30.08.25 - Mal herrschte Hitze, mal Regen - Das bisherige Jahr war von verschiedenen Wetterbedingungen geprägt. Was bedeuten diese Schwankungen für die aktuelle Ernte? Das erklärte der Kreisbauernverband am Freitagvormittag in seinem Erntegespräch – und zog im gleichen Zuge ein erstes Resümee.
Gemeinsam mit mehreren Vorstandsmitgliedern und regionalen Betrieben lud der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld zu einem gemeinsamen Erntegespräch auf den Karolinenhof in Künzell (Landkreis Fulda) ein. "Der Abschluss der Getreidesaison ist ein Lohn für die Ausdauer und Tatkraft der Landwirte", lobte Thomas Schneider, Pressesprecher des Kreisbauernverbandes.

Sebastian Schramm, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, Stefan Schneider, ...

Kreislandwirt Winfried Schäfer nahm am Erntegespräch teil.
"Landwirtschaft bedeutet Familie"
Über Wochen hinweg haben die Bauern ihre Felder gepflegt und das Wachstum der Ähren begleitet. Jetzt wird sich zeigen, inwieweit sich die harte Arbeit gelohnt hat. Doch zuvor richtete Schneider dankende Worte an alle: "Landwirtschaft bedeutet Familie, denn ohne diesen Rückhalt wären solche Arbeiten nicht denkbar. Während der Erntezeit kommt es häufig zu erhöhtem Verkehrsaufkommen, Lärm und Staub. In diesem Zuge möchte ich der Bevölkerung für ihr Verständnis danken."
Max Baltzer, Besitzer des Karolinenhofs, fasst seine Erträge wie folgt zusammen: "Wir haben unseren Ackerbau vielfältig aufgebaut. Allgemein kann ich von einer gelungenen Ernte sprechen. Die Zeit war zwar stressig, aber das Wetter hat mitgespielt und wir haben einen zufriedenstellenden Ernteertrag erhalten." Die Mischung aus Sonne und Regen trifft bei den Landwirten also auf große Zufriedenheit (OSTHESSEN|NEWS berichtete).

Thomas Schneider, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit des Kreisbauernverbandes ...
Wetter und Schädlinge sind Herausforderungen für die Landwirte
"Das vorherige Jahr war relativ feucht, was uns in diesem Jahr auch zugutekam", fasste Stefan Schneider, Erster Vorsitzender des Kreisbauernverbands zusammen. "Die Böden waren nass. Als die trockenen und heißen Tage kamen, konnten die Pflanzen weiterhin an Wasser in der Erde kommen. Mit der folgenden Regenphase war das Wetter für uns also perfekt."
So kann sowohl Hessen als auch der Landkreis Fulda mit 1.900 landwirtschaftlichen Betrieben von guten Erträgen sprechen. "Bei Fulda handelt es sich um ein Spätdrusch-Gebiet, somit konnten wir die Regenphase nutzen und haben keine Probleme mit unserer Qualität", erklärte der Erste Vorsitzende. So lieferte die Gerste gute bis sehr gute Erträge. Auch Raps, Weizen und Roggen schafften eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Ausbeute. Ein Problem seien allerdings die Ackerbohnen. "Sie verbrauchen viel Wasser und trotz des Regens erreichten wir einen unterdurchschnittlichen Ertrag."

Max Balzter vom Karolinenhof kann von sehr guten Erträgen sprechen.

KBV-Vorsitzender Stefan Schneider
Doch nicht nur das Wetter stellt für die Landwirte immer wieder eine Bedrohung dar. Auch Schädlinge befallen die Pflanzen. So soll die Glasflügel-Zikade aus Südhessen dort Zuckerrüben, Rote Bete und Kartoffeln befallen. "Der Schädling ist bei uns zwar noch nicht aufgetaucht, aber das zeigt, welche Herausforderungen auf uns zukommen", relativierte Stefan Schneider. Dennoch kann der Landkreis Fulda überdurchschnittliche Erträge aufweisen - und so soll es weitergehen. "Mais und Kartoffeln stehen noch. Durch den Regen haben sie sich erholt. Sollte es also sturm- und hagelfrei bleiben, ist mit guten Erträgen zu rechnen." Ein wirklich positives Jahr für die Landwirte - oder etwa nicht?

KBV-Geschäftsführer Sebastian Schramm.

Die Gäste nutzten die Möglichkeit, Fragen und Anregen anzusprechen.
"Landwirtschaft erhält immer mehr Zuspruch"
"Trotz der überdurchschnittlichen Ernteerträge lässt sich ein schlechter Gewinn verzeichnen", so der Vorstandsvorsitzende. Geschäftsführer Sebastian Schramm sehe unter anderem im Rückgang von Schweinen - auch durch verschiedene Krankheiten - das Problem. "Es wird weniger Futter verkauft. Es sind zwar Preissteigerungen zu erkennen, aber nicht das, was man braucht." Dennoch bleibt er zuversichtlich: "Trotzdem hat sich schon einiges verbessert und die Arbeit der Landwirtschaft erhält immer mehr Zuspruch."
Daran ist der Kreisbauernverband nicht unschuldig. "Wir wollen die landwirtschaftliche Arbeit an die Bevölkerung bringen, um die Wertschätzung weiter zu steigern. Die Bevölkerung zeigt verstärktes Interesse. Wir befinden uns also auf einem sehr guten Weg." Oftmals verdrängt man die Bedeutung hinter den alltäglichen Dingen, wie das frische Brot vom Bäcker. Umso wichtiger, dass wir zuhören und das wertschätzen, was wir als selbstverständlich wahrnehmen. (mis) +++