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Elisabeth Miller leitet das DRK-Sozialkaufhaus "Jedermanns". Für sie ist es immer wieder schön, in Kontakt mit Menschen zu treten. - Fotos: Maria Franco

FULDA DRK-Sozialkaufhaus "Jedermanns"

Mit Weltblick: Elisabeth Miller (80) in "Fuldas größter Tupperwarenecke"

25.10.25 - Ihre Lebensgeschichte ist so international und bunt wie ihre Kundschaft: Elisabeth Miller ist das Gesicht des DRK-Sozialkaufhauses "Jedermanns - Möbel & Mehr" in der Robert-Kircher-Straße in Fulda. Für die Leiterin ist es definitiv Herzenssache. "Mir macht es einfach Freude, mit Menschen zusammen zu sein", sagt sie und fügt schmunzelnd hinzu: "Sonst würde ich nur zuhause sitzen und stricken - wobei meine vier Enkelkinder mich ohnehin ganz schön auf Trab halten."

Das Sozialkaufhaus befindet sich in der Robert-Kircher-Straße in Fulda. ...

Die 80-Jährige macht ihre Arbeit gerne. Bereits in der Vergangenheit hat sie sich ...

Hier gibt es für Männer, Frauen und Kinder reichlich zum Stöbern.

Ursprünglich kommt die heute 80-Jährige aus Weyhers in der Gemeinde Ebersburg (Landkreis Fulda). "Schon recht früh wurde mir das alles hier zu eng, ich musste raus in die Welt. Amerika war mein Traum - also brachte ich meine Englischkenntnisse auf Vordermann", erklärt Miller im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Mit Anfang 20 arbeitete sie am Frankfurter Flughafen. Dort lernte sie ihren späteren amerikanischen Arbeitgeber kennen. Er habe damals zu ihr gesagt: "Du bist genau das Mädel, das ich brauche - furchtlos gegenüber dem Fremden und sprachlich versiert." Sie wagte das Abenteuer und nahm das Angebot an. Die Agentur sorgte im Auftrag des amerikanischen Militärs dafür, dass Soldaten rund um den Globus ihre Einsatzorte erreichten. Später war sie für die Porzellanmanufaktur Rosenthal als Verkaufsleiterin in Nordamerika tätig.

Soziale Ader durch und durch

Die Kinderecke.

Das 15-köpfige Team bringt ganz individuell seine Stärken ein.

Eine große Auswahl an Klamotten gibt es vor Ort.

Die Ware vor Ort kommt von Spenden.

Das "Jedermanns" gibt es seit 2016.

Wer musizieren möchte, findet hier ebenfalls die passende Ware.

Dass sie seit dem 1. April dieses Jahres im "Jedermanns" mitwirkt, verdankt sie vor allem ihrem langjährigen sozialen Engagement. Zunächst organisierte sie mit anderen Helfern ehrenamtlich Spenden für Menschen aus Rumänien - "es kamen im Jahr bis zu 300 Bananenkisten voll Klamotten zusammen". Die Flüchtlingswelle 2015 aus Syrien und Afghanistan führte sie schließlich auf den Michaelshof in der Rhön. "Da habe ich eigenverantwortlich aus einem unbenutzten Kellerraum eine Art kleine Boutique gemacht", erinnert sie sich. Allerlei Haushaltswaren wie Porzellan, Besteck, Handtücher, Kaffeemaschinen brachte sie unter, stets geordnet und liebevoll sortiert. "Zehn Jahre lang bin ich jeden Mittwoch dahingefahren - die Leute standen schon im Hof und warteten auf mich. Es war erfüllend. Sie hatten mit mir jemanden, der keine Angst hatte vor dem Unbekannten. Meine beruflichen Reisen hatten mich nachhaltig geprägt." Als die von Grümel betriebene Flüchtlingsunterkunft in Unterbernhards zum 30. April 2025 schließen musste, kam die DRK-Leitung Anfang des Jahres auf sie zu, um sie für das "Jedermanns" zu gewinnen. "Sie waren komplett von den Socken, was ich da 'in the middle of nowhere' aufgebaut hatte."

Miller hat beruflich bedingt viel von der Welt gesehen - und hat einiges zu berichten. ...

Ein Kaufhaus mit Herz - Name "Jedermanns" ist Programm

Das Sozialkaufhaus gibt es bereits seit November 2016 (O|N berichtete). Von gebrauchten Möbeln, Porzellan- und Keramikgeschirr, Kleidung, Deko-Artikeln bis hin zu Spielsachen bietet der Laden eine breite Auswahl an Dingen des alltäglichen Bedarfs. Doch es ist weitaus mehr. "Es ist eigentlich eine soziale Zentrale", stellt die Chefin des DRK-"Jedermanns" heraus. Das eingespielte 15-köpfige Team bringe seine Stärken individuell ein. "Man wird hier freundlich begrüßt, kann sich hinsetzen und quatschen - manchmal ist es auch ein Beichtstuhl". Stammkunden finden täglich ihren Weg hierher. Die angebotenen Waren basieren auf Spenden. Nicht selten bringen Haushaltsauflösungen wahre Retro-Schätze zum Vorschein. "Wir haben tolle Sachen, die man in manchen Läden in ganz Fulda nicht mehr bekommt", berichtet Miller stolz. Gleichzeitig betont sie: "Wir setzen auf Qualität. Wir sind keine Lumpensammler, Abfall hat bei uns nichts zu suchen!" Das Konzept richtet sich an Menschen und Familien mit geringem Einkommen, "aber wie der Name schon sagt, jeder ist hier herzlich willkommen".

Die Öffnungszeiten.

Spenden werden gebracht.

Hier findet man oftmals wahre Schätze.

Alles wieder geordnet an seinen Platz.

Miller blickt zufrieden auf den Verkaufsraum. "Ich glaube, wir haben ein kleines, feines Kaufhaus zusammengebracht - mit wunderbaren Mitarbeitern. Ich war zwar mein ganzes Leben im Vertrieb und Verkauf, aber das allein macht es nicht aus. Es sind die Begegnungen, Beziehungen und emotionalen Geschichten, die wirklich zählen." Und wenn sie eins in ihrem Leben gelernt hat, dann das: "Ein Lächeln kostet nichts und öffnet viele Türen." (Maria Franco) +++

Bei den Spenden wird auf Qualität gesetzt.

Auch Schallplatten gibt es hier.

"Quelle" war übrigens früher in dem Gebäude.

Von gebrauchten Möbeln, Porzellan- und Keramikgeschirr, Kleidung, Deko-Artikeln bis hin zu ...


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