24.08.25 - Es gibt Geschichten, die nicht nur ein Produkt erklären, sondern ein ganzes Leben widerspiegeln. Die rührende Geschichte von Steffie Stroh und ihrem kleinen Familienunternehmen "Sparklets" ist eine davon.
Auf Schloss Fasanerie (Eichenzell im Landkreis Fulda) wurde am Freitagvormittag der Markt für echte Dinge eröffnet. 120 Aussteller präsentieren hier ihre besten Schätze. OSTHESSEN|NEWS war dabei und hat sich bei den Ständen mit den Designern unterhalten. Mit dabei: Steffie Stroh und ihre herzzerreißende Geschichte zu ihrem Schmuck.

Lukas Vermächtnis.
"Ich bin Designerin und inzwischen Geschäftsführerin unseres kleinen Familienunternehmens Sparklets", erzählt sie. Sparklets - das ist die Abkürzung für Sparkling Bracelets, funkelnde Armbänder, die - wie wir dann erfahren haben - weit mehr sind als nur Accessoires.
Ein Funkeln im Dunkel
Die Idee zu diesen besonderen Schmuckstücken entstand nicht am Schreibtisch oder in einem Atelier, sondern in einem Krankenhaus. Strohs jüngster Sohn Luka war schwer erkrankt. Während er Behandlungen und Operationen durchstehen musste, suchte seine Mutter nach einem Halt. "Ich habe die Perlen ins Krankenhaus mitgenommen und mir dort die Häkeltechnik beigebracht", erzählt sie im Gespräch mit O|N. "Die Ärzte sagten mir damals, die eine Hirnhälfte sei mit der Krankheit beschäftigt - die andere suche einen Ausgleich. Das Häkeln, diese immer gleiche Bewegung, brachte Ruhe in all das Chaos." So entstanden die ersten Armbänder - aus japanischen Glasperlen und österreichischen Kristallglasperlen, einzeln eingehäkelt in spezielles Baumwollgarn. Jedes Stück ist dehnbar, jedes Stück ist handgemacht.
Lukas Vermächtnis
Luka selbst war es, der seine Mutter dazu ermutigte: "Mama, du musst mal ein Geschäft aufmachen." Sieben Jahre lang kämpfte er gegen den Krebs. Schließlich verlor er jedoch den Kampf und starb an der Krankheit - viel zu jung. Doch seine Worte und die Erinnerung an ihn blieben ewig. "Für uns ist jedes Armband nicht nur Schmuck, sondern eine Botschaft am Handgelenk", erklärt Stroh. "Es erinnert daran, Familie und Freunde zu schätzen und sich in jeder Lebenslage ein Funkeln in den Augen zu bewahren."
Heute führt die Familie Sparklets in Lukas Gedenken weiter. Strohs drei anderen Kinder sollen eine fröhliche Mutter und einen fröhlichen Vater haben, dies sei auch Teil der Botschaft. Eine enge Freundin, die selbst ein schweres Schicksal mit ihrer Tochter trägt, unterstützt sie dabei beim Häkeln. Seit kurzem arbeitet auch eine frühere Bekannte aus London mit, deren Tochter einst mit Luka in die Schule ging. "Es bleibt in der Familie - und das fühlt sich richtig an."

Das Funkeln auf den Fürstlichen Gartenfesten.
Das Funkeln auf den Fürstlichen Gartenfesten
Vor drei Jahren wagte Sparklets dann den Schritt hinaus in die Öffentlichkeit - mit einem Stand auf den Fürstlichen Gartenfesten. "Das sind für uns die schönsten Veranstaltungen überhaupt. Die Menschen kommen mit offenen Herzen, viele zeigen uns stolz ihre Armbänder. Manche kommen gezielt jedes Jahr wieder - und heben schon lächelnd die Arme, um zu zeigen, dass sie ein Stück Sparklets bei sich tragen."
2025 ist für die Familie ein schweres Jahr: Luka ist nun genauso lange tot, wie er gelebt hat - zehn Jahre. Es ist ein Schmerz, der bleibt. "Aber wir halten uns das Funkeln in den Augen. Für Luka. Für uns. Fürs Leben." (Mathias Schmidt) +++ 