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Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 14 sollten sich gegen Meningokokken impfen lassen - O|N-Archivbilder

BERLIN/REGION Kombi-Impfung für 12- bis 14-Jährige

STIKO passt Empfehlung zur Impfung gegen Meningokokken an

08.11.25 - Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung zur Impfung gegen Meningokokken überarbeitet. Bislang empfahl sie nur ausgewählten Gruppen eine Immunisierung gegen die sogenannten Serogruppen A, C, W und Y. Künftig sollen jedoch alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren diese Kombinationsimpfung erhalten.

Meningokokken sind Bakterien, die vor allem im Nasen-Rachen-Raum des Menschen vorkommen. Etwa jeder zehnte Mensch in Deutschland gilt als Träger, meist ohne Symptome zu zeigen. Besonders häufig finden sich die Erreger bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Weltweit werden zwölf verschiedene Serogruppen unterschieden, von denen in Deutschland vor allem die Typen B, C, W und Y relevant sind. In der Regel hat die Besiedlung keinen Krankheitswert.

Schwere Krankheitsverläufe möglich

Infektionen mit Meningokokken können schwerwiegende Krankheitsbilder verursachen. Dazu zählen die lebensbedrohliche Hirnhautentzündung, die sogenannte Meningitis oder eine Blutvergiftung, bei der Mediziner von einer Sepsis sprechen. Trotz optimaler Behandlung verlaufen solche Infektionen häufig schwer, teils mit bleibenden Schäden oder sogar tödlichem Ausgang. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche und ältere Menschen. Zudem sind schwere Verläufe bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem häufiger zu beobachten.

Bereits seit fast 20 Jahren gehört die Impfung gegen den Meningokokken-Subtyp C zum Standard-Impfplan für Kinder ab dem ersten Geburtstag. Seit 2024 ist der Impfstoff gegen Meningokokken B Bestandteil der STIKO-Empfehlung. Empfohlen wird die Grundimmunisierung ab einem Alter von zwei Monaten. Im Zuge dieser Anpassung entfällt die bisherige Pflichtimpfung gegen Meningokokken C im frühen Kindesalter. Hintergrund ist die veränderte epidemiologische Situation: Nach der Corona-Pandemie hat sich die dominierende Serogruppe im Kleinkindalter von C auf B verschoben. Die neue Empfehlung trägt dieser Entwicklung Rechnung. Die Kombinationsimpfung gegen die Serogruppen A, C, W und Y (MenACWY) war bisher nur für Risikogruppen wie immungeschwächte Personen, Laborpersonal oder Reisende in Risikogebiete vorgesehen. Nun wird sie als Standardimpfung für alle 12- bis 14-Jährigen eingeführt. Nachholimpfungen empfiehlt die Kommission allen bis zum 25. Lebensjahr.

Chance für zusätzliche Vorsorge

Als positiven Nebeneffekt sieht die STIKO, dass die neue Impfempfehlung Jugendlichen einen weiteren Anlass bietet, eine Vorsorgeuntersuchung beim Kinder- oder Jugendarzt wahrzunehmen. Die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) wird aktuell von nur wenigen Jugendlichen in Anspruch genommen. Eltern, die Fragen zur Meningokokken-Impfung haben, sollten sich an ihre Kinder- und Jugendärztin oder ihren Kinder- und Jugendarzt wenden. Diese können individuell beraten, welche Impfungen im Einzelfall sinnvoll sind. (ab) +++


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