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Am Sonntag kamen die Verbindungsmitglieder von Adolphiana im Dom zur Heiligen Messe zusammen, die Verbindungsseelsorger Prof. Dr. Bernd Willmes und Prof. Dr. Peter Schallenberg zelebrierten. Es ist Totensonntag, ein Gedenktag für die Verstorbenen. - Fotos: Moritz Bindewald

FULDA Am Sonntag

Verbindungsmitglieder zelebrieren Heilige Messe im Dom

24.11.25 - Am Sonntag kamen die Verbindungsmitglieder von Adolphiana im Dom zur Heiligen Messe zusammen, die Verbindungsseelsorger Prof. Dr. Bernd Willmes und Prof. Dr. Peter Schallenberg zelebrierten.

Seit der Entwicklung des Kirchenjahres im Mittelalter wurden mit den letzten Sonntagen des Kirchenjahres liturgische Lesungen zu den letzten Dingen verbunden. Während am drittletzten Sonntag das Thema "Tod" im Mittelpunkt steht, hat der vorletzte Sonntag die Thematik "(Jüngstes) Gericht" und der letzte "Ewiges Leben".

Heilige Messe

Am Hochfest Christkönig wurde im Hohen Dom zu Fulda das Kapitelsamt als Festmesse zum 40. Stiftungsfest der K.D.St.V. Adolphiana zu Fulda gefeiert. Zelebrant war Ehrendomkapitular Prof. Dr. Dr. Bernd Willmes, der zugleich als Verbindungsseelsorger der 1985 gegründeten katholischen Studentenverbindung im Cartellverband der katholisch-deutschen Studentenverbindungen (CV) wirkt.

In seinen einführenden Worten machte Willmes auf den Fuldaer Fürstabt Adolph von Dalberg aufmerksam, vor dessen Epitaph am nordwestlichen Vierungspfeiler die Chargierten der Adolphiana nach dem feierlichen Einzug Aufstellung genommen hatten. Adolph von Dalberg gründete 1734 die Adolphs-Universität in Fulda, an der bis zur Auflösung im Jahr 1805 im Zuge der Säkularisation Studierende in den vier Fakultäten Theologie, Philosophie, Medizin und Recht ausgebildet wurden. Die Adolphs-Universität als "Alma Mater Adolphianae" bildet zugleich den historischen Bezugspunkt und Namensgeber der Jubelverbindung.

Gemeinsam mit Willmes feierten mehrere Konzelebranten aus den Reihen der Studentenverbindung die Heilige Messe. Ein besonderer Gast unter ihnen war der CV-Seelsorger Monsignore Prof. Dr. Peter Schallenberg. Vielen ist er noch aus seiner Fuldaer Zeit als Professor für Moraltheologie und Christliche Sozialwissenschaften bekannt – und er ist selbst Mitglied der Adolphiana.

Predigt: Souveränität über den "Ausnahmezustand"

In seiner Predigt stellte Schallenberg den Gedanken der christlichen Souveränität über den Ausnahmezustand in den Mittelpunkt. "Souverän ist, wer die Macht hat über den Ausnahmezustand", betonte er. Christlich gesprochen sei dieser Ausnahmezustand der Zustand jenseits des Paradieses, fern von Gott. Im Evangelium des Christkönigssonntags bittet der "gute Schächer" am Kreuz: "Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst." Und Jesus antwortet: "Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein."

Damit, so Schallenberg, werde deutlich: Durch Christus, durch Kreuz und Auferstehung und durch die Sakramente ist das Paradies der Liebe Gottes wiederhergestellt. Getaufte Menschen seien daher bereits heute befähigt, "souveräne königliche Macht" über diesen verderblichen Ausnahmezustand auszuüben – im täglichen Leben und im Hier und Jetzt.

Diese christliche Souveränität zeige sich dreifach:

1. im politischen Einsatz für den unbedingten Schutz des ungeborenen menschlichen Lebens,

2. im politischen Engagement gegen assistierten Suizid,

3. und im inneren Kampf gegen die Verhärtung der Lieblosigkeit, besonders in der Bereitschaft, zu vergeben und sich vergeben zu lassen.

"Souverän", so Schallenberg, "ist nur, wer durch Vergebung den Ausnahmezustand des Rechthabenwollens und der inneren Verhärtung überwindet."

Beispiel der heiligen Maria Goretti

Eindrucksvoll vertiefte Schallenberg diesen Gedanken am Beispiel der heiligen Maria Goretti. Die Zwölfjährige war Opfer eines Gewaltverbrechens geworden und kurz darauf verstorben. Ihr Täter, der später zu einer langen Haftstrafe verurteilt wurde und schließlich ins Ordensleben fand, suchte nach rund 30 Jahren die betagte Mutter Maria Gorettis auf, um sie um Vergebung zu bitten. Sie begegnete ihm mit den Worten:
"Er hat dir vergeben – Jesus. Sie hat dir vergeben – meine Tochter Maria. Und auch ich vergebe dir."

Dieses Beispiel, so Schallenberg, zeige die tiefste Dimension christlicher Souveränität und Versöhnungsbereitschaft.

Festliches Jubiläumswochenende

Bereits am Freitagabend hatte auf dem Verbindungshaus ein Begrüßungsabend den Auftakt zum Festwochenende gebildet. Zahlreiche Gäste aus dem Cartellverband waren angereist und feierten gemeinsam mit den Adolphianern bei einem Rhöner Buffet. Unter den Gästen befand sich auch der Fuldaer CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Hering.

Höhepunkt der Feierlichkeiten war am Samstag der Jubelfestkommers in der Aula der Alten Universität – jenem geschichtsträchtigen Ort, an dem die Adolphiana vor 40 Jahren gegründet worden war. Lesen Sie hier mehr.

Der Fuldaer Dom bei Minus-Graden und strahlend blauem Himmel.

Festrede von Dr. Michael Güntner

Die Festrede hielt Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes und gebürtiger Fuldaer. Der promovierte Jurist und frühere Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Verkehr spannte in seinem Vortrag einen Bogen von den historischen Wurzeln katholischer Studentenverbindungen bis zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Güntner würdigte die Adolphiana als lebendigen Teil der Fuldaer Bildungs- und Stadtgeschichte und betonte – immer wieder in spannender Analogie zur Autobahn – die Verantwortung studentischer Verbindungen, christliche Werte und gesellschaftliches Engagement in die Zukunft zu tragen. (pm/mmb) +++

Fotos: Manuel Wluka


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