27.10.25 - Es ist der 14. Juli 2021: Tiefdruckgebiet "Bernd" zieht über Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und sorgt mit extremen Niederschlägen für reißende Sturmfluten. Besonders schlimm trifft es das Ahrtal: über 100 Menschen sterben, unter anderem wegen mangelhafter Warnsysteme. Der diesjährige Hackathon beschäftigte sich genau damit: unter dem Thema "Disater Tech" entwickelten zehn Teams am Samstag und Sonntag 25 Stunden lang kreative, digitale und technische Lösungen für den Ernstfall. Denn egal ob Naturkatastrophe, Stromausfall oder Großschadenslage - wenn’s drauf ankommt, zählt jede Minute.
Die Halle acht der Hochschule Fulda glich am Sonntagmorgen einem Schlachtfeld: Zwischen Bildschirmen, PCs und Tastaturen standen zahlreiche leeren Flaschen und Energy-Dosen, der Boden war mit Rucksäcken und leeren Chipstüten übersät. "Der Großteil der Teams hat die 25 Stunden durchgearbeitet, für mehr als ein Powernap hat es nicht gereicht", berichtete Christian Vey. Als Geschäftsführer der TechHub Region Fulda ist er jedes Jahr fester Bestandteil des Hackathons, betreut die Teams und moderiert die Präsentation der Pitches. "Gestartet wird immer am Samstagvormittag mit einem lockeren Frühstück. Das grobe Thema des Hackathlons ist zwar im Voraus schon bekannt, aber was genau von den Teilnehmern erwartet wird, wird ihnen erst vor Ort mitgeteilt. Um elf Uhr fällt dann der Startschuss", erklärte er.

Heiko Herchet.
Beim Ernstfall unterstützen
Neben der TechHub seien allerdings auch andere Firmen involviert, wie Heiko Herchet, Vice President Sales Software & Digitalisation der EDAG, verriet: "Organisiert wird die Veranstaltung von der Region Fulda GmbH. Neben der TechHub beteiligen sich auch die Hochschule Fulda, der Landkreis Fulda, kaleidos:code und die EDAG. Jedes Jahr wird sich ein Leitthema überlegt, dieses Jahr ist es das Thema 'Desaster Tech' geworden." Die zehn Teams sollten sich Gedanken darüber machen, was passiert, wenn ein Zwischenfall eintritt - ganz egal, ob es sich dabei um die Unterstützung von Großevents oder äußersten Bedrohungslagen handelt. "Grundsätzlich ist der Hackathlon immer so gestaltet, dass die Aufgabenstellung einen groben Rahmen darstellt. Die Teilnehmer bekommen außerdem auch Beispiele von Sponsoren, dieses Jahr vom DRK, die Rettungssituationen beschreiben und als Experten für Fragen zur Verfügung stehen. Dann haben die Teams daraus abgeleitet, Lösungen zu skizzieren."
Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt zudem, dass die Projekte auch durchaus in der Realität umgesetzt werden könnten. "Wir haben über die Sponsoren die Intention, andere Unternehmen in die Lösungen einzubinden. Bis dato gab es auch schon einige Gründungen, die aus dem Hackathlon entstanden sind. Und wir als EDAG versuchen auch immer Brücken zu bauen", äußerte Herchet.

Christian Vey.
Fachmännische Bewertung
Bewertet werden die Projekte dann von einer unabhängigen Jury, wie Herchet im Folgenden erklärte: "Es gibt zwei Kriterien: Einmal wird der Code bewertet, also die erzeugte, technische Leistung. Das übernimmt ein ausgewiesenes Expertenteam, bestehend aus Programmierern, die die Programme auf Herz und Nieren testen. Die zweiten 50 Prozent bestehen aus dem Pitch und dem dargestellten Innovationsgrad der technischen Lösung, des Konzeptes, der Stichhaltigkeit und der Präsentationstechniken."
Die Jury wird am Ende vier Sieger küren, wie Vey verriet: "Der erste Platz wird mit einem Preisgeld von 2.000 Euro belohnt, der zweite Platz bekommt 1.250 Euro und der dritte 750 Euro. Für den besten Code ist zusätzlich ein Preisgeld von 750 Euro vorgesehen." (Anna Weißenberger)+++