wasserkuppe? Was wird Ballweg als Erstes angehen? Diese und weitere Fragen beantwortet die künftige Rathauschefin im exklusiven Redaktionsgespräch mit OSTHESSEN|NEWS.

Alexandra Ballweg nach der gewonnenen Wahl. Archivfoto: O|N/Carina Jirsch

Alexandra Ballweg (parteilos), die noch als Key-Account-Managerin bei der Deutschen Post beschäftigt ist, hat mit 60,6 Prozent der Stimmen die Wahl um das Bürgermeisteramt von Poppenhausen für sich entscheiden. Damit ließ sie ihren Kontrahenten Tobias Farnung (CDU) hinter sich und folgt auf Noch-Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU). Ihr Amtsantritt ist am 1. November und bereits drei Monate im Voraus laufen die Vorbereitungen für den Wechsel im Rathaus. "Ich habe Respekt, freue mich aber auch auf die neue Aufgabe. Ich muss mich zwar erst noch sortieren, aber anhand der Anrufe, Terminanfragen und ersten Ideen fangen die weiteren Schritte an, sich zu formieren", sagt Ballweg im Gespräch mit O|N.

Gemeinsamer Weg zur Kandidatur

Doch von vorne: Wie kam Ballweg überhaupt dazu, als Bürgermeisterkandidatin anzutreten? "Es gab keinen richtigen Auslöser", erklärt sie. "Ich wurde häufiger angesprochen - nicht nur von Leuten aus meiner unmittelbaren Umgebung. Dann habe ich meine Familie eingeweiht und im Februar gab ich meine Kandidatur bekannt. Alle waren damit einverstanden und haben mich fantastisch unterstützt." So habe ihr Mann den Großteil des Haushalts übernommen und gemeinsam mit Sohn und Tochter einige Veranstaltungen organisiert und besucht. "Meine Tochter hat meine Website gemacht und sich mit Videos um mein Social-Media-Profil gekümmert."

"Ich habe Respekt, freue mich aber auch auf die neue Aufgabe. Ich muss mich zwar erst ...

O|N-Geschäftsführer Hendrik Urbin.

Stellvertretender Redaktionsleiter, Mathias Schmidt.

So war die Kandidatur beschlossene Sache. Eine große Hilfe war dabei Ballwegs Erfahrung aus ihrer vierjährigen Arbeit als Vorsitzende der Gemeindevertretung. "Ich hatte somit schon mit einigen Themen Berührungspunkte und hatte Einblick in die allgemeine Fraktions- und Gemeindearbeit." Mit ihrem Team konnte dann der Wahlkampf starten - dazu gehörten auch der Besuch diverser Veranstaltungen, Social-Media- und Pressearbeit. In dieser Zeit entstand auch der Slogan: Klar. Stark. Echt. "Wir haben kurze Begriffe gesucht, die mich am besten beschreiben. Bei 'klar' ging es um meine deutliche Umsetzung der Ideen. Mit 'stark' wurde meine berufliche Laufbahn beschrieben und bei 'echt' ging es um meine authentische Persönlichkeit."

Tobias Farnung kandidierte für die CDU.

Jeden Freitag trifft sich Ballweg mit Noch-Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU). ...

Allgemein beschreibt Ballweg den Wahlkampf als fair: "Ich denke, ich kann auch für Tobias sagen, dass wir uns gegenseitig schätzen und respektieren." Eine Herausforderung seit Februar war allerdings meine Arbeit neben dem Wahlkampf. "Normalerweise habe ich jeden Tag Sport gemacht, das war so im gewohnten Maß nicht mehr möglich." Trotz des alltäglichen Stresses ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen: "Ich habe weiterhin konzentriert an meinem Konzept mit verschiedenen Projekten gearbeitet und versucht, möglichst viele Bewohner zu erreichen."

O|N-Volontärin Mia Schmitt.

Gemeinsam mit ihrer Familie startete Ballweg in den neuen Lebensabschnitt. ...

"Ich habe wohl die Themen der Bürger getroffen"

All die Mühen haben sich offensichtlich ausgezahlt, denn Ballweg wurde mit deutlichem Ergebnis zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Stabwechsel vom CDU-Rathauschef, der 24 Jahre im Amt war, zu einer parteilosen Frau. Wie erklärte sie sich dieses Ergebnis? "Anscheinend habe ich die Themen der Bürger getroffen", sagt sie schmunzelnd.

Das war ein herber Rückschlag für die siegesgewohnte CDU. "Die Partei braucht ihre Zeit, um auf mich zuzugehen. So engen Kontakt gab es deshalb noch nicht, aber ich gebe jedem die Zeit, die er braucht." Ballweg erklärt die Entscheidung der Wähler wie folgt: "Es war nicht nur eine Entscheidung gegen die CDU. Ich bin parteilos angetreten, genau das scheint die Wählerinnen und Wähler überzeugt zu haben."

All die Mühen haben sich offensichtlich ausgezahlt, denn Ballweg wurde mit deutlichem ...

Kontakt mit Bürgern entscheidend

Wie geht es für die Rhön-Gemeinde jetzt weiter? "Ich treffe mich bereits jeden Freitag mit Manfred Helfrich, um gemeinsam über aktuelle Themen zu sprechen. Auch bei möglichst vielen Sitzungen und offiziellen Terminen bin ich schon dabei. Einzelne Personen sind noch nicht offen für eine Zusammenarbeit, da braucht es noch etwas Zeit, aber ich nehme gewisse Aussagen nicht persönlich." In erster Linie geht es schließlich um die Interessen der Bürger und für die möchte sich Ballweg einsetzen. "Ich bekomme viele Themenvorschläge geschickt, teilweise aber auch schon mit Lösungsvorschlägen. Laute Fahrzeuge sind beispielsweise dafür verantwortlich, dass man die Rede an Veranstaltungen nicht mehr hört." So geht es für die amtierende Bürgermeisterin erstmal daran, Ideen und Themen nach Kategorien wie Häufigkeit und der Umsetzbarkeit zu sortieren.

Folgende Themen kann Ballweg bereits anteasern: Verkehr, Haushalt, Wasserversorgung, Tourismus und Gastronomie sowie Kindergarten und Schule. Ein Thema, das wohl die ganze Region bewegt: der Umzug der Großbäckerei Pappert nach Rönshausen. "Allgemein geht es darum, Poppenhausen attraktiver zu gestalten", erklärt sie gegenüber O|N.

"Ich freue mich voller Leidenschaft, Kreativität, toller Ideen und ganz viel Kraft ...

Doch noch weitere Aufgaben stehen an. "Ich möchte alles rund um meinen alten Job geregelt übergeben. Die erste Woche nach der gewonnenen Wahl war wie ein Höhenflug, doch mit der Vorbereitung als Bürgermeisterin ist noch nicht alles erledigt", so Ballweg. "Urlaub würde ich auch gern noch machen", sagt sie lachend. Zwar bleibt der Alltag weiterhin stressig, doch die Struktur komme langsam zurück. "Ich mache Sport, arbeite ganztags und bereite mich auf kommende Termine vor."

Abschließend sagt die neue Bürgermeisterin: "Poppenhausen besteht aus engagierten Menschen, die voller Freude ihren Ort unterstützen. Ich freue mich, mit Leidenschaft, Kreativität, tollen Ideen und ganz viel Kraft loszulegen. Aber keine Angst vor Schnellschüssen: Ich werde mir erstmal alles anschauen und nichts verändern, was gut läuft. Das Thema Beteiligung ist eine Herausforderung, aber ich freue mich auf die offene und transparente Zusammenarbeit mit der Gemeinde." (Mia Schmitt) +++


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