27.08.25 - Einen besonderen Einblick in die Zukunft der Pharmabranche gab es am 05. August bei MK Versuchsanlagen in Mücke: Hessens Ministerin für Digitalisierung und Innovation, Prof. Dr. Kristina Sinemus, besuchte das heimische Unternehmen, um sich über ein wegweisendes Projekt zur intelligenten Überwachung von Isolator-Handschuhen zu informieren. Dabei steht eines im Mittelpunkt: höchste Hygienestandards im pharmazeutischen Umfeld – entwickelt mitten in Mittelhessen.
Das Projekt, das durch das Landesprogramm Distr@l mit rund 500.000 Euro gefördert wird, zielt auf die Entwicklung eines digitalen Vorhersagemodells zum Ermüdungsverhalten technischer Elastomere in pharmazeutischen Handschuhen ab. Ziel ist es, die Restnutzungsdauer der in Reinräumen eingesetzten Handschuhe präzise zu bestimmen – ein Beitrag zur Sicherheit der Mitarbeitenden, zur Effizienz in der Produktion und zur Vermeidung von unnötigem Ausschuss.
Michael Keil, Inhaber der MK Versuchsanlagen GmbH & Co. KG, betont:
"Als mittelständisches Unternehmen aus Hessen freuen wir uns besonders, gemeinsam mit starken Partnern und der Unterstützung des Landes ein zukunftsweisendes Forschungsprojekt umzusetzen, das reale Herausforderungen der Pharmaindustrie adressiert und digitale Innovation konkret anwendbar macht. Mit der Förderung durch das Programm Distr@l können wir ein digitales Vorhersagemodell zur sicheren Nutzung von Isolator-Handschuhen entwickeln und so einen Beitrag zu mehr Sicherheit und Effizienz im pharmazeutischen Umfeld leisten. Gleichzeitig ist es uns ein besonderes Anliegen, junge Talente auf ihrem Weg zur eigenen Gründung zu begleiten – deshalb unterstützen wir den Ideenwettbewerb THM Ideeco, der Studierenden eine starke Plattform für die Entwicklung und Sichtbarkeit innovativer Ansätze bietet."
Die Ministerin würdigte den Innovationsgeist aus Mücke: "Innovationen benötigen nicht nur gute Ideen, sondern auch Geld. Wir haben unser Programm Distr@l bewusst breit aufgestellt, um sowohl kleine und mittlere Unternehmen als auch junge Unternehmen beim Aufbau neuer digitaler Innovationen zu unterstützen und zukunftssicher aufzustellen", so Prof. Dr. Kristina Sinemus.
Regionale Stärke mit internationaler Bedeutung
Was in Mücke entwickelt wird, findet Anwendung in der internationalen Pharmaindustrie: Isolator-Handschuhe kommen beispielsweise in der Impfstoffproduktion, der Molekularbiologie oder der medizinischen Forschung zum Einsatz. In diesen Bereichen sind höchste Sicherheits- und Hygienestandards entscheidend – hier leistet MK Versuchsanlagen seit Jahren mit innovativen Systemen einen bedeutenden Beitrag.
Künftig wird eine intelligente Softwarelösung in bestehende Prüfsysteme integriert, die den Alterungsprozess der Handschuhe digital überwacht. Sensoren zeigen an, wann ein Handschuh getauscht werden muss. Das erhöht die Prozesssicherheit, senkt Produktionskosten und schützt Mitarbeitende, Produkte sowie Patienten gleichermaßen.
Starke Partnerschaften aus der Region
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) realisiert. Während die Universität auf die kontrollierte Beeinflussung und Untersuchung von Probenmaterialien spezialisiert ist, bringt die THM Expertise im Bereich Materialprüfung und Versagensverhalten ein.
Aus der Region für die Region – mit Blick in die Zukunft
MK Versuchsanlagen beschäftigt über 230 Mitarbeitende in Mücke und ist seit der Gründung im Jahr 1988 ein wichtiger Arbeitgeber und Innovationsmotor in der Region. Besonders stolz ist das familiengeführte Unternehmen auf seine Ausbildungsarbeit: Aktuell absolvieren 33 junge Menschen bei MK Versuchsanlagen ihre Ausbildung – allein in diesem Jahr haben 11 neue Auszubildende ihre berufliche Laufbahn im Unternehmen begonnen. Damit leistet MK einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region und stärkt den Standort nachhaltig.
Auch deshalb engagiert sich das Unternehmen im Gründungssupport der THM: Im Rahmen des Ministerinnenbesuchs wurde der Ideenwettbewerb "THM Ideeco" vorgestellt, ein Format, das Studierende von der ersten Idee bis zur potenziellen Gründung begleitet. Zahlreiche Projekte, die dort entstanden sind, werden nun ebenfalls durch Distr@l gefördert. (pm/ems) +++