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Ein großformatiges Porträt erinnerte an die Verstorbene - Fotos: Martin Engel

FULDA Im Hohen Dom zu Fulda

Requiem Dagmar Dregger: Ein reiches Leben ging zu Ende

23.12.25 - "Gut, dass Sie da sind, es wird nämlich Zeit. Lasst mich einfach heimgehen", das seien Dagmar Dreggers Worte gewesen, als er sie das letzte Mal besucht habe, so Stefan Buß. So groß Trauer und Schmerz auch seien, so schön sei es aber auch, dass Dagmar Dregger ihr langes und erfülltes Leben zuhause habe beenden können und friedlich einschlafen durfte. Im Hohen Dom zu Fulda nahmen Familie, Freunde und Weggefährten Abschied von der Frau des früheren Fuldaer Oberbürgermeisters Dr. Alfred Dregger.

Dr. Meinulf Dregger

Burkhard Dregger

Macht hoch, die Tür

Beziehungsreich begann das Requiem mit dem bekannten Adventslied "Macht hoch, die Tür". Es ruft zur Vorbereitung auf die Ankunft Christi auf und mahnt uns, sich für Gott zu öffnen. Das konnte man im Requiem als Botschaft in zwei Richtungen verstehen: Als begleitendes Gebet für die Verstorbene, die nun in und bei Gott ankommt, aber auch als Trost für ihre Hinterbliebenen, die trotz aller Traurigkeit Gottes Liebe nicht vergessen sollen.

Leopold Born, Generalsekretär der hessischen CDU und Ines Claus, MdL

Für die Lesung hatte Stefan Buß die Tageslesung vom 18. Dezember (dem Todestag Dagmar Dreggers) gewählt, aus dem Buch Jesaja. Darin geht es um das Zeichen, das Gott den Menschen schicken werde, um die Geburt Jesu, der den Namen Immanuel (Gott mit uns) trägt. Der Prophet spricht also vom Ereignis Weihnachten. Darum kreiste auch der Evangelientext aus Matthäus 1,20, berichtet er doch, wie Joseph im Traum ein Engel des Herrn erschien und ihn aufforderte, Maria zu heiraten, auch wenn diese nicht von ihm schwanger war.

Zwei Texte, die auf unterschiedliche Weise die Zumutungen der Heiligen Nacht verdeutlichen, die in dieser Glühwein-, Geschenke- und Weihnachtsliederseligen Zeit oft unterzugehen drohen. Das Schöne liegt nahe beim Schrecklichen. Trauern in der Adventszeit ist besonders schwer, aber vielleicht auch auf besondere Weise tröstlich.

Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt

OB Dr. Heiko Wingefeld und Landrat a. D. Fritz Kramer

Domkapellmeister Franz-Peter Huber

Stark im Leben, weise im Alter

Über die Jahre hatte sich zwischen Stefan Buß und Dagmar Dregger eine sehr persönliche Beziehung entwickelt. Einmal monatlich besuchte er sie und brachte ihr die Kommunion. Die Besuche habe Dagmar Dregger immer zelebriert. Am Anfang stand ein ihr besonders wichtiges Heilig-Geist-Gebet, dann Gebet und Gesang, eine meditative Stille, dann in einem anderen Raum das Kaffeetrinken und beim Abschied stets die Aufforderung, ein Buch von einem bereitliegenden Bücherstapel mitzunehmen. "Das sollte ich bis zum nächsten Mal gelesen haben, denn darüber wollte sie dann mit mir sprechen. Ich gestehe, manchmal habe ich aus Zeitmangel aber nur ein paar Kapitel geschafft."

Nach einem Sturz vor wenigen Wochen hätten ihre inneren und äußeren Kräfte nachgelassen, das sei spürbar gewesen. Belastet habe Dagmar Dregger auch, dass so viele Freunde und Weggefährten bereits gegangen seien. In ihrem Haus am Frauenberg sei sie gut umsorgt worden, aber besondere Festtage waren immer die Besuche der Söhne und Enkelkinder. "Über ihre Familie erzählte sie immer mit besonderem Stolz."

Ein Leben in bewegten Zeiten

"Dagmar Dregger hat viel gesehen, helle und dunkle Zeiten, bewegte und stille. Sie hat gesellschaftliche Umbrüche erlebt und persönliche Freuden und Verluste getragen", so Stefan Buß. Ganz besonders schmerzlich waren der Tod ihres ältesten Sohns Wolfgang (1972) und der Tod ihres Mannes (2002).

Geboren als Tochter eines Fabrikanten in Recklinghausen verweigerte sie sich der vom Vater vorgesehenen Ausbildung als Schneiderin und wählte stattdessen selbstbewusst das Studium der Volkswirtschaft. "Das war damals alles andere als eine Frauendomäne", so Stefan Buß. An der Universität Marburg lernte sie Alfred Dregger kennen und ging 1950 mit ihm nach Fulda. "Die glücklichste Zeit meines Lebens waren die OB-Jahre in Fulda", habe sie immer wieder gesagt. Zu Lebzeiten ihres Mannes war sie die Frau im Hintergrund – sie ließ ihm die große Bühne und managte die Familie. Aber sie war immer viel mehr als die Frau an seiner Seite, noch dazu war sie von 1974 bis 1989 politisch aktiv im Kreistag.

Jeden Monat hatte Stefan Buß einen Hausbesuch bei Dagmar Dregger gemacht, mit ihr ...

Der Tod sei ein Heimgehen und Ankommen, so Stefan Buß. Der Abschied von Dagmar Dregger schmerze, aber er sei nicht ohne Hoffnung. Denn jeder geliebte Mensch hinterlasse Spuren, die einem niemand nehmen könne.

Domkapellmeister Franz-Peter Huber

Dr. Maher Chaker

Domkapellmeister Huber und Mitglieder des Jugend Kathedralchors gestalteten das ...

Sie wirkte auf persönlicher und politischer Ebene

Für die politische Familie, also die CDU der Stadt, des Landkreises, des Kreistags, Hessens und Deutschlands sprach Staatssekretär Michael Brand, MdB. Heute nehme man Abschied von einer besonderen Frau. Sie sei nie nur die Frau an der Seite ihres Mannes gewesen, sondern eine eigenständige Persönlichkeit und ebenbürtige Gesprächspartnerin. Sie sei eine echte Dame gewesen – mit Stil, Charme, Klugheit und Humor. Heute würde man das Ehepaar Dregger wohl als "Power Couple" bezeichnen, ein Begriff, den es zu ihrer Zeit noch nicht gegeben habe. "Ich habe sie als starke Frau kennengelernt, also jemanden mit Haltung, hochgradig interessiert an politischen Vorgängen und umfassend informiert. Gespräche mit Dagmar Dregger waren immer bereichernd."

Domkapellmeister Huber und Mitglieder des Jugend Kathedralchors gestalteten das ...

Unter den Trauernden waren auch OB a.D. und Ehrenbürger Fuldas Dr. Alois Rhiel mit ...

Ines Claus MdL, Fraktionsvorsitzende und Präsidiumsmitgliede der hessischen CDU ...

Wie wichtig seine Frau für ihn gewesen sei, habe er bei diversen Autofahrten mit Alfred Dregger erleben können. Brand: "Ihn ohne sie zu denken, wäre zu kurz gesprungen." Ihr Anteil an der politischen Biographie Alfred Dreggers sei groß. "Dagmar Dregger hat auf persönlicher und politischer Ebene gewirkt, und man kann sagen, dass von ihr eine spürbare Wirkung auf unser Land ausgegangen ist." (Jutta Hamberger) +++

Jutta Hamberger

Das Friedenslicht aus Bethlehem

Der weihnachtlich geschmückte Hochaltar im Dom

Stadtpfarrer Stefan Buß hielt den Trauergottesdienst

Angehörige Dagmar Dreggers


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