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Die Wohnanlagen in der Fliedener Katharinenstraße 10 bis 16 haben bessere Zeiten gesehen - O|N-Archivbilder

FLIEDEN Ein Lichtblick für die Mieter!

Maroder Wohnkomplex Katharinenstraße hat endlich neuen Eigentümer

25.10.25 - Es war lange Zeit eine aussichtslose Situation für die Bewohner der heruntergekommenen Wohnblocks in der Fliedener Katharinenstraße 10 bis 16. Im Januar vor zwei Jahren mussten wir das erste Mal über die bedauernswerten Mieter in diesen Wohnungen berichten, die bei Eiseskälte ohne Heizung in ihren Wohnungen saßen, weil sich der Vermieter keinen Deut um seinen Besitz kümmerte und kein Gas mehr geliefert wurde. Die verwahrlosten Wohnanlagen gehörten damals der Plan B Private Capital GmbH, die weitere marode Mietshäuser mit hunderten Wohnungen in Hessen besaß, deren Mieter ohne Heizung und warmes Wasser, dafür mit Schimmel an den Wänden leben mussten. Dieser Skandal um einen verantwortungslosen Eigentümer, der sich ins Ausland abgesetzt hatte, nimmt jetzt endlich eine positive Wendung.

Der Zustand der Fenster

Noch ist die Nachricht ganz frisch, selbst die meisten Mieter werden die gute Neuigkeit zuerst von OSTHESSEN|NEWS erfahren: Der Grundstücksverkauf ist abgewickelt, die Unterschriften unter den Kaufvertrag sind geleistet und die Besitzübergabe stehe unmittelbar bevor. Das Wichtigste: Der neue Eigentümer ist sich - anders als sein Vorgänger - auch darüber bewusst, dass umfangreiche Sanierungsarbeiten an allen drei Wohnblocks unumgänglich sind. Vor allem das teure Heizen mit Strom, auf das die verbleibenden 15 Mietparteien in den rund 30 Wohnungen dort zwangsläufig umstellen mussten, sollte wieder mit dem günstigerem Gas möglich sein. Angesichts der in vielen Wohnungen herrschenden Schimmelprobleme und vieler weiterer Mängel sind bereits viele Mieter ausgezogen.

Der Käufer der Anlage ist ein mittelständisches Immobilienunternehmen in Baden-Württemberg. Deren Geschäftsführer bestätigte auf unsere Nachfrage, bereits in engem Austausch mit der Gemeinde Flieden zu stehen und einen Gesprächstermin mit Bürgermeister Christopher Gärtner und dem Baudezernenten vereinbart zu haben. Die Immobilien-Firma, die die Fliedener Gebäude vom Insolvenzverwalter gekauft hat, besitzt und verwaltet nach eigenen Angaben über 3.000 Wohneinheiten - in Rheinland-Pfalz, aber auch dem übrigen Bundesgebiet vorwiegend im sozialen Wohnungsbau.

"Ich hoffe sehr, dass wir jetzt endlich mit den überfälligen Sanierungsarbeiten rechnen können", sagt einer der verbliebenen Mieter der Wohnanlage. Der 70-Jährige muss momentan ebenfalls mit Strom heizen und sein Wasser per Durchlauferhitzer erwärmen, weil der alte Besitzer die an ihn von den Mietern gezahlten Gasumlagen nicht weitergegeben, sondern unrechtmäßig behalten hatte. Um Geld zu sparen, hatte er nicht ausreichend heizen können und deshalb ebenfalls mit Schimmel zu kämpfen gehabt. "Ich habe die Schimmelbildung aber erfolgreich bekämpft und die Wohnung auf eigene Kosten komplett renoviert", sagt er. Für ihn und die verbleibenden Mieter gibt es jetzt jedenfalls Anlass, auf Besserung zu hoffen. (Carla Ihle-Becker)+++


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