Nach kurzer Pause meldet sich am Wochenende die DTTL zurück – und es wird sicher heiß hergehen. Gut zwei Drittel der Punktrunde sind gespielt und es gilt nun für die Klubs, sich zu positionieren und eine günstige Ausgangsposition für den Schlussspurt zu erarbeiten. So ausgeglichen und spannend war die Liga lange nicht mehr. Zwischen den Plätzen vier und zehn liegen ganze vier Punkte, abstiegsgefährdet sind mindestens fünf, wenn nicht sogar sieben Mannschaften. Nur die ersten drei haben sich ein wenig abgesetzt. Wenn man mit den Verantwortlichen der Vereine über die bevorstehenden Partien spricht, fällt fast überall der Begriff „Schlüsselspiel“. Schlüsselspiele gibt es diesmal in Fulda, Jülich, Biberach, Hanau und Frickenhausen - und in allen gibt es keinen eindeutigen Favoriten.
Samstag, 19:00 Uhr: TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – SV Werder Bremen
Auf dem Papier scheint es eine klare Angelegenheit zu sein, aber eben nur auf dem Papier. Ligaprimus Maberzell und die Norddeutschen trennen acht Tabellenplätze und 14 Pluspunkte. Fulda muss gewinnen, um weiter Höhenluft atmen zu dürfen und die Poleposition zu verteidigen, Bremen möchte sich teuer verkaufen und würde sich über zwei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gewiss nicht beschweren. Aussichtslos ist dieses Unterfangen sicher nicht, wenngleich sich auch für die Norddeutschen – wie für sämtliche Klubs der Liga – die Frage stellt, wer es schaffen könnte, den Abwehrriegel des grandiosen Wang Xi zu knacken.
Der Chinese war schon im Hinspiel im Oktober 2009 Vater des Fuldaer 3:1-Sieges, als er Lars Hielscher und Taku Takakiwa das Nachsehen gab. Für den dritten Zähler sorgte damals Robert Svensson gegen Takakiwa. Jens Lundquist hatte Jan-Ove Waldner knapp geschlagen und den einzigen Werder-Punkt erkämpft. Nach dem unglücklichen 2:3 gegen Grenzau vor 14 Tagen und der kleinen Hanauer Siegeserie ist der Druck auf die Tamas-Truppe wieder gewachsen, die von der spielerischen Substanz her sicher besser ist als ihr gegenwärtiger Tabellenplatz und wohl auch den starken Osthessen keinen lockeren Samstagsspaziergang ermöglichen wird.
Deren Vizepräsident Claus-Dieter Schad äußert sich auch recht zurückhaltend: „Gegen Werder Bremen erwartet uns eine extrem schwere Aufgabe. Zum einen haben wir uns gegen die Bremer immer schon schwer getan, zum anderen muss Werder unbedingt punkten, um das Abstiegsgespenst ein klein wenig zu verscheuchen. Unser Gegner wird deshalb mehr als hoch motiviert an den Tisch gehen.“ Andererseits ist Schad auch nicht übermäßig pessimistisch: „Natürlich vertrauen wir wieder auf die Zuverlässigkeit eines Wang Xi mit einer beinahe schon beängstigenden 22:3 Bilanz in der DTTL. Den dritten Punkt müssen dann unsere beiden Schweden oder das Doppel beisteuern. Er wird in jedem Fall hoch spannend und ein Leckerbissen für die Fuldaer Fans werden."
Sonntag, 16:00 Uhr: TG 1837 Hanau – TTC Zugbrücke Grenzau
Drei Siege und nur eine Niederlage im Jahr 2010: Das klingt eher wie die Bilanz eines Play-Off-Anwärters und nicht wie die Ausbeute eines Abstiegskandidaten. Dennoch müssen die Brüder-Grimm-Städter, die – wie man hört – in der kommenden Saison eine sehr starke Mannschaft ins Rennen schicken wollen, nach wie vor um den Klassenverbleib zittern und benötigen weitere Zähler, um ihren beachtlichen derzeitigen sechsten Tabellenplatz zu verteidigen.
Am 3. Januar überzeugte man auf ganzer Linie beim 3:1 in der Zugbrückenhalle und läutete mit diesem Überraschungssieg die furiose Aufholjagd ein. Dass dieser Erfolg beileibe keine Eintagsfliege war, demonstrierten der wieder erstarkte Jörg Roßkopf und seine Mitstreiter auch bei ihren letzten Siegen in Frickenhausen und Jülich sowie beim senbsationellen Einzug ins ETTU-Cup-Semifinale. Neben „Rossi“ glänzte auch der Siegerländer „Riese“ Steffen Mengel in den letzten Wochen, der dreimal in Folge in der DTTL und gar achtmal im ETTU-Cup als Sieger vom Tisch ging.
Da die Hanauer Youngster Franziska, Filus und Mengel am Persischen Golf bei den Qatar- und Kuwait-Open das volle Programm absolvieren, wird man abwarten müssen, in welcher Verfassung sie ins Rhein-Main-Gebiet zurückkehren. Ein weiteres Fragezeichen steht hinter dem Einsatz des im Hinspiel bärenstarken Chiang Hung-Chieh, der wegen muskulärer Probleme zuletzt pausierte. Chiang wird allerdings anreisen – in Hanau hofft man darauf, dass der Taiwanese an seine meist guten Leistungen in der DTTL anknüpfen kann.
Gegner Grenzau schien sich nach einer unfassbaren Misserfolgsserie nach dem Hanau-Hinspiel schon meilenweit von den Play-Off-Regionen entfernt zu haben, ist aber auf einmal durch den 3:2-Sieg in Bremen wieder im Rennen und muss bei der TGH gewinnen, um die Chance nicht gleich wieder zu verspielen. Zudem brennt man im Westerwald auf Revanche für das Hinspiel, in dem man sich unter Wert verkaufte und mit dem der wochenlange Durchhänger begann. Möglicherweise kommt erneut Kenji Matsudaira zum Einsatz, der seine Bundesligatauglichkeit längst unter Beweis gestellt hat und mit einer 4:1-Bilanz derzeit einer der Grenzauer Aktivposten ist. Es könnte einmal mehr richtig spannend werden in der Main-Kinzig-Halle.
Hanaus Manager Johannes Herrmann geht von einer richtungsweisenden Partie aus: „Wir haben ein ganz wichtiges Spiel vor uns. Gegen Grenzau kann man sicherlich von einem ersten Matchball sprechen. Sollten wir als Sieger vom Tisch gehen, sollte der Nichtabstieg unter Dach und Fach sein. Ich gehe davon aus, dass unsere Spieler trotz der Strapazen hochmotiviert und konzentriert an den Tisch gehen werden. Chiang wird Mittwoch in Deutschland erwartet, wir müssen mal schauen, wie es um ihn steht. Ich gehe aber davon aus, dass er am Sonntag spielen kann.“ Für Fans und Journalisten hält Herrmann noch einen Appetithappen bereit: „Wir werden unseren neuen Kader am Sonntag vorstellen. Ein neuer Spieler wird dabei live vor Ort sein.“
Grenzaus Chef Manfred Gstettner will die beiden Punkte und zeigt sich optimistisch: „Nach dem Sieg in Bremen wollen wir jetzt auch unbedingt in Hanau die Punkte holen und uns in Richtung Play-Offs bewegen. Wir haben alle Mann an Bord, auch Kenji Matsudaira. Lucjan Blaszczyk kann, nachdem er dieser Tage stolzer Vater eines kräftigen Sohnes geworden ist, locker aufspielen. Ein spannender, harter Kampf ist zu erwarten.“ Coach Michele Comparato ergänzt: „Die Mannschaft brennt darauf, die Hinspiel-Niederlage wieder gutzumachen, da wir dort unsere schlechteste Saisonleistung abgeliefert hatten. Je nachdem wie fit unsere Spieler von ihren Pro-Tour Einsätzen wiederkommen, wird über die Aufstellung entschieden. Falls wir dieses Jahr im Kampf um die Play-Off-Plätze noch mitreden wollen, ist ein Sieg in Hanau ein Muss.“
Sonntag, 16:30 Uhr: TTC Frickenhausen – Borussia Düsseldorf
Sonntag, 15:00 Uhr: TTC indeland Jülich – SV Plüderhausen
Sonntag, 15:00 Uhr: TTF LIEBHERR Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken (DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher ). +++