
Spätestens seit der 1980er-Jahre Serie Magnum und Tom Sellecks ikonischem Look gilt der Schnurrbart als zeitloses Stilmittel, das ähnlich wie die Schlaghose immer wieder in die Mode zurückkehrt. Im November erhält der Schnurrbart jedoch eine besondere Bedeutung: Er wird zum Symbol für eine Erkrankung, die weltweit Millionen Männer betrifft: Prostatakrebs. - Symbolfoto: Pixabay
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Mehr als nur eine Rotzbremse
Der Schnurrbart im "Movember": Aufmerksamkeit für Prostatakrebs
27.11.25 - Der Schnurrbart hat viele Namen: Ob Schnäuzer, Oberlippenbart oder umgangssprachlich "Rotzbremse". Das markante Gesichtshaar ist längst Kult. Spätestens seit der 1980er-Jahre Serie Magnum und Tom Sellecks ikonischem Look gilt der Schnurrbart als zeitloses Stilmittel, das ähnlich wie die Schlaghose immer wieder in die Mode zurückkehrt. Im November erhält der Schnurrbart jedoch eine besondere Bedeutung: Er wird zum Symbol für eine Erkrankung, die weltweit Millionen Männer betrifft: Prostatakrebs.
Prostatakrebs ist der häufigste Krebs beim Mann in Deutschland. Das Tragen eines Schnurrbarts soll Aufmerksamkeit schaffen und ein Bewusstsein für Männergesundheit im Allgemeinen fördern. Seit 2003 steht der November im Zeichen der Gesundheitsprävention, insbesondere der männlichen Gesundheit. Männer haben im Durchschnitt eine geringere Lebenserwartung als Frauen. Dieser Umstand, der auf Lebensstilfaktoren, Ernährungsgewohnheiten, genetische Einflüsse und nicht zuletzt auf eine deutlich niedrigere Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen beruht, führt dazu, dass Frauen im Schnitt fünf Jahre länger leben, als Männer des gleichen Jahrgangs.

Gleichzeitig zeigt die medizinische Forschung, dass Frauen in vielen Bereichen medizinisch ...
Gleichzeitig zeigt die medizinische Forschung, dass Frauen in vielen Bereichen medizinisch unterversorgt sind: Herzinfarkte treten bei ihnen zwar seltener auf, verlaufen aber häufiger tödlich, und Studien belegen, dass Frauen insgesamt weniger Schmerzmittel als Männer erhalten. Die sogenannte Gendermedizin befindet sich trotz wachsender Bedeutung noch immer im Aufbau. Viele ältere Ärztinnen und Ärzte berichten, dass geschlechtsspezifische Medizin in ihrer Ausbildung kaum eine Rolle spielte. Heute hingegen ist sie zunehmend fester Bestandteil des Medizinstudiums und verstärkt das Bewusstsein, dass Männer und Frauen medizinisch nicht immer komplett zu vergleichen sind.

O|N-Arzt Adrian Böhm klärt auf: "Der 'Movember', ein Kofferwort aus moustache und ...
Fokus auf Prostatakrebs
Der "Movember", ein Kofferwort aus moustache und November, rückt besonders den Prostatakrebs in den Fokus. Bei dieser Tumorerkrankung ist die Früherkennung entscheidend. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die jährliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr. Bereits mit 41 Jahren können Männer zur Vorsorge gehen, in deren Familie der Krebs bereits diagnostiziert wurde. Dennoch liegt die Teilnahmequote der Männer bei unter 30 Prozent.
Darüber hinaus gibt es weitere Erkrankungen, die Männer betreffen oder bei ihnen andere Symptome zeigen: Hodenkrebs tritt besonders häufig bei jungen Männern auf, während Krankheiten wie Depression oder Osteoporose bei Männern oft unerkannt bleiben, weil sie sich anders äußern als bei Frauen.

Gesund und leistungsfähig zu bleiben, ist ein zentrales Ziel aller Menschen. Ein ...
Gesund und leistungsfähig zu bleiben, ist ein zentrales Ziel aller Menschen. Ein gesundheitsbewusster Lebensstil und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bilden dafür die Grundlage. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Gesundheitspolitik noch vor wichtigen Aufgaben steht, um die medizinische Versorgung geschlechtergerechter und insgesamt effizienter zu gestalten.
Die Gendermedizin ist hierfür ein entscheidender Ansatz und Initiativen wie der Movember oder der Brustkrebsmonat Oktober leisten wertvolle Beiträge, um Aufmerksamkeit zu schaffen und Prävention zu stärken. (Adrian Böhm) +++