19.11.25 - Mit feierlicher Stimmung, vielen berührenden Momenten und großen Worten ist am Dienstagabend zum zweiten Mal der Nachhaltigkeitspreis der RhönEnergie Fulda verliehen worden. Der Energieversorger würdigte Projekte, die sich auf eindrucksvolle Weise für Klima, Umwelt und regionale Verantwortung einsetzen - und damit zeigen, welche Kraft lokale Initiativen entfalten können.
Mehr als zwanzig Bewerbungen waren zuvor bei der Jury eingegangen, die über Finalisten und Sieger entschied. Durch den Abend führte Dr. Volker Nies, der bereits zum Auftakt den besonderen Anspruch des Preises betonte: Nachhaltigkeit sichtbar machen, fördern und gemeinsam weiterdenken.

Die Bühne ist bereitet: Der Nachhaltigkeitspreis 2025 wird feierlich verliehen. ...Fotos: Carina Jirsch
Ein Preis, der Verantwortung bündelt
Die RhönEnergie machte schon zu Beginn deutlich, dass der Abend nicht nur eine Auszeichnung ist - sondern ein Bekenntnis. Geschäftsführer Martin Heun erinnerte daran, wie stark erneuerbare Energien im Unternehmen verankert sind: Rund fünfzig Prozent des gelieferten Stroms stammen inzwischen aus erneuerbaren Quellen, mehrere hundert Millionen Euro will der Konzern in den kommenden Jahren zusätzlich investieren. "Wir haben etwas zu feiern", sagte Heun: "Und deshalb möchten wir sie alle heute ehren."

Ein stimmungsvoller Abend, der ganz im Zeichen regionaler Nachhaltigkeit steht. ...

Die Wald-AG der Albert-Schweitzer-Schule schützt Lebensräume und macht junge ...

RhönEnergie-Geschäftsführer Martin Heun betont beim Nachhaltigkeitspreis ...
Dr. Arnt Meyer, ebenfalls Geschäftsführer der RhönEnergie, ergänzte: "Nachhaltigkeit ist in unserer DNA. Wir möchten mit dem, was wir tun, zeigen, dass man Nachhaltigkeit nicht aus dem Blick verlieren darf." Staatssekretär Michael Ruhl lobte die Initiative des Abends deutlich: "Mir kommt kein anderes Unternehmen in Osthessen in den Sinn, das einen Nachhaltigkeitspreis verleiht."
Klimaschutz als größte Herausforderung unserer Zeit
In mehreren Grußworten wurde eines klar: Die Herausforderungen sind immens - und die Region nimmt sie ernst. Prof. Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda und Sprecher der Jury, fand deutliche Worte: "Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für den Menschen. Wir sind an der Grenze, das System im Griff zu haben." Er betonte, dass die Jury bei ihrer Entscheidung besonderes Gewicht darauf legte, beispielgebende und übertragbare Projekte zu würdigen.

Emmas Unverpackt Laden zeigt, wie Müllvermeidung und regionale Wertschöpfung ...
Auch politisch war der Nachhaltigkeitspreis ein starkes Signal. Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt unterstrich: "Wir wollen Initiativen sichtbar machen." Bürgermeisterin Dana Hauke aus Eiterfeld sprach von konkreter kommunaler Verantwortung: "Ihre Arbeit macht uns allen Mut, dass wir die Welt ein Stück nachhaltiger gestalten können." Vogelsberger Landrat Dr. Jens Mischak erinnerte mahnend daran, dass Nachhaltigkeit im öffentlichen Diskurs nicht in den Hintergrund rücken dürfe.
Die Preisträger im Überblick

Geschäftsführer Dr. Arnt Meyer verdeutlicht, wie tief Nachhaltigkeit im Unternehmen ...
Platz 3: Slowflower Fulda - ein Meer aus biologischen Blumen
Den dritten Platz holte sich die Privatinitiative "Slowflower - Alles voller Blumen" von Annika Hennemuth. Sie baut in Fulda-Maberzell über fünfzig Sorten Schnittblumen vollständig ohne chemische Mittel an. Teile der Pflanzen bleiben bewusst über den Winter stehen, Böden werden gemulcht, gearbeitet wird streng nach Wachstumsphasen. In der ersten Saison verkaufte Hennemuth 130 Sträuße - in diesem Jahr bereits doppelt so viele.
Die Initiative möchte künftig Workshops anbieten, um nachhaltige Blumenkultur breiter zugänglich zu machen. Staatssekretär Ruhl würdigte das Engagement: "Ihr Ziel ist der schonende Umgang mit Ressourcen. Hier wird sichtbar, wie Vielfalt gestärkt wird - und das ohne chemischen Einsatz." Hennemuth selbst sagte: "Die Ehrung bedeutet für mich total viel. Das ist ein totales Herzensprojekt von mir." Mit dem Preisgeld möchte sie eine Tröpfchenbewässerung anschaffen.

Staatssekretär Michael Ruhl lobt das Engagement der RhönEnergie für nachhaltige ...
Platz 2: Emmas Unverpackt Laden - weniger Müll, mehr Verantwortung
Der zweite Platz ging an Emmas Unverpackt Fulda e. V., die mit ihrem Konzept bis zu 85 Prozent Müll einspart. Lebensmittel kommen direkt vom Feld in den Laden, die meisten Produkte stammen aus der Region, Transportwege bleiben kurz, und Handelsbeziehungen sind transparent und fair. Ruhl betonte: "Es zeigt, wie positive Veränderungen Schritt für Schritt entstehen."
Mitgründer Steffen Pichl erklärte: "Wir haben keine Investition, die direkt ansteht. Aber es ist ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld. Wir werden jetzt mit dem Preisgeld versuchen, Dinge zu finanzieren, die in Zukunft anstehen."

Slowflower-Initiatorin Annika Hennemuth (zweite von links) freut sich über die ...
Platz 1: Die Wald-AG der Albert-Schweitzer-Schule - junge Menschen schützen Lebensräume
Den ersten Platz erhielt die Wald-AG der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis elf arbeiten gemeinsam mit der Forstverwaltung an Projekten, die zeigen, wie Lebensräume geschützter Arten erhalten werden können. Es ist ein lebendiger Unterricht, der Naturerfahrung, Verantwortung und wissenschaftliches Arbeiten verbindet.
Ruhl erklärte: "So wird jungen Menschen etwas mitgegeben, das große Bedeutung für unsere Gesellschaft hat." AG-Leiter Dr. Florian Meister war sichtlich bewegt: "Die Auszeichnung ist eine sehr große Ehre. Ich finde das ein tolles Signal an die jungen Menschen, die sich hier in ihrer Freizeit eingesetzt haben."
Ein Abend, der Mut macht
Der Nachhaltigkeitspreis der RhönEnergie ist mit insgesamt zehntausend Euro dotiert - doch der eigentliche Wert liegt tiefer: in einer Region, die trotz aller Herausforderungen nicht nachlässt, konkrete Lösungen zu schaffen. Osthessen zeigt, dass Veränderung lokal beginnt - und von Menschen getragen wird, die anpacken, statt abzuwarten. (Constantin von Butler) +++