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REGION Man muss es nehmen, wie es kommt!

Wer hat an der Uhr gedreht? - Immer noch verwirrend: vor oder zurück?

26.10.25 - Alle Jahre wieder wird am letzten Wochenende im Oktober die Uhr umgestellt, dann wird es für rund eine Woche morgens etwas früher hell, dafür aber schon ab 17 Uhr stockdunkel und so bleibt es dann für ganze fünf düstere Monate - für Menschen mit Winterblues ist das bitter, auch wenn wir am Sonntag eine Stunde länger schlafen können.

Am Sonntag ist es wieder so weit - die Uhren werden umgestellt Fotos (5): Erik Spiegel

Schon vor fünf Jahren haben wir zur Zeitumstellung eine kleine Umfrage in Fulda gemacht. "Sagen Sie ganz spontan: wird die Uhr am Sonntag vor oder zurückgestellt?", lautete die simple Frage - und die Antworten waren abwechselnd richtig und falsch: Vor - zurück - vor - zurück ... Einer sagte: "Oh, das weiß ich nicht, da guck ich immer im Internet nach!" Und ein älteres Paar war sich in dieser Frage völlig uneinig und geriet vor der Kamera darüber gar in Streit.

Mit der Winterzeit ist der Herbst wirklich da

Wie unsere aktuelle Umfrage zeigt: Wenn man etwas Zeit zum Nachdenken hat, fällt den meisten Menschen die richtige Antwort aber wieder ein, denn es gibt ja die hinreichend bekannten Eselsbrücken. Wenn die Eisdiele die Stühle wieder zurückstellt, macht man das auch mit der Uhr. Analog geht das auch mit Garten- und Balkonmöbeln. Oder die Temperaturregel: im Frühlingen geht das Thermometer nach oben (vor), im Herbst nach unten (zurück). Oder man merkt sich die Vokale O und I. Im S-O-mmer nach v-O-rne, im W-I-nter nach h-I-nten. Am poetischsten ist die englische Variante: Spring forward, fall back ("Spring vorwärts, fall zurück") Wenn man weiß, dass 'Spring' Frühling und 'Fall' Herbst heißt, ist das wirklich gut zu merken.

Fotos (2): Paula Elm

Wollten wir das nicht abschaffen?

Und wer hat es erfunden? Auch daran erinnern sich die wenigsten der Befragten. Die Ölkrise war schuld. Die Zeitumstellung wurde am 6. April 1980 eingeführt. Die Absicht dahinter war, dadurch Energie einzusparen. Doch das ist statistisch eindeutig wiederlegt worden. Im Sommer wird zwar etwas weniger Strom für Licht verbraucht, weil es länger hell ist. Doch der Spareffekt wird dadurch wieder aufgehoben, dass im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt wird, weil es kühler ist.

Für empfindliche Menschen ist die Zeitumstellung jedes Jahr ein Graus, ihr Biorhythmus gerät aus dem Takt. Doch den meisten ist die Zeigergymnastik mittlerweile schlicht egal. "Das macht mein Handy automatisch", bemerkt einer der Befragten achselzuckend. Gab es nicht vor ein paar Jahren eine EU-weite Verbraucherbefragung dazu? Tatsächlich haben sich 2018 immerhin mehr als 80 Prozent der Teilnehmer für eine Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. Diese Kommissionsumfrage war mit 4,6 Millionen Teilnehmern die erfolgreichste in der EU-Geschichte. Doch genutzt hat das nichts. Es gab zwar einen entsprechenden Gesetzesentwurf, dem das EU-Parlament mehrheitlich zugestimmt hat. Doch der Europäischen Rat fand bis heute keine einheitliche Lösung zur Abschaffung der Zeitumstellung. Also genießen wir einfach die zurückgeschenkte Stunde am Sonntag und machen das Beste draus.(ci)+++


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