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Der neue Landgerichtspräsident Dr. Patrick Liesching kann sich mit dem Attribut 'Leuchtturm' arrangieren - Alle Fotos: Martin Engel

FULDA Viel Lob, aber auch Gelächter

Neuer Gerichtspäsident: "Besser Leuchtturm genannt werden, als Armleuchter!"

09.09.25 - Die Verabschiedung des bisherigen Fuldaer Landgerichtspräsidenten Dr. Jochen Müller und die offizielle Amtseinführung seines Nachfolgers Dr. Patrick Liesching in der Kapelle des Fuldaer Vonderau-Museums am Montag gestaltete sich feierlich und würdevoll. Es wurde von allen Rednern viel Lob ausgeteilt, sowohl für den scheidenden als auch für den neuen Gerichtspräsidenten. Auch die Schönheit Fuldas im allgemeinen, die der barocken Kapelle des Vonderau-Museums im Besonderen und die Qualität der Fuldaer Justizbehörde fanden lobende Erwähnung.

Dr. Jochen Müller wurde offiziell verabschiedet

Der Vizepräsident des Landgerichts Jörg Latsch

Neuer und alter Gerichtspräsident mit Justizminister Christian Heinz

Aber es gab während der Feier auch jede Menge Gründe für herzhaftes Gelächter. So hielt der Vizepräsident des Landgerichts, Jörg Latsch, seine Begrüßung betont kurz. Seine Begründung: Es gehe das Gerücht, dass Amtswechselfeiern umso länger dauerten, je provinzieller das Gericht sei. Der hessische Justizminister Christian Heinz beeilte sich, dem sofort zu widersprechen. "Unter dem barocken Himmel Fuldas kommen wir lieber zusammen, als in einer nüchternen Mehrzweckhalle. Wir kommen gern aus Wiesbaden, weil es hier schön ist", bekräftigte er.

Für den Gerichtsstandort Fulda habe sich seinerzeit der damalige Oberbürgermeister Cuno Raabe mit Erfolg eingesetzt und diese Erfolgsgeschichte sei auch unter dem 12. Präsidenten des Landgerichts, Dr. Jochen Müller fortgesetzt worden. Dr. Müller sei ein sympathischer Mensch mit freundlichem Auftreten und wie sein Nachfolger ein angenehmer Gesprächspartner, so der Minister. Dr. Liesching habe es, obwohl er ursprünglich aus Stuttgart stamme, immer wieder an seinen neuen Heimatort Fulda zurückgezogen. "Beide sind Sie Leuchttürme der Justiz - nicht nur, weil Sie beide sehr groß sind!", konstatierte Christian Heinz.

Polizeipräsident Michael Tegethoff und Landtagsabgeordneter Thomas Hering ...

"Leuchtturm besser als Armleuchter"

Der so gelobte Dr. Liesching konterte daraufhin trocken: "Ein Leuchtturm genannt zu werden ist allemal besser als Armleuchter!" und hatte die Lacher auf seiner Seite. Er machte Fulda ebenfalls Komplimente, das sei eine der schönsten Städte in Hessen, deshalb sei er immer wieder hierher zurückgekehrt. "Hier ist die Welt zum Gutteil noch in Ordnung, man kennt sich, es gibt kurze Wege und man spricht direkt miteinander, wenn es Probleme gibt", so Liesching. Sein Dank galt allen voran seinem Vorgänger, der ihm ein wohl bestelltes Haus übergeben habe.

Dieser nutzte seine Redezeit ebenfalls für Dankesworte an die Fuldaer Justizfamilie, die es ihm leichtgemacht habe, sich hier heimisch zu fühlen und seine Aufgaben zu erfüllen. Dr. Müller gab aber auch seiner Sorge um den Fortbestand des Rechtsstaates Ausdruck, dessen teilweise Erosion durch Demokratiefeinde ihn auch in seinem Ruhestand umtreibe. Gegen diese Bedrohung gelte es Resilienz und Haltung zu entwickeln. Dr. Müller mahnte auch verbesserte Rahmenbedingungen für die Justiz an und führte die mangelhafte Unterbringung der Behörde ins Feld. Der Leidensdruck der Mitarbeiter durch die bekannten Unzulänglichkeiten des Baus sei groß und der richterlichen Arbeit unwürdig, so Dr. Müller.

Für den Richter- und Personalrat sprach Richter Joachim Becker. Dies sei bereits seine siebte Amtswechselfeier. Dr. Müller habe in seiner Amtszeit Verlässlichkeit und Vertrauen geschaffen und positive Maximen vertreten. "Bei ihm hieß es: 'Geht nicht, gibt's nicht', er hat immer erfolgreich nach Wegen und Lösungen gesucht. So hat er eine dritte Strafkammer eingerichtet und wir hatten noch nie so viele Richterinnen und Richter auf Probe", lobte Becker. "Wer abends aus der Wiesenmühle kam, konnte in Dr. Müllers Dienstzimmer noch Licht brennen sehen". Auf Dr. Liesching komme unter anderem der flächendeckende Einsatz der E-Akte und der bevorstehende Umzug in die "Interimsbaracke" zu. Für beide Vorhaben sagte Richter Becker volle Unterstützung der Mitarbeiter zu, die sich auf die Zusammenarbeit freuten. Nach dem offiziellen Teil waren die Gäste zum Umtrunk in die "Alte Schule" eingeladen. (ci)+++

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