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Ein mutiges und besonderes Projekt wurde Wirklichkeit: Am Samstagvormittag feierte die Bürgerstiftung antonius die feierliche Einweihung der neuen Gartenhäuser. Trotz eisiger Temperaturen waren zahlreiche Gäste, Unterstützer, Bewohner und Paten vor Ort, um diesen besonderen Moment zu erleben. - Fotos: Christian Schmitt

FULDA Inklusion, soziales Miteinander, Gemeinschaft

"Hier darf ich sein, wer ich bin": Gartenhäuser bei antonius offiziell eingeweiht

23.11.25 - Ein mutiges und besonderes Projekt wurde Wirklichkeit: Am Samstagvormittag feierte die Bürgerstiftung antonius die feierliche Einweihung der neuen Gartenhäuser. Trotz eisiger Temperaturen waren zahlreiche Gäste, Unterstützer, Bewohner und Paten vor Ort, um diesen besonderen Moment zu erleben. Der kleine Gebäudekomplex soll ein Ort gelebter Gemeinschaft werden - ein Impulsprojekt für Inklusion, soziales Miteinander und gemeinschaftliches Leben, das Verantwortung, Begegnung und Zusammenhalt in den Mittelpunkt stellt.

Vorstandsmitglied Steffen Heller (antonius), Günter Habig (antonius), Aufsichtsratsvorsitzender R ...

An der Einweihung der Gartenhäuser nahmen neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Rainer Sippel und Vorstandsmitglied Steffen Heller auch Günter Habig (antonius), Patrick Tetzlaff (Architekturbüro Sichau & Walter), Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) sowie der heimische Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Michael Brand (CDU) teil.

Sippel bezeichnete die Eröffnung als "mutigen und ersten Schritt für Antonius in ein lebendiges Stadtquartier". Die Gartenhäuser symbolisieren Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und Gemeinschaft. Hier sollen "Menschen mit und ohne Behinderung, ganz egal, zusammenleben". Jeder ziehe zunächst in eigener Verantwortung ein, Hilfe komme zuerst aus der Nachbarschaft, und erst wenn das nicht mehr geht, dann die professionelle Unterstützung. "Vor fast 125 Jahren hat Maria Rang mit vielen Mitstreitern den Grundstein gelegt. Heute können wir wieder einen Grundstein legen für etwas Neues", so Sippel. Die Architektur lehne sich bewusst an die historische "Kaffeemühlenbauart" an, um zu zeigen, dass das Quartier Teil der Stadtgemeinschaft sei. Es stehe für die Verbindung von Privatsphäre und sozialer Eingebundenheit, die für ein gutes Leben unerlässlich sei. Sippel betonte das neue Miteinander: "Wir sind gemeinsam Mensch." Zum Abschluss wünschte er der Gemeinschaft Mut und Zuversicht: "Wir hoffen, ihr seid Pioniere einer neuen Gemeinschaft."

Günter Habig erinnerte daran, dass der Prototyp der Gartenhäuser bereits 2015 entstanden sei: "Wir wollten testen, ob sowas auch mit weiteren Häusern funktionieren könnte." Anschließend habe man in Zusammenarbeit mit der Stadt Fulda das Baurecht für das gesamte Quartier geschaffen. Aus diesen Anfängen seien schließlich "vier tolle Häuser" entstanden. Eine "Ernte" gebe es zwar noch nicht, doch man hoffe auf eine "tolle Ernte", wenn das Konzept aufgehe. Habig dankte den über 30 regionalen Firmen, die am Bau beteiligt gewesen seien. Die vier Häuser beherbergten nun 29 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe. Die äußere Optik sei vielfältig, und die Innengestaltung zeige sich ansprechend.

Isabelle Vogler.

Björn Bierent.

"Hier darf ich sein, so wie ich bin"

Weiter betonte Patrick Tetzlaff, dass für ihn als Architekt nicht Pläne oder Zahlen im Vordergrund gestanden hätten, sondern die Menschen - insbesondere jene, "die hier ab Dezember wohnen werden". Von Beginn an seien deren unterschiedliche Lebenswege und Bedürfnisse prägend für die Planung gewesen. Ziel sei es gewesen, "eine Basis für ein Zuhause zu schaffen", einen Ort, der Sicherheit gebe, Teilhabe ermögliche und niemanden ausschließe.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU).

Tetzlaff erklärte, man habe "keine weiteren austauschbaren Orte" schaffen wollen, sondern warme, zugängliche, barrierearme Lebensräume, in denen man spüre: "Hier darf ich sein, so wie ich bin und wer ich bin." Gleichzeitig sollte die Architektur Begegnungen fördern - im Hof, im Gebäude oder auch "im Vorbeigehen". Gemeinschaft entstehe oft an unscheinbaren, aber gut durchdachten Orten. Das Leitmotiv "Gemeinsam Mensch" der Antonius-Stiftung sei für das Projekt zentral gewesen und habe das Team immer wieder daran erinnert, dass Architektur "ein Miteinander fördern kann, wenn man sie richtig denkt". Soziales Bauen müsse dabei ebenso hochwertig und nachhaltig sein wie jedes andere Projekt.

Rainer Sippel und der heimische Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Michael ...

"Ein Stück gelebte Haltung, ein Stück gemeinsam Mensch"

Er hob hervor, dass die Gartenhäuser den Auftakt für die Weiterentwicklung "vom Campus zum Quartier" bildeten. Gemeinsam mit Gartenhaus eins seien 38 Wohneinheiten, davon 29 gefördert, entstanden. Die gemeinsame Tiefgarage mit über 50 Stellplätzen sei bereits für zukünftige Bauabschnitte vorbereitet worden. Tetzlaff hob hervor, dass dies "Chancen für Begegnung, für Vielfalt, für Nachbarschaft" schaffe - "ein Ort, der zeigt, was wir gemeinsam erreichen können, wenn wir uns am Menschen orientieren."

Björn Bierent und Isabelle Vogler stellten sich als Projektleiter der neuen Wohnanlage vor. Bierent erklärte seine Rolle als "Mutmacher" und "Schatzsucher", der die Bewohner ermutigen und die Fähigkeiten innerhalb der Gemeinschaft sichtbar machen wolle. Gemeinsam initiierten sie das Schmücken des Weihnachtsbaums, bei dem Bewohner Symbole oder Wünsche anbrachten. Gäste aus Gartenhaus eins erläuterten zudem die Bedeutung ihrer früheren Einzugssymbole - etwa ein Schlüssel für Offenheit oder ein Herz für Wärme und Respekt.

Disco-Kugel vom Oberbürgermeister

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld betonte daraufhin, wie wichtig die Gemeinschaft sei - sowohl im Quartier als auch für die Stadt insgesamt - und hob hervor, dass die Gartenhäuser die Bewohner ermutigen sollten, neue Wege der Nachbarschaft und Gemeinschaft zu entdecken. "Es gibt keinen besseren Beweis für Gemeinschaft, als dass hier alle in der Kälte stehen und gemeinsam diesen Moment feiern." Die Stadt - sowie das Land Hessen, haben das Projekt mit jeweils 1,1 Million Euro unterstützt. Auch der Oberbürgermeister durfte den Weihnachtsbaum schmücken. Er brachte eine Disco-Kugel an den Baum als Zeichen für Freude, Gemeinschaft und Kreativität, und wünschte den Bewohnerinnen und Bewohnern, dass sie sich in ihrem neuen Zuhause wohlfühlen und aktiv am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen.

Michael Brand unterstrich die Bedeutung des Projekts: "Antonius verbindet". Er hob hervor, dass es beim Wohnen um gemeinsames Leben über Generationen hinweg, mit und ohne Behinderung gehe, und lobte Antonius als Vorbild für ganz Deutschland. Brand dankte Team, Unterstützern, Sponsoren und der Stadt, würdigte die Architektur und die Gemeinschaft und betonte Werte wie Toleranz, Mut und Zusammenhalt. Abschließend wünschte er den Bewohnern viel Erfolg und Gottes Segen und zeigte sich überzeugt, dass das Zusammenleben in den Gartenhäusern gelingen werde. Anschließend gab es die Segnung von Pater Thomas - obgleich das Weihwasser durch die eisigen Temperaturen bereits zugefroren war.

Zum Schluss bezeichnete Steffen Heller die Eröffnung als besonderen und mutigen Schritt für ein offenes, lebendiges Quartier. Er dankte allen Unterstützern und hieß die neuen Bewohnerinnen und Bewohner herzlich willkommen. Heller wünschte, dass die Gartenhäuser ein Ort der Selbstbestimmung, Verantwortung und Gemeinschaft werden, an dem sich die Bewohner wohlfühlen und gemeinsam wachsen können. (ms) +++


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