
Tradition und Moderne kombiniert: Das Bettenhaus Köhler in der Fuldaer Löherstraße hat sich in der Domstadt fest etabliert - und das bereits seit 160 Jahren. Hochwertige Textilien, alles rund um das Thema Wohnen und Schlafen sowie fachkundige Beratung warten auf die Kunden. Jetzt soll damit Schluss sein. - Fotos: Rene Kunze
FULDA
L14zwo knüpft an als Begegnungsort
Ende einer Ära: Bettenhaus Köhler in der Löherstraße macht Platz für Neues
12.11.25 - Tradition und Moderne kombiniert: Das Bettenhaus Köhler in der Fuldaer Löherstraße hat sich in der Domstadt fest etabliert - und das seit über 160 Jahren. In einem Pressegespräch am Dienstagmorgen verkündeten das Inhaberpaar Franz (78) und Irmgard Köhler (76) das Ende einer Handels-Ära: "Das Aufhören fällt uns nicht leicht. Wir haben viel Herzblut hineingesteckt."

In einer Pressekonferenz wurde die Neuigkeit verkündet, dass das L14zwo einziehen ...

Franz und Irmgard Köhler gehen in den wohlverdienten Ruhestand.

In der Löherstraße steht etwas Neues.
Hochwertige Textilien, alles rund um das Thema Wohnen und Schlafen sowie fachkundige Beratung - genau dafür stand das altbewährte Familienunternehmen. "Wir haben unsere Kunden nie einfach abgefertigt, sondern eine große Verbundenheit gespürt. Das kam besonders in der Corona-Zeit zutage", sind sich beide einig. Einen drohenden Leerstand konnte die Familie Köhler aber erfolgreich abwenden - der Nachmieter für das Bettenhaus steht bereits fest.
L14zwo passt in das Nachbarschaftskonzept der Löherstraße

Sohn Michael Köhler

Eine 163-jährige Geschichte.

Sohn Jochen Köhler

Kunden fanden hier immer fachkundige Beratung.

Wolfram Latsch,Geschäftsführer AWO Fulda
Das soziokulturelle Begegnungszentrum L14zwo, dessen Mietvertrag in der Lindenstraße ausläuft (O|N berichtete), zieht zum 1. Mai 2026 in die traditionsreichen Räumlichkeiten ein. Lange hatte der AWO-Kreisverband Fulda nach geeigneten Räumen für die über 30 Initiativen und Arbeitsgruppen der L14zwo gesucht. "Wir haben gehört, dass sie ein neues Zuhause suchen. Uns war wichtig, unser Haus in gute Hände zu geben", so Franz Köhler. Sohn Jochen Köhler ergänzt: "Es passt einfach hervorragend zur Löherstraße, die sich über die Jahre zur Kulturmeile entwickelt hat. Es ist die perfekte Option, dem altehrwürdigen Bettenhaus neues Leben zu schenken."

Das L14zwo zieht in neue Räumlichkeiten. Es geht von der Lindenstraße in die Löherstraße. ...Archivfoto: O|N
Dementsprechend erleichtert und voller Vorfreude zeigt sich der AWO-Geschäftsführer Wolfram Latsch: "Für uns stand fest, dass wir in einem Vierteljahr aus unserem Standort in der Lindenstraße ziehen müssen. Umso dankbarer sind wir, dass die Familie Köhler auf uns zugekommen ist. Die Löherstraße, die zu den ältesten Straßen der Stadt gehört und insbesondere Handwerker beheimatet hat, fügt sich gut in unser Konzept."
Das ist geplant: Vielfältiges Angebot bleibt bestehen

Einblick in die Räumlichkeiten.

Thorsten Mager von der IG Löherstraße.

Kulturstraßenfest Löherstraße mit Stand der AWO vor dem Bettenhaus Köhler. ...Foto: AWO

Mit der Fastnacht verbunden.

Gemeinsam mit Bernhard Lindner (AWO Vorstand)
Beide Stockwerke im Bettenhaus Köhler können künftig genutzt werden, so soll auch weiterhin ein "vielfältiges, offenes und niedrigschwelliges Angebot" umgesetzt werden. Dazu zählen unter anderem das Reparatur-Café "Erneuer:Bar", die Nähwerkstatt, der Textildruck, die Holwerkstatt oder das Zusammenkommen diverser Stammtische. Die Initiative behält ein symbolisches Detail: das "L" im Namen. Diese Verbindung sei "eines der Dinge gewesen, die uns sofort gezeigt hätten, dass es stimmig ist", so Franz Köhler.

Familie Köhler blickt zuversichtlich in die Zukunft.
Ein offener Raum für alle Altersklassen, in der Begegnung und gemeinschaftliches Arbeiten ermöglicht werden, bleibt erhalten - ganz im Sinne der umliegenden Nachbarschaft in der Löherstraße. Das Inhaberpaar kann so guten Gewissens in den wohlverdienten Ruhestand gehen. "Wir gehen mit einem lachenden und weinenden Auge. Bei all den Planungen, sind wir aber mit der Entscheidung sehr froh, dass es jetzt so gekommen ist."
(Maria Franco) +++

Collet Döppner, stellvertretende Vorsitzende des AWO-Kreisverbands Fulda.