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Carla Riemenschneider erwarb an der Justus-Liebig-Universität Gießen ihren ersten akademischen Grad, den Bachelor of Science. Erfolgreich präsentiert sie Ihre wissenschaftliche Arbeit am FNU in Homberg (Ohm) mit ihren Prüfern Prof. Dr. Klaus Peter Ebke (rechts) und Lukas Kruckenfellner. - Foto: Privat

HOMBERG (OHM) Familientradition in der Wissenschaft

Vom Klassenzimmer zur Forschung: Lehrers Vermächtnis lebt im Labor weiter

23.10.25 - Eine bemerkenswerte Bildungsgeschichte hat im Vogelsbergkreis ihren ersten akademischen Höhepunkt erreicht: Carla Riemenschneider, die Enkelin des bekannten Naturschützers und Grundschullehrers Adolf "Dolf" Böhm, hat ihr Bachelorstudium im Bereich Umweltmanagement mit sehr gutem Erfolg abgeschlossen. Die junge Wissenschaftlerin präsentierte ihre Arbeit am Forschungszentrum Neu-Ulrichstein (FNU) in Homberg (Ohm), das eng mit der Geschichte ihres Großvaters verbunden ist.

Böhm hatte vor rund 50 Jahren als Lehrer und Naturschützer den Grundstein für das Ausbildungszentrum der Naturschutzjugend (AZN) gelegt, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feierte.

Ein Lehrer inspiriert Generationen

Bereits in den 1970er Jahren unterrichtete Adolf Böhm Biologie an der Grundschule in Kirtorf und leitete gleichzeitig die lokale Naturschutzgruppe. Einer seiner Schüler war Klaus Peter Ebke, der durch Böhm früh für die Biologie begeistert wurde. "Dolf Böhm begleitete die Ausbildung von Peter Ebke bis zur Diplomarbeit", heißt es in der Mitteilung. Über Jahrzehnte pflegten Lehrer und Schüler einen intensiven fachlichen Austausch – ein Dialog, der über Generationen hinaus Wirkung zeigen sollte.

Faszination Biologie – von der Familie geprägt

Auch Carla Riemenschneider wurde schon als Schülerin durch die Begeisterung ihres Großvaters für die Naturwissenschaften angesteckt. Während eines Praktikums am Forschungszentrum Neu-Ulrichstein lernte sie unter der Leitung von Peter Ebke die wissenschaftliche Arbeit kennen – und fand ihre Leidenschaft für Forschung und Umweltmanagement. Nach dem Abitur entschied sie sich für das Studium an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Dort traf sie erneut auf ihren Mentor von einst: Peter Ebke, inzwischen Professor im Fachbereich Umweltmanagement.

Wissenschaftliche Neugier mit praktischem Bezug

Im Rahmen ihres Studiums vertiefte Riemenschneider ihr Wissen im Bereich ökologischer Forschung und erhielt bereits als Studentin die Möglichkeit, an einem Experten-Workshop zur Bestimmung von Regenwurmarten teilzunehmen. Diese sogenannten Taxonomen, die sich auf die exakte Bestimmung von Tier- und Pflanzenarten spezialisiert haben, werden immer seltener – sind aber für die Forschung unverzichtbar.

Lob für wissenschaftliche Qualität und Engagement

"Ich freue mich, dass Carla mit Bravour in die Fußstapfen ihres Großvaters tritt", sagte Professor Peter Ebke anerkennend. Auch Lukas Kruckenfellner, Umweltwissenschaftler und Betreuer ihrer Bachelorarbeit, würdigte die Leistung: "Heute hat sie ihre erste wissenschaftliche Arbeit vorgestellt. Sie untersuchte, wie sich die unterschiedliche Bewirtschaftungsformen von Grünland auf Regenwurmpopulationen auswirkt." Er bescheinigte ihr ein "sehr gelungenes Arbeitspaket".

Der Weg ist noch nicht zu Ende

Für Carla Riemenschneider steht bereits fest, dass ihre akademische Reise weitergeht. "Ich studiere auf jeden Fall weiter und plane jetzt den Master of Science", erklärte sie überzeugt. Damit setzt sie die naturwissenschaftliche Tradition ihrer Familie fort und führt das Vermächtnis ihres Großvaters in die Zukunft. (pm/cb) +++


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