23.10.25 - Die VR Bank Fulda und die VR Bank Main-Kinzig-Büdingen haben bereits Ende September eine Fusion zur neuen VR RegionalBank angekündigt (OSTHESSEN|NEWS berichtete). Das sorgte für viel Aufsehen: Mit einer Bilanzsumme von rund 6,7 Milliarden Euro und etwa 880 Mitarbeitenden soll so eine der führenden Genossenschaftsbanken in Hessen entstehen. Ziel der Fusion ist es, durch gebündelte Kräfte und regionale Verankerung ein verlässlicher und innovativer Partner für Mitglieder, Kunden und Mitarbeitende zu bleiben.
O|N hat beim Vorstandsteam der VR Bank Fulda nachgehakt: Wie kam es zu der Entscheidung, wann wird die Fusion in Kraft treten oder wer sitzt überhaupt im Aufsichtsrat?

Der Vorstand der VR Bank Fulda: Thomas Sälzer (Vorstandssprecher), Frank Mackenroth, ...Foto: VR Bank Fulda
Strategische Zukunftsausrichtung - technische Fusion im Herbst 2026
Die einstimmige Zustimmung der Aufsichtsräte beider Banken Fusionsgespräche aufzunehmen, erfolgte am 23. September 2025, die Gespräche begannen aber bereits im Juni 2025. "Bis heute haben wir eine Wegstrecke sehr intensiver Sondierungen zurückgelegt. In den Erstgesprächen standen Unternehmenskultur, Strategien und ein gemeinsames Führungsverständnis im Vordergrund. Im weiteren Verlauf ging es um Zahlen und Fakten. Das Ergebnis: Beide Banken sind in Struktur und Unternehmenskultur sehr ähnlich", so das Presse-Statement. Die Beschlussfassung soll derweil in den Vertreterversammlungen im Frühjahr 2026 erfolgen. "Der rechtliche Zusammenschluss ist rückwirkend zum 01. Januar 2026 geplant. Die technische Fusion wird im Herbst 2026 vollzogen."
Das bedeutet dann: In Teilprojekten werden die beiden Häuser in Strategie, Struktur und Organisation, Kultur und Technik zusammengeführt. Die Standorte der beiden Banken bleiben von der Fusion aber unberührt. Die Mitglieder, Kundinnen und Kunden können alle Filialen und SB-Standorte nutzen. Ihre persönlichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bleiben. "Sie behalten ihre Entscheidungskompetenzen, was schnelle und flexible Entscheidungen vor Ort ermöglicht."

Sabine Haas ist neue Aufsichtsratsvorsitzende, Christoph Appel ihr Stellvertreter ...Foto: VR Bank Main-Kinzig-Büdingen

Die Beschlussfassung soll in den Vertreterversammlungen im Frühjahr 2026 erfolgen. ...Foto: VR Bank Main-Kinzig-Büdingen

Stefan Burkard soll stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der VR RegionalBank ...Archivfoto: O|N
Sabine Haas wird Aufsichtsratsvorsitzende, Stefan Burkard ihr Vertreter
Dem Vorstand sollen dann alle aktiven Mitglieder aus beiden Häusern gleichberechtigt angehören. Vorsitzende des Aufsichtsrats soll Sabine Haas aus der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen werden. Haas war bereits im Mai zur Aufsichtsratsvorsitzenden ernannt worden. Sie übernahm den Vorsitz von Roland Denecke, der nach langjähriger, erfolgreicher Tätigkeit aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat ausschied. Haas Stellvertreter bei der VR RegionalBank wird Stefan Burkard aus Fulda werden, der selbst seit Mai 2019 Aufsichtsratsvorsitzender der VR Bank Fulda ist.

Der Vorstand der VR Bank Main-Kinzig Büdingen: Lars Schurich, Petra Kalbhenn und ...Foto: VR Bank Main-Kinzig-Büdingen
Verwässerung der Verbundenheit zur Region?
Auf die Frage hin, wie man sicherstellen will, dass die Verbundenheit zur Region nicht verwässert, antwortete man:
"Wir sind überzeugt: Gemeinsam besitzen wir ideale Voraussetzungen, um den Wirtschaftsraum Fulda, Main-Kinzig-Oberhessen, Vogelsberg sowie Schmalkalden-Meiningen mit Finanzlösungen auf Top-Niveau zu begleiten. Wir können unsere Beratungsqualität ausbauen, digitale Angebote erweitern und gleichzeitig die Nähe zu den Menschen vor Ort leben. Damit sichern wir langfristig Stabilität, Wachstum und Mehrwerte. Die Fusion soll ein Gewinn für alle sein: für Mitarbeitende, Kundinnen und Kunden, Mitglieder und die gesamte Region."
Mit welchen Kosten man bei der Fusion rechne, und ob - und wenn ja, inwiefern Produkte, Webseite oder Social-Media-Kanäle neu gestaltet werden sollen, konnte die VR-Bank zum aktuellen Stand nicht final beantworten. (ms) +++ 