Archiv
Die Fuldaer Sternsinger sammelten Spenden, um Kinderarbeit in Bangladesch zu beenden. - Fotos: Paula Elm

FULDA Weltweites Engagement

Sternsinger kämpfen mit beeindruckenden Fotos gegen Kinderarbeit

12.01.26 - Mit einem klaren Ziel starten die Fuldaer Sternsinger ihren Einsatz: Sie treten für die Rechte minderjähriger Kinder in Bangladesch ein und machen auf die harte Realität in den dortigen Fabriken aufmerksam. Am Sonntag eröffnete die Stadtpfarrkirche eine eindrucksvolle Fotoausstellung des Kindermissionswerks "Die Sternsinger". Gezeigt werden bewegende Aufnahmen von Kindern aus Bangladesch, die unter teils sehr schwierigen Bedingungen leben.

"Wir möchten die Menschen wachrütteln und sie auf die Verhältnisse in Südasien hinweisen, aber auch auf die Aktion Sternsinger aufmerksam machen", erklärt Phillip Schinkel, Referent für politische Bildung beim Bund der katholischen Jugend (BDKJ). Die Ausstellung macht deutlich, wie wichtig Engagement und Solidarität für Kinder weltweit sind.

Bewegende Aufnahmen: Kinder aus Bangladesch stehen im Mittelpunkt der Ausstellung ...

Die Veranstaltung möchte ein Signal senden und auf die Problematik sowie die Missstände in den dort heimischen Produktionsstätten aufmerksam machen. Denn über ein Viertel der Arbeiter dort ist minderjährig.

Tasim und Nour erhielten durch die Sternsinger die Chance auf richtige Bildung. ...

Verantwortung zeigen

Anwesend war am Sonntag eine Abordnung geladener Gäste. Auch Petra Schürmann vom Kindermissionswerk aus Aachen war dabei. Sie ist Mitwirkende der Organisation und erklärte den Sinn und Zweck der Aktion. Michael Brand, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Familie, bezeichnete "Bildung als den Schlüssel für Aufstieg, Chancen und Selbstbestimmung".

"Es ist zwar gelungen, die Zahl von brutaler Kinderarbeit in den letzten Jahren um 22 Millionen zu verringern. Das Ziel aber, die Kinderarbeit ganz abzuschaffen, konnte bei weitem nicht erreicht werden. Umso wichtiger ist es, dass es auf der Welt Menschen gibt, die sich in einer besseren Position befinden, und die sich nicht zurücklehnen, denen das Schicksal dieser Kinder eben nicht egal ist. Denn nur mit einem gemeinsamen Einsatz derjenigen, die es besser haben, können diejenigen, die es schlechter bis ganz schlecht haben, auf Besserung hoffen."

Brand dankte im Namen der Bundesregierung der Sternsinger-Aktion als "so motivierender Bewegung, die das Gesicht der Welt zum Besseren verändert". "Ihr zeigt, dass das geht und dass selbstgefällige Weltuntergangs-Propheten falsch liegen. Pilger der guten Tat, das sind die Sternsinger im Bistum Fulda und bundesweit", so Brand und verwies auf die derzeitige Entwicklung:

Nach Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und von UNICEF müssen derzeit immer noch rund 140 Millionen Mädchen und Jungen Kinderarbeit leisten. Über die die Hälfte der betroffenen Kinder und Jugendlichen sind sogar unter zwölf Jahre alt. Über 50 Millionen leiden unter Arbeitsbedingungen, die gefährlich oder gesundheitsschädlich sind.

"Auch in der Bundesregierung unternehmen wir einiges, um Kinderarbeit weltweit zu bekämpfen. Dazu zählt zum Beispiel, dass wir Projekte gegen Kinderarbeit unterstützen und dafür mit zahlreichen Ländern, Organisationen und Sozialpartnern zusammenarbeiten. Es gibt bereits eine ganze Reihe guter Lösungsansätze, und Kinderarbeit wurde auch schon weiter reduziert. Aber wir müssen diese Ansätze noch stärker in der Breite umsetzen. Wie für viele wichtige Themen braucht es auch hier den berühmten langen Atem. Das ist ein Marathon, keine Kurzstrecke."

Die ausgestellten Fotos handeln hauptsächlich von den zwei Kindern Tasim und Nour. Die beiden wurden aus der Kinderarbeit herausgeholt und haben so die einmalige Chance auf richtige Bildung erhalten. Mit den Spendeneinnahmen werden nicht nur die Kinder von ihrer Arbeit entbunden, sondern auch die Eltern weitgehend unterstützt.

Musikalische Highlights

Für die musikalische Untermalung sorgte ein Duo, bestehend aus Paula Obermeier an der Geige und Evelyn Schulz am Piano. Auch für das leibliche Wohl wurde gut gesorgt. Die Ausstellung in der Stadtpfarrkirche Fulda wird von der Citypastoral unterstützt und ist vom 12. bis zum 26. Januar öffentlich zugänglich. (Paula Elm)+++


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram
TikTok

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön