Die brisante DTTL-Freitagspartie in der Jülicher Nordhalle brachte das ersehnte Happyend für die TG Hanau. Der bisherige Vorletzte hatte nach 190 spannenden Minuten das bessere Ende beim 3:2 gegen Schlusslicht Jülich auf seiner Seite und verbuchte damit einen ganz wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt. Zwar konnte der Gastgeber vom Niederrhein in der aufregenden Partie, die wahrlich nichts für schwache Nervenkostüme war, zweimal einen Rückstand egalisieren, im Doppel jedoch triumphierte - wie schon im Hinspiel - die TGH-Formation Roßkopf/Franziska.
Hanau spielte ohne den angeschlagenen Chiang Hung-Chieh und überraschenderweise mit Ruwen Filus an Position eins. Erstes Einzel war das Linkshänder-Duell zwischen Marcos Freitas und Jörg Roßkopf. "Rossi" hatte drei Sätze lang Probleme, brachte das wichtige erste Match am Ende jedoch für die Hessen nach Hause (6:11, 12:10, 15:13, 11:4). Im Hinspiel hatte der künftige Herren-Bundestrainer noch deutlich gegen den Portugiesen verloren. Doch auch dem Gastgeber glückte die Revanche für ein in der Vorrunde verlorenes Einzel: Linkshänder Yang Zi aus Singapur schlug - im Gegensatz zur Partie in Hanau - Abwehrspieler Ruwen Filus 11:2, 14:12 und 11:8. Es blieb spannend in Jülich vor der enttäuschenden Kulisse von nur 120 Zuschauern.
Anschließend standen sich Filip Szymanski und Steffen Mengel gegenüber. Der lange Hanauer erwies sich bei seinem dritten DTTL-Sieg in Folge als der Nervenstärkere und setzte sich in vier engen Durchgängen mit 11:8, 11:9, 10:12, 11:8 gegen den Polen durch, der in dieser Saison noch kein Einzel gewinnen konnte (0:7). Danach standen sich Marcos Freitas und Ruwen Filus gegenüber - der Hanauer konnte bereits alles klarmachen für die Hampl-Truppe, wirkte aber in dem umkämpften Match in den entscheidenden Phasen zu nervös und unterlag dem Portugiesen nach vier Sätzen (11:6, 12:14, 11:13, 5:11). Das Doppel musste, wie im Hinspiel, den Kellerkrimi entscheiden. Und hier hatte erneut, wie schon am 11. Oktober 2009 in der Main-Kinzig-Halle, die Oldie-Nesthäkchen-Kombination mit dem 40-jährigen Jörg Roßkopf und dem 23 Jahre jüngeren Megatalent Patrick Franziska die Nase vorne. Die beiden TGH-Cracks gaben sich trotz der nervlichen Belastung keine Blöße und triumphierten ohne Satzverlust mit 11:7, 11:5 und 11:9. Es durfte ausgelassen gejubelt werden – doch noch ist man nicht am Ziel angekommen.
Jörg Roßkopf zeigte sich sehr zufrieden, rechnet aber damit, dass es bis zum Schluss in der Abstiegsfrage ganz eng bleiben wird: „Ich habe nur ein Einzel bestritten, damit ich mit Patrick das Doppel spielen konnte. Wir hatten schon damit gerechnet, dass alle fünf Matches gespielt werden würden. Gegen Freitas habe ich den wichtigen zweiten Satz gewonnen, danach lief es rund bei mir – ich bin zurzeit aber auch wieder in sehr, sehr guter Form. Es bleibt ganz eng unten, zwei Mannschaften steigen ab und da wollen wir nicht dabei sein. Wir haben jetzt ein kleines Polster, aber schon gegen Grenzau sind wir wieder gefordert und müssen sehr gut spielen, um nicht wieder Boden zu verlieren. Wir werden auch in den nächsten Wochen nicht auf die Ergebnisse der Konkurrenz schauen, sondern uns auf uns selbst und auf unsere Leistung konzentrieren. Wir sind jetzt alle eigentlich recht gut in Form und können es schaffen.“ (DTTL / Dr. Stephan Roscher) +++