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Die Stadtkirche in Bad Hersfeld ist "sicher" vor finanziellen Kürzungen der Landeskirche - Archivbild: O|N/Moritz Rös

BAD HERSFELD Landeskirche muss sparen

Weniger Kirchen im Kreis: Sonder-Synode beschließt die "grüne" Liste

12.09.25 - In Zeiten knapper Kassen müssen auch die Kirchen den Gürtel noch enger schnallen. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck will deshalb die Finanzierung von Gebäuden deutlich einschränken. Maximal 30 Prozent aus dem Bestand sollen künftig in den Genuss der finanziellen Unterstützung der Landeskirche kommen.

Konkret bedeutet dies, dass die einzelnen Pfarreien sehen müssen, ob und wie sie ihre Kirchen, Pfarrwohnungen und Gemeindehäuser weiter betreiben können. Bis Anfang 2026 sollen die Kreise der Landeskirche eine Liste vorlegen.

Sonder-Synode am Mittwoch am Mittwochabend im Gemeindehaus in Johannesberg (Bad ...Fotos: Hans-Hubertus Braune

Die evangelische Kirche in Niederaula bekommt weiterhin Geld von der Landeskirche ...Archivbild: O|N/Hans-Hubertus Braune

Die evangelische Kirche in Eichhof (Bad Hersfeld) soll bereits verkauft werden ...Archivbild: Kirchengemeinde Asbach-Eichhof

Bei der Frühjahrssynode im Jahr 2024 wurde beschlossen, dass 30 Prozent der Gebäude weiterhin bezuschusst werden. 40 Prozent sollen umgenutzt und 30 Prozent veräußert werden. Daraus resultiert ein Ampel-System. Im Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg wurde eine Lenkungsgruppe unter dem Vorsitz von Präses Reinhard Kerst gegründet. Martina Röhricht von der Fachbereichsleitung Bau/Liegenschaften im Kirchenkreisamt und der Vorsitzende vom Bauausschuss Pfarrer Thomas Funk stellten die Listen vor.

Pfarrer Thomas Funk

Die einzelnen Bereiche im Landkreis wurden zunächst in Kooperationsbezirke unterteilt, Vorschläge erarbeitet und dort die Einsparmaßnahmen beraten. Während einer Sonder-Synode am Mittwochabend im Gemeindesaal von Johannesberg wurde die "grüne" Liste letztlich mit großer Mehrheit beschlossen. Von 123 Vertretern waren 78 anwesend. Die Kooperationsbezirke wurden zunächst einzeln abgestimmt, abschließend als Gesamtliste mit vereinzelten Enthaltungen.

Zukunft von 40 Gebäuden ist ungewiss

Für den Kooperationsbezirk Hersfeld-Mitte bedeutet dies beispielsweise: Von 61 Gebäuden bleiben 21 übrig. Die Zahl der Kirchen verringert sich von 23 auf 13 (Stadtkirche, Martinskirche, Matthäuskirche, Auferstehungskirche, in Petersberg, Kathus, Asbach, Friedlos, Mecklar, Beenhausen, Niederthalhausen, Ersrode und Tann), die Gemeindehäuser reduzieren sich auf drei an der Stadtkirche, Johannesberg und der Auferstehungskirche.

Was mit den übrigen Gebäuden geschieht? Das ist unklar. Während der Sonder-Synode wurde kritisiert, dass die Vorgaben der Landeskirche aktuell viel zu schwammig und unklar seien. Eine weitere Kategorisierung in "Gelb" und "Rot" soll zunächst nicht vorgenommen werden, zumal die Wahlperiode in Kürze endet. Vor der Frühjahrssynode im kommenden Jahr werde sich in diesem Bereich nichts ändern.

"Wir sind nicht da, wo wir sein wollen"

Wie sieht es mit der Residenzpflicht aus, dem Umgang mit dem Baulastkapital, dem Denkmalschutz, Rücklagen, Verkehrssicherungspflicht, Bewirtschaftung und der Zuweisungssystematik? Die Sonder-Synode sandte deutliche Kritik an der Umsetzung der Sparmaßnahme in Richtung der Landeskirche. Pröpstin Sabine Kropf-Brandau zeigte Verständnis: "Wir sind nicht da, wo wir sein wollen", sagte sie und warb um "Barmherzigkeit für ihre Landeskirche" und eine gewisse "Fehlerfreundlichkeit", die Mitarbeiter täten alles, um die Situation zu meistern.

Pröpstin Sabine Kropf-Brandau

Präses Reinhard Kerst

Hintergrund der Sparmaßnahmen sind rückläufige Mitgliederzahlen und das damit verbundene geringere Aufkommen an Kirchensteuermittel. "Es geht ums Geld", machte Funk deutlich. Dies bedeute jedoch nicht das "Aus" für die Gebäude. Präses Reinhard Kerst rief zur "Hilfe für Selbsthilfe" auf. Auch in anderen Regionen werden Kirchen oder Gemeindehäuser verkauft beziehungsweise erfahren eine neue Nutzung.

Die Synodalen wollen eine Offenheit für neue Nutzungskonzepte in den Gemeinden, sowie eine Betonung auf Motivation und Gemeinschaftssinn statt ausschließlichem Fokus auf Gebäudereduktion. Letztlich geht es jedoch darum: "Vor Ort handeln oder die Tür zumachen" - so wie nahezu überall. (Hans-Hubertus Braune) +++


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