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Landrat Thorsten Warnecke (SPD): Rechnet mit einem Millionenbetrag aus der Soforthilfe des Landes. - Archivfoto: Carina Jirsch

BAD HERSFELD Landrat: "Werden die Schuldenaufnahme senken"

Bis zu sechs Millionen Euro? Landkreis setzt auf Soforthilfe aus Wiesbaden

29.10.25 - Das Land Hessen will mit einer Soforthilfe von 300 Millionen Euro seine Kommunen entlasten - ausgezahlt noch in diesem Jahr. Die Mittel sollen unbürokratisch dorthin fließen, wo die finanzielle Lage besonders angespannt ist. Auch der Landkreis Hersfeld-Rotenburg könnte zu den Gewinnern zählen. Landrat Torsten Warnecke (SPD) rechnet mit einem spürbaren Betrag für den Kreis, macht aber auch deutlich: Das Geld wird helfen, aber keine Wunder bewirken.

"Da Herr Finanzminister Professor Lorz insbesondere an finanzschwache Kommunen diese Mittel zukommen lassen möchte, wird es sicherlich für Hersfeld-Rotenburg ein größerer Millionen-Betrag sein", schätzt Warnecke ein. Eine erste Schätzung hat er bereits parat: "300 Millionen Euro lassen sich durch gut sechs Millionen Hessinnen und Hessen leicht aufteilen, ungefähr 50 Euro pro Einwohner. Das macht für unseren Landkreis gut sechs Millionen Euro." Wie genau die Verteilung erfolgt, ist allerdings noch unklar. "Wie genau die Aufteilung aussieht, insbesondere mit unseren Städten und Gemeinden, von denen auch viele finanzschwach sind, wird wohl gerade mit den kommunalen Spitzenverbänden sondiert."

Hessens Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz (CDU). Archivfotos: O|N / Hendrik Urbin

Spielraum schaffen

Die Entscheidung der Landesregierung bewertet Warnecke grundsätzlich positiv. "Von den mehr als 1,1 Milliarden Euro, die im Nachtragshaushalt des Landes stehen, soll es 300 Millionen Euro für die Kommunen geben. Das gilt dann wohl auch für das nächste Jahr", erklärt er. Für Hersfeld-Rotenburg bedeute das vor allem eines: etwas mehr finanziellen Spielraum in einer Zeit, in der die Haushaltslage ohnehin angespannt ist.

Schulden senken statt neuer Investitionen

Der SPD-Landrat macht aber auch klar, wie die Mittel eingesetzt werden sollen: "Angesichts des gewaltigen Defizits in unserem Kreishaushalt werden wir die Schuldenaufnahme senken. Das gibt schon die Kommunalaufsicht des Regierungspräsidiums her." Die Soforthilfe soll also nicht in neue Projekte oder Investitionen fließen, sondern helfen, den Haushalt zu stabilisieren und laufende Aufwendungen abzufedern.

Hersfeld-Rotenburg kämpft weiter mit einem wachsenden Defizit. Foto: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

„Millionen Euro sind für uns nie symbolisch“: Warnecke sieht die Soforthilfe ...Archivfoto: ON/Hans-Hubertus Braune

Hessens Hilfspaket: 300 Millionen Euro sollen noch 2025 an die Kommunen fließen. ...Symbolfoto: Pixabay

Wichtiges Signal in einer schwierigen Zeit

Auch wenn sich an den Kreis- und Schulumlagen kurzfristig nichts ändert, ist Warnecke überzeugt, dass die Soforthilfe ein wichtiges Signal ist. "Millionen Euro sind für uns nie symbolisch und immer eine Hilfe", sagt er. Selbst wenn der Betrag die strukturellen Finanzprobleme des Landkreises nicht lösen kann, bringt er doch kurzfristig Entlastung – und etwas Hoffnung in einer Phase, in der viele Kommunen in Hessen ums finanzielle Überleben kämpfen. (Constantin von Butler) +++


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