17.11.25 - Unter dem Motto "Gesunde Gefäße - gesundes Herz: Den Herzinfarkt vermeiden" hat die Kinder-Akademie Fulda (KAF) am Montag ihren ersten Workshop im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung gestartet. Die Klasse 4c der Florenbergschule war die erste Gruppe, die an dem Bildungsformat für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 4 bis 6 teilnahm. Ziel ist es, Kinder frühzeitig für Herzgesundheit zu sensibilisieren und ihnen beizubringen, wie sie im Notfall Leben retten können.
"Unser Ziel ist es, Kinder früh für Herzgesundheit zu sensibilisieren und ihnen lebensrettende Maßnahmen näherzubringen", erklärte KAF-Geschäftsführerin Silvia Brünnel. Wer bereits in jungen Jahren Sicherheit im Umgang mit Notfällen gewinnt, "leistet einen wichtigen Beitrag - für sich selbst und für die Gesellschaft".

V.l.n.r: Joachim Schrimpf (DRK), Dr. Carolin Haupt (KAF), Kardiologe Michael Conze, ...

"Das Thema muss mehr an die Schulen in der Region kommen", findet Dr. Matthias Kalmbach. ...

Kardiologe Michael Conze hebt die Wichtigkeit von Prävention hinsichtlich der Vielzahl ...
Experten geben Einblicke
Begrüßt wurden die Kinder von Dr. Carolin Haupt (KAF), Dr. Matthias Kalmbach (Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes), Kardiologe Dr. Michael Conze sowie Joachim Schrimpf vom Deutschen Roten Kreuz.

Joachim Schrimpf vom Deutschen Roten Kreuz führt die Workshops durch. ...
Dr. Kalmbach erklärte den Schülerinnen und Schülern, wie wichtig es ist, im Notfall schnell zu reagieren: "Ich hoffe, ihr braucht meinen Tätigkeitsbereich, den Rettungsdienst, nie", sagte er. "Aber viele Menschen wissen zu Hause gar nicht, was sie tun müssen." Mut sei entscheidend: "Man muss sich trauen - sich ein Herz fassen", sagte er schmunzelnd. Kardiologe Dr. Conze vermittelte den Kindern die Bedeutung von Prävention, um Herzkrankheiten zu vermeiden. Die Kinder sollen nicht nur lernen, wie man einen Notruf absetzt oder die entscheidende Herzdruckmassage durchführt, sondern auch, wie man sein Herz gesund halten kann.
"Rund 65.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr am plötzlichen Herztod, das macht etwa 20 Prozent aller Todesfälle aus", erklärt der Experte. Die Laienreanimation liege in Deutschland bei rund 50 Prozent - das geht noch besser, sind sich alle einig. "Es sollte, wie in den skandinavischen Ländern, einfach zum Schulunterricht gehören", so Dr. Kalmbach. Solange sind Aktionen wie jene in der Kinder-Akademie besonders wertvoll.
Ausflug ins Herz
Joachim Schrimpf vom DRK machte deutlich, wie wichtig schnelle Hilfe in den ersten Minuten ist - gerade bis Rettungskräfte eintreffen."Ich habe viele positive, aber leider auch zu viele schlechte Beispiele erlebt. Deshalb ist es so wichtig, dass ihr wisst, was ihr tun könnt", sagte Schrimpf. Er erinnerte an ein bekanntes Sprichwort: "Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt." Nach dem theoretischen Teil ging es für die Viertklässler dann auch endlich rein in das Begehbare Herz, die Freude ließ sich im Lächeln der Grundschüler ablesen. Am - oder auch im - Modell lässt sich die Funktionsweise des Herzens immerhin am anschaulichsten erklären.
Im Anschluss folgte dann natürlich noch der Erste-Hilfe-Kurs, der die Kinder auch praktisch auf akute Notlagen, wie einen Herzinfarkt, vorbereiten soll - zum Abschluss gab es für die jungen Ersthelfer von morgen auch noch eine Urkunde. Die Workshops in der Kinder-Akademie laufen noch täglich bis zum 20. November 2025, jeweils von 9 bis 12 Uhr mit Schülern der Klassen 4 bis 6.
(ems) +++
