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Der Vogelsberger Kreistag am Donnerstag - Fotos: Moritz Pappert

LAUTERBACH Defizit von rund 4,8 Millionen Euro

Haushalt des Vogelsbergkreises beschlossen: Mega-Projekt Kreiskrankenhaus

19.12.25 - Der Haushalt für den Vogelsbergkreis ist beschlossen: Am Donnerstag stimmte der Kreistag in Lauterbach mehrheitlich für den Finanz-Plan des Kreises für 2026. Die größte Summe des Haushaltsvolumens von 265 Millionen Euro fließt in den sozialen Bereich. Die größte Investition ist der Neubau des Kreiskrankenhauses in Alsfeld mit rund 97 Millionen Euro. Das Haushalts-Defizit liegt bei rund 4,8 Millionen Euro. Landrat Dr. Jens Mischak (CDU) macht klar: "Wir haben versucht, alles auszureizen, was geht." Und er betont: "Trotz angespannter Verhältnisse investieren wir."

Für das Mega-Projekt Klinik-Neubau werden von den 97 Millionen rund 43 Millionen vom Kreis in den nächsten Jahren selbst aufgebracht. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stephan Paule macht in seiner Haushaltsrede deutlich: "Das ist eine der wesentlichen großen Zukunftsinvestitionen unseres Kreises." Er hebt damit die Bedeutung des Projektes für den Kreis hervor. Es sei eine "zukunftsfähige Investition, wie wir sie an keiner anderen Stelle haben", so Paule weiter.

Landrat Dr. Jens Mischak (CDU)

Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug (SPD)

So soll der Neubau des Kreiskrankenhauses in Alsfeld aussehen. Visualisierung: privat

Der Gebäudekomplex der Oberwaldschule mit Neubau (links) und Altbauten (rechts). ...Archivfoto: CDU Vogelsberg

Viel Geld fließt auch in ein Starkregen-Frühalarmsystem Archivfoto: ON

Auch in die Schulen fließen mehrere Millionen Euro. Eine Einrichtung profitiert dabei besonders. Für die Planung und Umsetzung des abschließenden dritten Bauabschnitts an der Oberwaldschule Grebenhain sind 1,2 Millionen Euro und in der mittelfristigen Finanzplanung weitere 7,85 Millionen vorgesehen. In die Stadtschule Alsfeld wird ebenfalls investiert. Hier entsteht ein neues Multifunktionsgebäude. Für das geplante kreisweite Starkregen-Frühalarmsystem ist darüber hinaus eine halbe Million eingeplant. Mit diesem System sollen zunehmende Starkregenereignisse frühzeitig erkannt werden. Behörden, Einsatzkräfte und die Bevölkerung können somit über verschiedene Kanäle gewarnt werden.

Hebesätze werden nicht erhöht

Außerdem erfreulich: Im Haushaltsjahr 2026 sollen die Hebesätze für die Kreis- und Schulumlage für die Städte und Gemeinden im Vogelsbergkreis nicht erhöht werden. Stephan Paule macht dazu klar: "Dass keine Umlagenerhöhung in diesem Jahr stattfinden, ist etwas, was ich besonders lobend hervorheben möchte." Dies sei keineswegs selbstverständlich.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Weitzel fasst die vielen Haushaltsreden der Fraktionen gut zusammen: "Einige der Haushaltsreden gingen weniger auf den Haushalt und eher auf die Weltpolitik ein." Und er macht deutlich: "Die Rahmenbedingen sind angespannt. Alle Kommunen stehen unter Druck. Aber wir setzen im Vogelsbergkreis klare Prioritäten. Daher bleibt unser Kreis auch in finanziell schlechten Zeiten handlungsfähig und steht besser da, als viele andere Landkreise in Hessen."

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Dr. Udo Ornik bemängelt im geplanten Haushalt, dass dort die Themen Umwelt und Klima immer weiter zurückgedrängt würden. "Das hat leider nicht den Stellenwert, den es einmal hatte." Aber er gibt zu: "Wir wären alle sicher lieber in einer besseren Lage." Positiv sei, dass versucht wurde, auf einen Teil der Anträge der Grünen zu reagieren.

Kritik an der Kritik

Lars Wicke, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler fordert, dass die gesamten 27 Millionen, die dem Vogelsbergkreis aus dem Sondervermögen des Bundes zustehen, in den Neubau des Kreiskrankenhauses fließen. "Der Krankenhausneubau ist das zentrale, zwingend notwendige Vorhaben. Nutzen wir also die Mittel dafür", so Wicke.

Landrat Dr. Jens Mischak (CDU) erklärt dazu: "Das ist das unverständlichste, was ich heute gehört habe. Zu glauben, man könnte das Geld für den Neubau des Kreiskrankenhauses einsetzen und alles andere aus dem Schultern, was wir zur Verfügung haben, der geht fehl. Das wird ohne Erhöhung der Kreisumlage nicht funktionieren. Ich frage mich, wie habt ihr euch das vorgestellt, wie man das finanzieren soll."

Sowohl dem Investitionsprogramm 2025 bis 2029 als auch dem Haushaltsplan 2026 wurde schließlich nach zweistündiger Diskussion mehrheitlich zugestimmt. Letzterem mit 37 von 56 Stimmen dafür. (Moritz Pappert) +++


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