28.11.25 - Es ist mittlerweile wieder eine Tradition im Vogelsbergkreis: das Jahrespressegespräch mit Landrat Dr. Jens Mischak (CDU) und dem Ersten Kreisbeigeordneten Patrick Krug (SPD). In diesem Jahr luden sie die Pressevertreter der Region in das Restaurant "Zur Schmiede" in Alsfeld-Eudorf ein.
Erst vor einer Woche wurde der Haushalt im Vogelsberger Kreistag eingebracht. Die größte Investition ist der Neubau des Kreiskrankenhauses in Alsfeld, mit rund 97 Millionen. Trotz der hohen Investitionen ist aber klar: "Die finanzielle Situation ist alles andere als zufriedenstellend", macht Landrat Jens Mischak deutlich.

Patrick Krug (SPD)

Leiter des Haupt- und Personalamtes, Ulrich Schäfer
Rücklagen würden es glücklicherweise erlauben, einen Haushaltsausgleich über die Jahre hinweg - zumindest bis zum Jahr 2027 - zu erzielen. Die schwierige Finanz-Lage zeigt sich unter anderem an diesem Beispiel: Für das nächste Jahr sieht der Kreishaushalt keine zusätzlichen Stellen im Personalbereich vor. Der Landrat macht deutlich: "Die Entwicklung der letzten Jahre können wir so nicht weitertreiben."
Eine finanzielle Hilfe stellt allerdings das kürzlich beschlossene Sondervermögen des Bundes dar. Hieraus erhält der Vogelsbergkreis 27,6 Millionen Euro. "Es geht darum, dieses Geld möglichst sinnvoll und nachhaltig zu verwenden, sodass es auch einen Mehrwert für die Region bringt", so Krug. "Wir haben einen pragmatischen und realistischen Blick auf das, was uns die nächsten Jahre erwartet", ergänzt Mischak.
"Wir investieren in Zukunft"
Trotz der angespannten finanziellen Situation wird kräftig im Vogelsbergkreis investiert. "Wir investieren in Zukunft", macht Patrick Krug deutlich. Eine der größten Bereiche, in die finanzielle Mittel fließen, sind die Schulen. Bis 2029 sollen mindestens 21 Millionen Euro in die Schulen im Kreis investiert werden.
Auch in die Sportinfrastruktur fließen Gelder. Die Anlage auf dem Adolf Spieß Platz in Lauterbach soll saniert werden. "Hier läuft gerade einen Förderaufruf mit einem Interessenbekundungsverfahren", erklärt Krug. Am Ende soll eine Anlage für Leichtathletik und ein Kunstrasenplatz entstehen. "Wir hoffen, dass wir dafür die Förderung bekommen." In die Kreisstraßen soll ebenfalls einiges investiert werden - bis 2029 sieben bis acht Millionen Euro.

Kreisbrandinspektor Marcell Büttner

Landrat Dr. Jens Mischak (CDU)
Ein Verwaltungsstab für mögliche Krisen
Ulrich Schäfer, Leiter des Haupt- und Personalamtes im Vogelsbergkreis, berichtet über die Zusammenarbeit des neu eingerichteten Verwaltungsstabes für Krisen und des Katastrophenschutzes im Kreis: "In der Regel wird die Krise vor Ort bewältigt. Es ist wichtig, dass wir an dieser Stelle gut ausgebildete Stäbe vorhalten. Das gilt nicht nur für den Katastrophenschutz." Der Verwaltungsstab sei darüber hinaus für die administrativen Aufgaben zuständig.
Wichtig in einer Krise sei besonders die Kommunikation nach außen. Realistische Szenarien seien Wetterereignisse wie Hochwasser, außerdem Waldbrände, Unfälle mit gefährlichen Stoffen, Bahnunfälle, Pandemien, Cyberattacken oder die Störung der kritischen Infrastruktur.
Bestens für Krisen gerüstet
Kreisbrandinspektor Marcell Büttner, ergänzt zum Katastrophenstab: "Wir sind handlungsfähig. Das haben auch die Krisen in der Vergangenheit gezeigt. Wir haben dazu viele Ehrenamtliche, die sich engagieren." In das Katastrophenschutzzentrum in Alsfeld wurde laut Büttner in den letzten Jahren viel investiert. Auch deshalb sei man für den Kreis gut aufgestellt und bestens für Krisen gerüstet. Aber Büttner macht deutlich: "Wir müssen die Gefahren in die Köpfe der Menschen bekommen. In der Katastrophenvorsorge stehen wir vor großen Herausforderungen." (Moritz Pappert) +++ 