
In einer Nachbarschaft herrscht Unmut wegen der Paketzustellung von Hermes. - Fotos: privat
EBERSBURG (RHÖN)
Zustell-Chaos!
Hermes-Bote wirft Paket über die Hecke - Unmut in der Nachbarschaft
22.08.25 - Frust statt Service: Von einem Zusteller-Chaos spricht ein OSTHESSEN|NEWS-Leser aus Thalau (Gemeinde Ebersburg im Landkreis Fulda). "Ein besonders einfallsreicher Hermes-Fahrer kam jetzt wiederholt auf die glorreiche Idee, die Sendung meiner Nachbarin über eine knapp zwei Meter hohe Hecke bzw. über unser Gartentor auf unsere Terrasse zu werfen." Der Clou: trotz Anwesenheit der Empfängerin und ihres Partners.
Auch das Bestellen von Medikamenten habe in der Vergangenheit für Probleme gesorgt. Diese landeten laut dem O|N-Leser achtlos vor der Haustür. Ein gefährliches Verhalten, wie der Kunde näher erläutert: "Ich benötige Blutverdünner. Medikamentensendungen sind grundsätzlich persönlich abzugeben. In unserer Wohnanlage leben kleine Kinder, würde jemand das Päckchen öffnen und einige dieser Tabletten schlucken, wäre die Wirkung binnen kürzester Zeit tödlich. Blutverdünner haben im Grunde genommen eine ähnliche Wirkung wie Rattengift." Er fordert mehr Verantwortung.
Auf die Beschwerde reagiert die Hermes-Pressestelle. Dort heißt es auf O|N-Nachfrage: "Wie sich nach dem Austausch mit unserer Fachabteilung herausgestellt hat, hat der Herr sich in der vergangenen Woche ebenfalls an unsere Zentrale gewandt und bereits eine entsprechende Antwort von unserem Kundenservice erhalten."
"Entschuldigen uns für entstandene Unannehmlichkeiten"

Einfach über die Hecke zum falschen Nachbarn geworfen.
Das Logistikunternehmen betont: "Das beschriebene Zustellverhalten entspricht in keiner Weise unseren Service- und Qualitätsstandards, zu deren Einhaltung all unsere Servicepartner auf der letzten Meile angehalten sind. Die Beanstandung des Nachbarn wurde entsprechend umgehend an die Kollegen und Kolleginnen vor Ort weitergeleitet, um den Zusteller diesbezüglich nachzuschulen." Und weiter: "Wir bedauern sehr, dass es hier offenbar zu Abweichungen von unseren Zustellstandards gekommen ist und wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei der Empfängerin und ihrem Nachbarn für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen."
Mit Blick auf die "von dem Herrn angesprochene nicht explizit beauftragte Ablage von Sendungen vor der Haustür ist festzuhalten, dass dies nicht unserem Standard-Prozess entspricht". Dieser sehe Folgendes vor: "Das Zustellpersonal ist dazu angehalten, bis zu vier Zustellversuche an der Haustür der Empfänger und Empfängerinnen durchzuführen. Trifft ein Zusteller den Empfänger nicht an, wird in der Regel versucht, eine Nachbarschaftszustellung vorzunehmen. Schlägt auch dieser Versuch fehl, wird die Sendung wieder mitgenommen und am nächsten Werktag ein erneuter Zustellversuch unternommen." Empfänger werden laut Hermes per Karte bzw. digital benachrichtigt. Auch die Zustellung eines Pakets an einen sogenannten "Wunsch-Ablageort" sei möglich. Der Wunsch-Ablageort könne für eine konkrete Sendung "einmalig" oder "dauerhaft" definiert werden. Wichtig: "In beiden Fällen muss die Ablage an einem gewünschten Ort im Vorfeld aktiv durch den Kunden beauftragt werden. Unabhängig von einer konkreten Sendung können Kunden an dieser Stelle auf myhermes.de einen dauerhaften Ablageort angeben." Liegt keine Ablagegenehmigung vor, dürfen Zusteller, so Hermes, die Sendungen nicht "einfach so" an einem Ort ablegen, "ansonsten handeln diese zuwider unseren klaren Arbeitsanweisungen".
Hermes: "Nehmen Hinweise ernst"
Abschließend stellt das Unternehmen heraus, dass es "als Paketdienstleister unser Ziel ist, die uns anvertrauten Sendungen zuverlässig und unversehrt an ihren Bestimmungsort zu bringen. [...] Wir nehmen jegliche Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten und Verstöße gegen unsere Regelprozesse ernst. Jede nicht vorschriftsmäßig zugestellte Sendung ist für die Empfänger absolut ärgerlich. Deshalb untersucht unsere Fachabteilung solche Fälle gründlich und tauscht sich mit den verantwortlichen Kollegen vor Ort aus." (mkr) +++
