
Wie schon in den Vorjahren kamen auch dieses Mal mehrere Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes zu einem umfangreichen Ausbildungsabend zusammen, der vollständig auf die Vorbereitung möglicher Winter- und Schneelagen ausgelegt war. - Fotos: DRK Mücke
MÜCKE
Tee im Becher, Schnee auf der Straße
DRK-Bereitschaften trainieren für Wintereinsatzlagen
23.11.25 - Wie schon in den Vorjahren kamen auch dieses Mal mehrere Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes zu einem umfangreichen Ausbildungsabend zusammen, der vollständig auf die Vorbereitung möglicher Winter- und Schneelagen ausgelegt war. Neben den Bereitschaften Atzenhain und Mücke nahmen in diesem Jahr auch die Bereitschaften aus Homberg, Nieder-Ohmen und Kirtorf (Vogelsbergkreis) teil. Insgesamt kamen 40 ehrenamtliche Einsatzkräfte zusammen, um sich gemeinsam auf herausfordernde Betreuungssituationen vorzubereiten. Vorbereitet wurde der Unterricht von Ulf Immo Bovensmann, dem stellvertretenden Bereitschaftsleiter des DRK Mücke.
Bovensmann erläuterte zu Beginn die Bedeutung solcher Übungen und stellte besonders die Herausforderungen auf Autobahnen in den Vordergrund. Er wies darauf hin, dass sich auf nur fünf Kilometern Stau durchschnittlich rund 2.200 Menschen befinden können, die bei starkem Schneefall oder Glätte oft stundenlang nicht weiterkommen. Wenn Kälte hinzukommt, entstehen schnell langanhaltende Einsatzlagen, die den Einsatzkräften sowohl medizinisch als auch organisatorisch viel abverlangen. Um in solchen Situationen gut vorbereitet zu sein, ist eine enge Zusammenarbeit der Bereitschaften unerlässlich.
Vier Ausbildungsstationen durchlaufen
Im Verlauf des Abends durchliefen die Teilnehmenden vier Ausbildungsstationen, die verschiedene Aspekte einer Winterbetreuungslage abdeckten. Moritz Schneider vom DRK Mücke vermittelte die medizinischen Besonderheiten, die auftreten können, wenn Menschen längere Zeit Kälte ausgesetzt sind. Dabei ging es unter anderem um den Umgang mit Erfrierungen und Unterkühlungen sowie um die Versorgung von Personen, die dringend auf ihre regelmäßige Medikation angewiesen sind. In einer weiteren Station stellte Jannik Schneider vom DRK Homberg die Einsatzmöglichkeiten des sogenannten UTV vor, eines Transportfahrzeugs, das gerade bei blockierten oder verschneiten Wegen von großer Bedeutung sein kann.
Er erklärte, wie Patienten auch unter schwierigen Bedingungen sicher transportiert werden können.
Patrick Schmidt, Bereitschaftsleiter der DRK-Bereitschaft Atzenhain, widmete sich der Zubereitung und Verteilung von Heißgetränken und Lebensmitteln, die bei langen Betreuungslagen unverzichtbar sind. Besonders bei winterlichen Temperaturen muss die Versorgung schnell, sicher und hygienisch erfolgen, um Betroffene zuverlässig unterstützen zu können. Eine weitere Station betreute Marius Zimmer vom DRK Mücke, der die Einsatzkräfte in das richtige Verhalten auf Autobahnen einwies. Dabei standen Orientierung, Absicherung und die korrekte Nutzung von Dienst- und Einsatzfahrzeugen im Mittelpunkt. Alle Stationen boten praktische Übungen, in denen die Ehrenamtlichen aktiv eingebunden wurden und reale Situationen nachstellen konnten.
Theorieblock darf natürlich auch nicht fehlen
Zum Abschluss des Abends fand im Lesesaal des DRK Atzenhain ein zusätzlicher Theorieblock statt, den Timo Schneider Bereitschaftsleiter des DRK Kirtorf durchführte. Hier ging es um die Besonderheiten des Fahrens auf Eis und Schnee. Schneider gab wertvolle Hinweise zum Fahrverhalten bei Glätte und erklärte die korrekte Anwendung von Schneeketten. In einer anschließenden Fragerunde konnten die Teilnehmenden individuelle Erfahrungen einbringen und offene Punkte klären.
Ein besonderes Gewicht erhielt der Abend durch die hervorragende Zusammenarbeit der fünf anwesenden Bereitschaften. Trotz unterschiedlicher Hintergründe und Einsatzschwerpunkte arbeiteten die Ehrenamtlichen eng und harmonisch zusammen, was für den Ernstfall von zentraler Bedeutung ist. Ulf Immo Bovensmann der auch Stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter ist dankte am Ende allen Beteiligten für ihr großes Engagement und betonte, wie wichtig solche gemeinsamen Ausbildungen seien, um im Winter gut vorbereitet zu sein. Die Bereitschaftsleiter haben von Ulf Immo Bovensmann zum Ende der Veranstaltung noch eine Vogelsbergkarte in Ausführung einer Wandkarte bekommen – dies ermöglicht eine einfach analoge schnelle Orientierung. Die Ausbildungsveranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass die DRK-Bereitschaften in der Region für mögliche Wintereinsätze gut gerüstet sind. (kg/pm) +++