
Nichts für Weicheier – das beweist einmal mehr die spektakuläre Rennserie der Deutschen Rallycross-Meisterschaft (DRX). - Fotos: goa
SCHLÜCHTERN
Großes Rallycross-DM-Finalwochenende
Daniel Habicht: Samstag Tagessieg, Sonntag Klassensieg?
05.10.25 - Nichts für Weicheier – das beweist einmal mehr die spektakuläre Rennserie der Deutschen Rallycross-Meisterschaft (DRX). Nach einer spannenden Saison biegt die Serie an diesem Wochenende am Ewald-Pauli-Ring in Schlüchtern-Hohenzell mit zwei Rennen in die Zielkurve ein. Zwei osthessische Fahrer traten mit unterschiedlichen Chancen auf den Klassensieg mit ihren Boliden an: Titelverteidiger Daniel Habicht aus Wartenberg-Angersbach in der Klasse N1 und Sven Zimmer in der Klasse DRX 4. Der eine holte sich den Tagessieg und will am Sonntag nach den Sternen greifen, der andere haderte mit der Technik, speziell der Antriebswelle.
Der Vorsitzende des MSC Schlüchtern, Harald Köpf, freute sich über die erstaunliche Zahl von 78 gemeldeten Startern. Weniger erfreut dürfte er über das Samstagswetter gewesen sein, denn graues, beständiges Regenwetter beherrschte die Szenerie bis in den Nachmittag hinein – so mancher Motorsportfan wird den Weg zur Rennstrecke wohl auf den Sonntag verschoben haben. Die hartgesottenen Rallycrossfans rund um die Strecke sollten ihr Kommen aber nicht bereuen, denn die Pilotinnen und Piloten boten ein würdiges Finalwochenend-Racing mit heißen Drifts, Blechkontaktsport und fairen Positionskämpfen. Im Rahmenprogramm sorgten gleich zwei Fahrzeuggattungen für Aha-Momente: die Mini-Crosscart-Buggies der kleinsten Piloten, die ab 8 Jahren gesteuert werden dürfen, und als krasser Kontrast drei Renntraktoren aus Österreich, die bei 24-Stunden-Rennen antreten. Die Zuschauer waren begeistert.

Daniel Habicht auf der Strecke: Tagessieg in der Klasse N1 Fotos: goa

Habicht (links) im Fahrerlager mit dem Lauterbacher Alexander Rehberg
Zimmers Wechselbad der Gefühle
Der Großenlüderer Sven Zimmer war, auf Platz 2 der DRX4-Klassenwertung, in noch aussichtsreicher Position nach Schlüchtern gekommen. Der Samstag spülte ihn in den drei Qualifikationsläufen und dem Finaldurchgang durch viele Emotionslagen: Es lief erst gut, dann zwang ihn die defekte Antriebswelle zum Parken des Autos. Zimmer und sein Team behob den Schaden blitzschnell – im dritten Lauf raste er souverän als erster über die Ziellinie. Doch die Freude währte nicht lange: im Finale trat der gleiche Fehler wieder auf. Damit platzten die Ambitionen für den 1. Platz in der Gesamtwertung wie eine Seifenblase, der Rückstand ist am letzten Renntag, dem Sonntag, nicht mehr aufzuholen. Zimmer ist Sportsmann durch und durch: "Ich fahre am Sonntag trotzdem am Limit, ich will da nochmal richtig Spaß haben!"

Der chinesische XC-Pilot Haotin Deng mit Trainer und Ex-Champion Rolf Volland ...

Sven Zimmer, Großenlüder
Die Gier und Kunst des "doppelten Habichts"
Aufmerksame Zuschauer werden sich beim Namen "Daniel Habicht" Augen und Ohren gerieben haben. Der für den ADAC-Hessen-Thüringen startende Vogelsberger Titelverteidiger der Klasse N1 trat nicht nur mit seinem BMW 120i an, sondern zum Ausprobieren eines anderen Autos auch in der Klasse N2 mit einem absolut serien-entsprechenden 318is – nur eine andere Klasse lag mit ihrem Rennen zwischen den beiden Habicht-Auftritten. "Zwei so unterschiedliche Autos mit komplett anderem Fahrverhalten direkt nacheinander, dieses Umswitchen im Kopf war schon extrem anstrengend – aber das hat echt auch Spaß gemacht", so Habicht. Mit dem 3er schaffte er es trotz Getriebeschwierigkeiten vom letzten noch auf den vierten Platz. Für größte Freude sorgte aber der Tagessieg in der so wichtigen Klasse N1: "Mir fehlt nur noch ein Punkt am Sonntag zum Klassensieg!"
Cross-Cart-Fahrer aus China
Einen tollen internationalen Fabtupfer brachte der chinesische XC-Fahrer Haotian Deng in die 2025er-Saison. "Er fuhr bisher nur Cart, nun ist er bereits vierter in der Meisterschaft", sagt sein Trainer und Entdecker Rolf Volland aus dem fränkischen Hilpoltstein. Er schreibt Deng noch viel Potenzial zu – und muss es wissen: Volland ist 14facher deutscher Meister und dreifacher Europameister im DRX und Autocross.
OSTHESSEN|NEWS berichtet am Montag vom Verlauf des abschließenden Sonntags-Renntages aus Sicht der beiden Osthessen Habicht und Zimmer. (goa) +++