11.12.25 - Das Umweltbewusstsein stärken, Engagement bei jungen Leuten fördern sowie Fulda nachhaltiger und lebenswerter machen - genau aus diesen Gründen veranstaltete die Stadt Fulda in diesem Jahr zwei Wettbewerbe: den Jugend-Umweltpreis 2025 und den Vorgartenwettbewerb. Am Mittwochnachmittag wurden die Preisträger im Umweltzentrum Fulda bekanntgegeben.
Beim Jugend-Umweltpreis 2025 konnten Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren Projekte einreichen, die sich mit Umweltschutz beschäftigen - zum Beispiel Ideen zur Müllvermeidung, Energieeinsparung oder zum Schutz von Tieren und Pflanzen. Der Preis ist mit insgesamt 2.500 Euro dotiert und soll junge Menschen motivieren, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten. Bereits zum vierten Mal konnten Garten- und Balkonbesitzer sowie Unternehmen beim Vorgartenwettbewerb teilnehmen. Gesucht waren naturnahe Vorgärten, grüne Balkone oder ökologische Hinterhöfe, die das Stadtbild verschönern und zeigen, wie man versiegelte Flächen wie Schottergärten wieder begrünen kann. Umweltdezernent der Fulda, Stadtbaurat Daniel Schreiner, nahm die Preisverleihung vor.

Stadtbaurat Daniel Schreiner verkündete die Preisträger.
"Für uns ist es sehr wichtig, über dieses Wettbewerb-Format private Teilnehmer zu erreichen und diese dann ihren Beitrag leisten. Wir müssen im Bereich Klimaanpassung, Klimaschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit eine Breitenwirkung entfalten. Deswegen ist es wichtig, dass wir Akzente setzen. Wir wollen Mut machen, dass jeder einen Beitrag leisten kann und es freut mich zu sehen, wie viele teilgenommen haben und tolle Projekte entstanden sind", hob Schreiner die Bedeutung der Wettbewerbe im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS hervor.

Mit diversesten Projekten überzeugten die Jugendlichen.
Die Sieger des Jugend-Umweltpreises 2025
Den ersten Preis - und somit 650 Euro - sicherte sich das Gymnasium, die Freiherr-vom-Stein-Schule, mit ihrem Schulgarten-Projekt. Er wird von verschiedenen AGs, Klassen und Kursen kreativ gestaltet und gepflegt – mit Hochbeeten, Möbeln, Figuren und nachhaltigen Projekten wie selbstgemachten Collegeblöcken. Er ist Lernort, Treffpunkt und Festplatz zugleich und überzeugt durch die Einbindung der gesamten Schulgemeinschaft und Elternschaft.
Die Förderschule Brüder-Grimm-Schule belegte mit ihrer Tauschbörse den zweiten Platz und gewann somit 550 Euro. Die Tauschbörse an der Schule funktioniert so: Kinder bringen kleine Gegenstände mit und tauschen sie miteinander. Nach der erfolgreichen Premiere wurde das Projekt auf die ganze Schule ausgeweitet. Ältere Schülerinnen und Schüler helfen bei der Organisation und bringen neue Ideen ein. Ebenfalls erhielt die Domschule mit Grund- und Hauptschule den zweiten Preis. Beim Projekt "Plastikdeckel können Leben retten" beschäftigten sich die Schüler mit Umweltverschmutzung und entwickelten Ideen zur Müllvermeidung und Recycling. Aus Plastikdeckeln entstanden Bienentränken, die im Frühjahr im Schulgelände aufgestellt werden – ein Projekt, das Müllvermeidung, Klimaschutz und Artenvielfalt verbindet.
Das berufliche Gymnasium der Konrad-Zuse-Schule sicherte sich mit dem Projekt "Pfand sammeln und Gutes tun" den dritten Platz und somit 450 Euro. Die Konrad-Zuse-Schule stellte kreativ gestaltete Pfandflaschen-Sammeltonnen auf, ergänzt durch Spiele und Plakate zur Mülltrennung. Der Erlös aus den Pfandflaschen fließt in die Klassenkasse, ein Teil wird an die Hünfelder Tafel gespendet. Anerkennungspreise (jeweils 150 Euro) gab es für Nachhaltige und gesellschaftsrelevante Projekte des NaWi-Kurses der Marienschule (Gymnasium, Klasse 10), wobei es unter anderem um nachhaltiges Kochen und um ökologische Aspekte im Fußballsport ging, sowie für das Projekt "Umweltsticker" der 9. Klasse der Loheland-Gesamtschule, für das sogar eigens ein Maskottchen ("Trashcat") entwickelt wurde.

Am Mittwochnachmittag wurden die Preisträger im Umweltzentrum Fulda bekanntgegeben. ...
"Kinder sind die Zukunft"
Beim Vorgartenwettbewerb konnten gleich mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihre Kosten. So bekommt Leo Widmer aus Fulda-Nordend 400 Euro. Die Gestaltung des Balkons zeige, wie auch auf kleiner Fläche ein hohes Maß an Vielfalt erreicht werden kann. Insbesondere hervorzuheben ist, dass vielfältige Blühpflanzen in die Balkonkästen eingebracht worden sind. Auch Julia Ballmaier aus der Fuldaer Innenstadt erhält 400 Euro für ihren Hinterhof. Besonders positiv ist die Nutzung von Regenwasser, die eine nachhaltige Pflege unterstützt. Die Gestaltung wertet das innerstädtische Wohnumfeld spürbar auf und schafft eine einladende Atmosphäre.
Weitere Gewinner waren: Walter Jahn aus der Innenstadt erhielt 150 Euro für sein großes Engagement auf kleiner Fläche, besonders durch die Einrichtung einer Wasserstelle für Vögel. Denise Knauf aus der Fulda-Galerie gewann 400 Euro für ihren modernen Vorgarten, der durch Blühpflanzen, heimische Stauden und begrünte Pflasterfugen überzeugt. Ebenfalls 400 Euro gingen an Martina Fuchs aus Gläserzell, deren üppig begrünte Efeu-Fassade und zahlreiche Gehölze wertvolle Lebensräume schaffen. Volker Weinmann aus der Innenstadt erhielt ebenfalls 400 Euro, da sein Beitrag beispielhaft zeigt, wie selbst kleinste Flächen kreativ begrünt und ökologisch aufgewertet werden können. Alexander Wiechec aus Maberzell wurde mit 150 Euro prämiert für seinen naturverbundenen Vorgarten mit heimischen Gehölzen und Totholz als Lebensraum. Die Evangelische Kindertagesstätte der Lutherkirche im Südend bekam ebenfalls 150 Euro für ihren freundlichen Vorgarten mit Boot und Grünfläche, der zugleich einen wichtigen Beitrag zur Naturerziehung leistet. Darüber freute sich Leiterin Michaela Scheer gegenüber O|N: "Wir sind stolz auf den Preis, denn die Kinder sind die Zukunft und werden so an die Umwelt herangeführt." Eine lobende Erwähnung erhielt zudem Birgit Miserre aus Lehnerz, die bereits im Vorjahr erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen hatte.
Der Wettbewerb zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und kreativ Vorgärten gestaltet werden können - von kleinen Flächen bis hin zu Gemeinschaftsprojekten. Mit ihrem Engagement leisten die Teilnehmenden nicht nur einen Beitrag zur Verschönerung des Stadtbildes, sondern auch zur Förderung von Artenvielfalt und ökologischer Nachhaltigkeit.
(mis/pm) +++