
- Archivfotos: O|N/ Carina Jirsch/Rene Kunze/Hans-Hubertus Braune
KOMMENTAR
Das U23-Länderspiel der Frauen
Der Hauch vom großen Fußball im Stadion: Da geht sicher mehr
26.10.25 - Um es vorwegzunehmen: Es war ein richtig schöner Fußballabend im Stadion der Stadt Fulda. Die lokale Organisation rund um das Spiel in Fulda war perfekt und verdient für alle Beteiligten ein riesiges Lob.
Ein Länderspiel vor der Haustüre gibt es ja auch nicht alle Tage. Als die Nationalhymnen von England und Deutschland über die Lautsprecherboxen ertönten, der Stadionsprecher die Aufstellungen, Tore und Auswechslungen in zwei Sprachen durchgeben musste und die schwarz-rot-gelben Fahnen wehten - das hatte schon was.
Noch dazu ein Flutlichtspiel. Die gut 3.100 Zuschauer sorgten für eine eindrucksvolle Kulisse. Trotz Schmuddelwetters, trotz der Liveübertragungen auf verschiedenen Kanälen vom altehrwürdigen Fernsehen bis hin zu den digitalen Plattformen gab es einen neuen Zuschauerrekord für ein Spiel der U23-Nationalmannschaft. Ausgerechnet bei uns in Fulda.
Nun könnte man sagen, wir haben ja sonst nichts an höherklassigem Fußball. Stimmt so nicht ganz. Auch die Regionalligamannschaft der Männer von der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz hat eine ähnliche Kulisse verdient. Als Fußball-Fan und vielleicht auch Nostalgiker wiederhole ich mich allerdings: So schön die neuen Kurven auch sind. Ich bleibe dabei, eine reine Fußball-Arena macht einfach mehr her und zieht ganz sicher auch noch mehr Fans an.
Und dann hätte sicher auch die La-Ola-Welle geklappt, welche die jungen Fans in der Kurve mehrfach anstimmten. Am Übergang zur Gegentribüne verkümmerten die Wellen im Erdhügel. Vielleicht sinnbildlich, dass so richtige Stimmung eher schwierig ist im weiten Rund.
Auffällig viele junge Leute waren im Stadion und sie hatten sichtlich Spaß am Spiel. Sie ließen sich ihre gute Laune auch vom Regen nicht vermiesen. Rein sportlich gesehen war zumindest die zweite Halbzeit nicht ganz so spannend. Zu überlegen war das deutsche Team gegen scheinbar leicht überforderte Engländerinnen. Den Fans war's egal.
Aber ein paar Dinge fand ich nicht so nice: Im Rahmen des Trainingslagers in Bad Hersfeld schottete der Deutsche Fußball-Bund das Team weitestgehend ab. Auch für die Presse war es nicht möglich, das Team zu besuchen und so von der Vorbereitung zu berichten. Der Empfang bei der Stadt Bad Hersfeld wurde ebenfalls ohne die Presse durchgeführt. Am Freitag gab es wohl eine Aktion mit Schülern aus Bad Hersfeld. Wissen wir nur zufällig. Da fragt man sich: Wieso? Für uns ganz sicher nicht entscheidend. Die Spielerinnen sollten sich mit vollem Fokus auf den Fußball konzentrieren. Das ist natürlich verständlich. Den engagierten Medienkolleginnen vom DFB vor Ort mache ich da überhaupt keinen Vorwurf. Schön, dass wir zumindest mit Nationalspielerin Lisanne Gräwe ein lesenswertes Interview führen konnten.

O|N-Chefreporter Hans-Hubertus Braune
Das Wetter war wohl schuld daran, dass es im geplanten Vorprogramm des Länderspiels in Fulda zu Änderungen kam. Sehr ärgerlich finde ich, wenn eine Nachwuchsmannschaft im Rahmen des Vorprogramms engagiert wurde, um Logos auf den Platz zu tragen, und so das Spektakel auf dem Platz hätten miterleben dürfen, dann kurzfristig eine Absage erhielt und mit einem Getränk abgespeist wurde. Dass die Jungs enttäuscht waren, ist nur zu verständlich. Naja, Lebbe geht weiter. Der Erfinder dieses Spruchs war übrigens wie immer bestens gelaunt im Stadion. Dragoslav Stepanović bliebt Stepi - und das ist gut so. Wie gesagt, es war mit ein paar "Abstrichen im Kleingedruckten" ein wundervoller Fußballabend. Gerne mehr davon bei uns in Osthessen. (Hans-Hubertus Braune) +++ 
↓↓ alle 10 Artikel anzeigen ↓↓