28.10.25 - "Faszination, Emotion und Leidenschaft" - und das schon seit Kindheitstagen. "Als ich ungefähr vier Jahre alt war, musste ich aufgrund von Krankheit viel Zeit im Krankenhaus verbringen. Meine Mutter wollte mir daher eine Freude machen. Also schenkte sie mir ein Modellauto: einen Porsche 911 der F-Modellreihe, bei dem der Motor hinten und nicht vorne saß." Seit diesem Moment brannte in Michael Maistrello seine Begeisterung für Porsche.
"Die Leidenschaft für diese Marke hat mich bis heute nicht losgelassen. Mit 26 Jahren erfüllte ich mir schließlich meinen Kindheitstraum und kaufte meinen ersten echten Porsche: einen 911 Carrera (G-Modell), erzählt er begeistert im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS." Aus dieser Leidenschaft wurde ein Beruf. Beim ersten eigenen Porsche angefangen, ist Maistrello nun 15 Jahre bei Porsche tätig, und seit dem 1. Juli 2025 Geschäftsführer des Porsche Zentrum Fulda.

Michael Maistrello hat natürlich auch einen Lieblingswagen: Den 911 GT3. Kraftstoffverbrauch ...

Das Porsche Zentrum Fulda in der Kohlhäuser Straße.

Michael Maistrello im Gespräch mit Mathias Schmidt, stellvertretender Redaktionsleiter ...
Fulda: Ländlich und urban zugleich
Zuvor leitete er ab 2017 das Porsche Zentrum Schwarzwald-Baar in Villingen-Schwenningen sowie seit 2010 das Zentrum in Lörrach. Nach Fulda wechselte er, als er von der Investorenfamilie angesprochen wurde. "Es gab hier eine Vakanz, und zeitgleich wurde meine frühere Arbeitsstelle an die Hahn-Gruppe überführt. In den Gesprächen haben wir uns schnell füreinander entschieden." Für Maistrello spielte dabei auch der Standort eine große Rolle: "Der Mix aus moderner Stadt und barocker Altstadt mit den Sehenswürdigkeiten in und um Fulda - das liebe ich. Es ist ländlich, aber gleichzeitig urban. Mit der wunderschönen Rhön und viel Natur gleich vor der Tür, einer Stunde nach Frankfurt am Main und per ICE schnell in München. Die Region ist sehr vielfältig." Ähnlich sieht er die Menschen in Fulda. "Die Nähe zu den Menschen ist zentral - genauso wie bei uns im Betrieb. Mir liegt viel an Wertschätzung und Respekt." Jeder Mitarbeiter wird morgens persönlich vom Chef begrüßt.

Der Porsche Panamera GTS stammt aus dem aktuellen Neuwagenbestand und verkörpert ...

Der gebürtige Freiburger mit italienischen Wurzeln ist stolz auf sein 38-köpfiges ...

"Aktuell bieten wir sechs Modelle an, darunter den Porsche 911, den Boxster, den Cayman, ...
Ein Team, das den Unterschied macht
Der gebürtige Freiburger mit italienischen Wurzeln ist stolz auf sein 38-köpfiges Team. "Dieses hervorragend eingespielte Team war ein weiterer Grund, hier den Posten anzunehmen. Viele Kollegen sind seit Jahrzehnten dabei - erst kürzlich haben wir ein 35-jähriges Dienstjubiläum gefeiert. Am Ende macht der Mensch den Unterschied." Ein Porsche könne man schließlich überall kaufen, betont er, doch entscheidend sei der Kontakt zu den Mitarbeitern. "Wir haben eine loyale Stammkundschaft, rund zwei Drittel stammen direkt aus der Region. Manche sind seit Jahrzehnten dabei und halten dem Standort treu die Stange."

Nadja Leitschuh, Serviceassistentin im After Sales Bereich.

Dominik Klug, Kfz-Mechaniker.

Markus Kremer, Serviceberater.
Kundenbindung wie bei einer Ehe
Diese Beziehung vergleicht Maistrello mit einer Ehe, die oft ein ganzes Leben lang dauert. "Porsche hat im Premiumsegment die höchste Markentreue - und darauf sind wir sehr stolz." Dazu trägt auch der Service bei: "Wir gehen für unsere Kunden die extra Meile, denken an kleine Aufmerksamkeiten und schaffen Erlebnisse. Die Porsche Community ist wie eine Familie, in der man sich zuhause fühlen soll." Entsprechend wächst auch der Kundenstamm, sowie die Modellvielfalt bei Porsche. "Das Zentrum soll künftig vergrößert werden und auch in der Region Fulda bleiben", verrät er gegenüber O|N.

Porsche: "Faszination, Emotion und Leidenschaft"
"Müssen Spagat zwischen klassischem Porsche Sound und E-Mobilität schaffen"
So loyal die Kundschaft auch ist, sind viele aber auch ebenso klassisch. "Aktuell bieten wir sechs Modelle an, darunter den Porsche 911, den Boxster, den Cayman, den Carrera - sowie die zwei E-Modelle Macan und Taycan. Jüngere Kunden sind deutlich offener für neue Modelle und vor allem für Elektromobilität. Wer jedoch mit einem luftgekühlten, soundintensiven 911 groß geworden ist, lässt sich nur schwer mit etwas Anderem begeistern. Sound und Emotionalität prägen Porsche schon jahrzehntelang." Genau darin sieht er eine der größten Herausforderungen: "Der Spagat zwischen klassischem Porsche Sound und der Integration von E-Mobilität ist eine Herkulesaufgabe. Doch wir sind auf einem guten Weg."

Der Porsche Macan 4 - ein E-Modell von Porsche. (WLTP, vorläufige Werte): Stromverbrauch ...

Nicole Wald, Marketing.

Andreas Weismüller, Leiter After Sales.
Kritik an der deutschen E-Strategie
Kritisch sieht er die deutsche Strategie bei E-Mobilität insgesamt. "Privatkunden werden zu wenig abgeholt. Viele Modelle sind nicht für den Alltag gedacht, sondern wirken wie Zweitwagen - gerade wegen der Reichweite. Dabei gäbe es bei jungen Familien mit solidem Einkommen großes Potenzial.

Der Porsche Panamera GTS ist bekannt dafür, dass er die Fahrleistungen und Sportlichkeit ...

Für Maistrello ist klar: Deutschland wurde, was E-Mobilität angeht, überholt. ...

Porsche 718 Spyder RS. (WLTP): Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,7 l/100 km; CO₂-Emissionen ...
"Deutschland wurde überholt"
Für Maistrello ist klar: Deutschland wurde hier überholt. "Alle kämpfen mit Umsatzeinbrüchen. Es liegt nicht nur an der Infrastruktur: In Städten mit Mehrparteienhäusern ist es schlicht unrealistisch, genug Ladesäulen und Energie bereitzustellen. Elektromobilität allein wird den ökologischen Fußabdruck nicht ausreichend verbessern. Wir brauchen mehrere Lösungen, wie synthetische Kraftstoffe oder Wasserstoff."

Andreas Bleuel, Teamleiter Verkauf und Geschäftsführer Michael Maistrello. ...Fotos: Carina Jirsch
Dennoch sieht er auch klare Vorteile: "Für Ballungsräume und Städte ist Elektromobilität sinnvoll - gerade dort, wo Benziner am meisten verbrauchen und die Umweltbelastung hoch ist. Aber als alleinige Lösung reicht das nicht. Die Zukunft der Mobilität wird breiter aufgestellt sein müssen."
(Mathias Schmidt) +++ 