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Bogdan Mircea, Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, kennt die Risiken einer Thrombose. - Fotos: Maria Franco

HÜNFELD Zum Welt-Thrombose-Tag

Gefäßchirurg Mircea: "Wer sich im Alltag bewegt, tut seinen Venen etwas Gutes"

13.10.25 - Eine oft unterschätzte Gefahr: Zum Welt-Thrombose-Tag am 13. Oktober macht Bogdan Mircea, Chefarzt der Gefäßchirurgie in der Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld (Kreis Fulda), auf Symptome, Risiken und Vorsorgemöglichkeiten aufmerksam. Gegenüber OSTHESSEN|NEWS erklärt er: "Die Erkrankung hat hohes Potenzial, einen ungünstigen Verlauf zu nehmen - sie kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Deshalb ist Aufklärung umso wichtiger."

Bei einem Pressetermin im Juni 2025 stellte sich das Team der Gefäßchirurgie vor. ...Archivfoto: O|N/Moritz Pappert

Thrombosen gehören zu den drei häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland - und sind keineswegs selten. Rund jeder 1.000. Mensch in Deutschland erkrankt jährlich daran. "Herzinfarkt und Schlaganfall sind jedem ein Begriff. Aber dass auch Thrombosen ein großes Gesundheitsrisiko darstellen, ist in der Bevölkerung noch nicht ausreichend bekannt", stellt der 59-Jährige fest. Er ist seit einem Jahr in der Hünfelder Helios-Klinik tätig. Parallel dazu hat er seit 2022 die ärztliche Leitung der Helios MVZ Oberwald in Freiensteinau (Vogelsbergkreis).

Gerinnsel können sich lösen

Sollten Beschwerden auftreten, kann ein Venen-Spezialist, wie etwa ein Phlebologe, ...Foto: user17960589 - Freepik.com

Die Helios St. Elisabeth Klinik in Hünfeld (Kreis Fulda). Mircea ist in der Abteilung ...

Das Gefäßsystem im Überblick.

Eine Thrombose ist die Bildung eines Blutgerinnsels - meist in den tiefen Venen der Beine. "Die Gerinnsel verstopfen praktisch die Gefäße. Der Rückstrom des Blutes zum Herzen wird verhindert", so der Experte. Die gefährlichste Komplikation: "Löst sich ein Teil des Gerinnsels und gelangt in den Blutstrom, kann es zu einer Lungenembolie führen. Das ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Ist sie fulminant, also besonders schwerwiegend, sind die Überlebenschancen gering." Auch bei überstandener Embolie drohen Langzeitschäden, wie eine Herzinsuffizienz.

Diffuse Warnzeichen – Beschwerden ernst nehmen

Patienten, die bereits eine Thrombose hatten, sollten regelmäßig zur Kontrolle. ...Foto: rosshelenphoto - Freepik.com

Die Symptome sind mitunter unspezifisch, "aber eindeutig genug, dass man wenigstens an eine Thrombose denken sollte". Zunehmende Schwellung, Schwere- oder Spannungsgefühl, Überwärmung oder gerötete Hautstellen können erste Warnsignale sein. "Das sind eventuell Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt. Hier ist eine ärztliche Abklärung unbedingt notwendig", weist der Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie hin. Für die Diagnostik kommt der Ultraschall zum Einsatz. Zusätzlich hilft eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der sogenannten D-Dimere.

Das sind einige der Risikofaktoren

Die Erkrankung kann Menschen jeden Alters treffen. "Statistisch treten sie zwar häufiger im höheren Lebensalter auf - insbesondere jenseits des 80. Lebensjahres -, doch grundsätzlich bleiben auch Jüngere nicht verschont." Die Ursachen sind vielfältig und lassen sich in zwei Kategorien einteilen.

Foto: magryt - Freepik.com

Zu den dispositionellen Faktoren zählen genetische Veranlagungen wie Thrombophilie und das Faktor-V-Leiden. In einer Gerinnungsambulanz können die entsprechenden Werte überprüft werden. Übergewicht, Krebserkrankungen, aber auch hormonelle Einflüsse bei Frauen stellen ein erhöhtes Risiko dar, sei es mit Blick auf die Verhütung, Schwangerschaft oder Geburt. Zu den äußeren Umständen - den expositionellen Risiken - gehören längere Bettlägerigkeit bzw. Immobilität, wie sie nach einem Unfall oder einer Operation auftreten, sowie Langstreckenflüge.

Therapiemöglichkeiten heute: Kompressionstherapie und Antikoagulation

Kompressionsstrümpfe sind ein Hilfsmittel. Foto: New Africa - Freepik.com

"Statistisch treten sie zwar häufiger im höheren Lebensalter auf – insbesondere ...

Laut dem Venen-Experten wird nach einer Diagnose auf eine Kompressionstherapie (medizinische Strümpfe) und Blutverdünnung (Antikoagulation) gesetzt. "Das ist der Standard in der Behandlung heutzutage. Die Medikamente werden mindestens drei Monate eingenommen, danach wird individuell geschaut. In manchen Fällen ist, wie bei Thrombosen in der Becken- oder Hohlvene, auch eine operative Entfernung des Gerinnsels erforderlich", so Mircea. Ziel sei es, durch schnelles Handeln das postthrombotische Syndrom zu verhindern. "Es ist eine Spätfolge, bei der verbleibendes Narbengewebe die Venenklappen dauerhaft beschädigt."

Das kann jeder für seine Venengesundheit aktiv tun

Ein einfacher Spaziergang bewirkt Wunder im Alltag, ist sich der Chefarzt sicher. ...

Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist Vorsorge entscheidend. Schon kleine Veränderungen im Alltag können einen positiven Effekt auf die Venengesundheit haben. "Es ist ganz einfach: Regelmäßige Bewegung zeigt große Wirkung. Dafür reicht Spazierengehen bereits vollkommen aus", rät Chefarzt Mircea. Wer berufsbedingt lange sitzt oder steht, kann durch einfaches Wippen mit den Zehenspitzen helfen, die sogenannte Muskelpumpe zu aktivieren. "Kompressionsstrümpfe sind unterstützend sinnvoll, ersetzen aber keine Bewegung."

Bei Verdacht sollte keine Zeit verloren werden. Ein spezialisierter Arzt, zum Beispiel ein Phlebologe, ist hier gefragt. Wer auf der Suche nach Austausch, Unterstützung und Aufklärung ist - gerade unter jungen Menschen - findet auf dem Instagram-Account "diagnose_thrombose" eine wichtige Anlaufstelle. (Maria Franco) +++


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