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Verunreinigte Spenden: Fehlbefüllungen und Müll erschweren die Altkleidersammlung erheblich. - Archivfoto: Stefanie Harth

REGION Fehlbefüllungen und Preisverfall

Altkleidermarkt in der Krise: DRK muss Sammelstellen abbauen

30.10.25 - Das Deutsche Rote Kreuz zieht im Kreis Hersfeld-Rotenburg die Notbremse bei seiner Altkleidersammlung: Rund 49 Container, die über Jahrzehnte in der Region verteilt waren, werden schrittweise abgebaut. Auch in Fulda ist der Markt für Gebrauchtkleider angespannt.

Die Entscheidung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg fällt nicht leicht, ist aber aus wirtschaftlicher Sicht unumgänglich. Trotz der Einstellung der Container-Sammlung bleibt das Kleiderstübchen in Bad Hersfeld geöffnet und nimmt gut erhaltene Kleidung weiterhin zu den üblichen Öffnungszeiten an. "Es bleiben aus heutiger Sicht keine Standorte übrig, da das Hauptargument die Wirtschaftlichkeit ist", betont Leyendecker, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Hersfeld-Rotenburg, für seinen Landkreis.

Frank Leyendecker erläutert die Gründe für den Abbau der Altkleidercontainer ...Archivfoto: O|N

Entsorgungskosten, Preisverfall, Planbarkeit

"Die Gründe für den Rückbau sind vielfältig, aber eindeutig", erklärt Leyendecker: "Vermüllung mit nachfolgenden Entsorgungskosten und die Krise beim Absatzmarkt - Preisverfall und unregelmäßige, schwer planbare Abholungen durch unseren Abnehmer - machen einen wirtschaftlichen Betrieb in dieser Form nicht mehr möglich."

Die Altkleidersammlung über Container war lange Zeit ein verlässliches Standbein des DRK. Gut erhaltene Textilien wurden von eigenem Personal eingesammelt und an zertifizierte Sortierbetriebe weitergegeben. "Dieses System hat über viele Jahre funktioniert, kann in dieser Form aber leider nicht fortgeführt werden", so Leyendecker.

Ist die EU-Richtlinie ein Stein im Weg?

Ein weiterer Faktor ist die EU-Richtlinie zur getrennten Sammlung von Textilabfällen, die seit Anfang 2025 gilt. "Ob und wie diese im direkten Zusammenhang mit der EU-Richtlinie stehen, wissen wir nicht, kann man aber vermuten", sagt Leyendecker. Fehlbefüllungen, Verschmutzungen und sogar das Entsorgen von Haus- oder Lebensmittelresten neben den Containern verschärfen das Problem zusätzlich.

Christian Erwin spricht über Herausforderungen bei der Sammlung und die Bedeutung ...Archivfoto: O|N

Auch in Fulda sind Container betroffen

Neben den rechtlichen Änderungen und der angespannten Marktlage kommen in Fulda zusätzlich praktische Herausforderungen hinzu. Immer häufiger landen verschmutzte oder beschädigte Textilien in den Containern, was die Arbeit der gemeinnützigen Organisationen erschwert. Auch Fehlbefüllungen mit Haus- oder Lebensmittelresten erhöhen den Aufwand, da diese Stoffe separat entsorgt werden müssen. Die Qualität der Sammlung leidet dadurch erheblich und einige Standorte können nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.

Christian Erwin, Geschäftsbereichsleiter Soziale Arbeit beim DRK-Kreisverband Fulda, erklärt: "Es gibt weiterhin Herausforderungen in der Verwertungskette durch Fehlbefüllungen und Verschmutzungen, die die Qualität der Sammlung beeinflussen. Aus diesem Grund wurden einige Container geschlossen oder entfernt."

Alle Standorte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg werden abgebaut. Archivfotos: Udo Bauch

Erwin betont außerdem: "Zusätzlich wird verstärkt auf die direkte Abgabe gut erhaltener Kleidung in Kleiderläden und Sozialkaufhäusern gesetzt." Diese Form der Sammlung ermögliche eine gezielte Weitergabe an Personen mit Bedarf und unterstütze Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit. So sollen die Ressourcen trotz der schwierigen Marktbedingungen sinnvoll genutzt werden, und bedürftige Menschen erhalten weiterhin Zugang zu gut erhaltenen Textilien. Gleichzeitig entlastet dies die Organisationen, die zunehmend unter wirtschaftlichem Druck stehen.

Der Markt ist gesättigt

Archivfoto: Stefanie Harth

Neben den rechtlichen Änderungen spielt vor allem der gesättigte Markt eine entscheidende Rolle. Die Preise für Altkleider sind in den letzten Jahren stark gefallen: Gab es früher noch rund 30 Cent pro Kilogramm, liegt die Vergütung heute bei null bis zehn Cent. Für den DRK-Kreisverband Hersfeld-Rotenburg ist dies nicht mehr kostendeckend. "Der ausschlaggebende Punkt ist die Absatz- beziehungsweise Marktkrise. Hierzu ist keine Besserung in Sicht", betont Leyendecker.

Während die Container-Sammlung abgebaut wird, bleibt das Kleiderstübchen in Bad Hersfeld geöffnet. Eine Ausweitung des Angebots ist nicht geplant: "Die Entsorgung ist nicht unser Ansatz, sondern wir waren und sind dankbar für Spenden von verkaufsfähiger Kleidung. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir im Kleiderladen auch nur diese verkaufsfähige Kleidung zu den Öffnungszeiten in kleineren, üblichen Mengen annehmen können", erklärt Leyendecker. (Constantin von Butler) +++


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