
Am vergangenen Wochenende führte die Freiwillige Feuerwehr Mittelkalbach (Kalbach im Landkreis Fulda) eine groß angelegte 24-Stunden-Übung durch. - Fotos: Feuerwehr Mittelkalbach/Arnd Rössel
KALBACH
Feuerwehr Mittelkalbach übt 24 Stunden
Sieben realistische Einsatzszenarien fordern die Kräfte
29.07.25 - Üben für den Ernstfall: Am vergangenen Wochenende führte die Freiwillige Feuerwehr Mittelkalbach (Kalbach im Landkreis Fulda) eine groß angelegte 24-Stunden-Übung durch. Im Mittelpunkt standen sieben anspruchsvolle und realitätsnahe Einsatzübungen, die Teamarbeit, das Training von Einsatzroutinen sowie die Kooperation mit benachbarten Wehren und dem Rettungsdienst mit sich brachten.
Die Übungsserie begann am Freitagabend: Die Ladung eines LKWs geriet in Brand, was eine schnelle und effektive Brandbekämpfung erforderlich machte. Kurz darauf folgte ein Einsatz im EDEKA-Markt Mittelkalbach. Dort wurde kurz nach Ladenschluss eine Rauchentwicklung im Lager gemeldet, und mehrere Mitarbeiter wurden vermisst. Dieses Szenario stellte eine beachtliche Herausforderung, die Einsatzkräfte aus Mittel- und Niederkalbach dar, welche aber erfolgreich gemeistert wurde. Den Abschluss des ersten Tages bildete ein nächtlicher Rettungseinsatz: Eine Person war von einer Brücke in ein fließendes Gewässer gestürzt und musste aus dem Wasser gerettet werden.
Am Samstagmorgen galt es, bei einem Verkehrsunfall eine unter einem LKW eingeklemmte Person zu befreien. In solchen Situationen sind schnelle technische Hilfe und präzises Vorgehen von entscheidender Bedeutung. Später folgte eine weitere Einsatzlage in der Mittelkalbacher Kirche Sankt Sebastian. Im Dachstuhl des verwinkelten Gebäudes kam eine starke Rauchentwicklung zum Vorschein, und die Einsatzkräfte mussten unter Atemschutz eine umfassende Erkundung durchführen, um den Brandherd zu finden und zu löschen.
Komplexer Wohnungsbrand
Im weiteren Verlauf des Tages arbeiteten die Feuerwehren Mittelkalbach und Büchenberg gemeinsam einen komplexen Wohnungsbrand bei der Firma Service-Technik Rhode ab. Mehrere Personen waren in Gefahr, während starker Rauch das Vorgehen erschwerte. Das aufwendigste Szenario wartete am Nachmittag: Ein Kleintransporter hatte sich in der engen Straße zur Bornhecke überschlagen, nachdem er einem Radfahrer ausweichen musste. Die Straße war komplett blockiert, zwei Schwerverletzte mussten aus dem Wrack befreit und die gestürzte Radfahrerin versorgt werden. In dem engen Tal hatten die Rettungskräfte alle Hände voll zu tun.
"Ziel war es, so zu üben, wie wir im echten Einsatz auch arbeiten müssen – unter Zeitdruck, mit unvollständigen Informationen und in enger Zusammenarbeit mit anderen Organisationen", erklärt Übungsleiter Tim Staubach. "Dabei konnten wir wichtige Routinen trainieren, junge Kameradinnen und Kameraden anleiten und unsere Fähigkeiten weiter schärfen." Bürgermeister Mark Bagus und Ortsvorsteher Arnd Rössel sprachen ihren Dank für das besondere Engagement der Einsatzkräfte und Unfalldarsteller bei ihren Besuchen aus, die sich in ihrer Freizeit solchen Trainings stellten, um der Gesellschaft zu dienen.
Ein solches Projekt funktioniert nur mit viel Rückhalt – deshalb bedankt sich die Feuerwehr Mittelkalbach herzlich bei allen Unterstützern. Ein besonderer Dank gilt dem EDEKA-Markt Mittelkalbach, der Firma Service-Technik Rhode, der Katholischen Kirche Kalbach, Kali und Salz Neuhof, der Firma Schrimpf, der Gemeinde Kalbach sowie der Realistischen Unfalldarstellung der Malteser Petersberg. Ebenso bedankt sich die Feuerwehr bei den Einsatzkräften des DRK-Kreisverbands Fulda sowie den Wehren Niederkalbach und Büchenberg für die hervorragende Zusammenarbeit.
(kg/pm) +++