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An der Treppe zur Orangerie im Fuldaer Schlossgarten anlässlich der Lichterprozession zu Mariä Himmelfahrt - Alle Fotos: Martin Engel

FULDA Pontifikalamt im Fuldaer Dom

Feierliche Lichterprozession und Segnung der Kräuter zu Mariä Himmelfahrt

17.08.25 - Die katholische Kirche feiert jedes Jahr am 15. August das Fest von Mariä Himmelfahrt – das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Am frühen Abend fand im Fuldaer Dom eine festliche Messe mit Domkapitular Prof. Cornelius Roth statt. Der feierliche Gottesdienst mit Marienverehrung und mit Segnung der mitgebrachten Kräuter und Blumen begann um 19:45 Uhr.

An die Messfeier schloss sich traditionell die traditionelle Lichterprozession mit Aussetzung der silbernen Strahlenmadonna an. In diesem Jahr führte der Prozessionsweg wieder vom Dom in und durch den Fuldaer Schlosspark. Im Parterre des Schlossparkes fand auch der feierliche Abschluss statt.

Die Darstellung der Himmelfahrt Mariens am Hochaltar.

Stichwort: Mariä Himmelfahrt

Mariä Aufnahme in den Himmel, volkstümlich "Mariä Himmelfahrt", gilt als das älteste ausschließliche Marienfest. Im Orient wahrscheinlich schon bald nach dem Konzil von Ephesus (431) aufgekommen, wurde es von Kaiser Mauritius (gest. 602) auf den 15. August festgesetzt. Über seine Feier in Rom enthält die erste Kunde ein Evangelienverzeichnis von Würzburg aus dem 7. Jahrhundert. Papst Leo IV. (847-855) gab ihm 847 eine Oktav. Im 9. Jahrhundert war es im Frankenland allgemein verbreitet.

In Fulda, Stadt und Land hat dieses Marienfest wohl schon früh Eingang gefunden. Nach der schweren Pestepidemie des Jahres 1350 wurde zu Mariä Himmelfahrt die sogenannte "Spenth-Prozession" gestiftet, die jedes Jahr am Vortag zum Frauenberg führte und mit einer besonderen Armenspendung verbunden war. Laut Kalendar des Präsenzregisters der Fuldaer Stadtpfarrkirche von 1486/87 wurde das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August als "festum chori et fori", d.h. als öffentlicher Feiertag, begangen.

Segnung von Kräutern und Blumen

Eine Marienlegende, die in der Volksfrömmigkeit besonderen Anklang fand, gibt an, dass die Apostel im Sarg der Gottesmutter statt des Leichnams Blumen gefunden hätten. Das verweist vermutlich auf Juvenalis, einen Bischof von Jerusalem in der Mitte des 5. Jahrhunderts, der gegenüber Kaiser Marcianus geäußert haben soll, dass die Leichentücher, in die Maria eingewickelt worden sei, "einen unbeschreiblichen Wohlgeruch verbreitet" hätten. Von daher rührt wohl der Brauch, am Tag Mariä Himmelfahrt Kräuterbüschchen und Blumensträuße zu segnen. Im Hochstift Fulda ist bereits aus dem späten Mittelalter überliefert, dass am Fest Mariä Himmelfahrt überall "die kreuter und äpfel benediciert" wurden.

Bedeutung des Festes

Der Fuldaer Dom, die Kathedralkirche der Diözese, hat zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel einen besonderen Bezug: Als die Weihe des heutigen Barockdomes erfolgte, wurde zwar das Patrozinium (Salvator, d. h. Christus als Erlöser) der alten Stiftskirche übernommen, der Hochaltar jedoch am Vortag des Festes Aufnahme Mariens in den Himmel zu Ehren der Assumpta (der in den Himmel aufgenommenen Gottesmutter Maria) konsekriert (14. August 1712). Jedem Dombesucher fällt gleich das eindrucksvolle Bildwerk über dem Hochaltar ins Auge. Auf vier großen Voluten erhebt sich die Gloriole der Aufnahme Mariens: jubelnde Engel tragen auf Wolken die Gottesmutter zum Himmel, wo sie von der Trinität zur Krönung empfangen wird. (ci) +++


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