
Sven Hartmann organisierte nach massiven Zugausfällen kurzerhand einen Bus und brachte so insgesamt 45 gestrandete Reisende sicher von Hamburg zurück nach Osthessen. - Foto: privat
REGION
Mit einem Bus zurück nach Hause
45 Menschen am Bahnhof gestrandet - bis er gemeinsame Rettung organisiert
13.01.26 - Manchmal muss man im Leben einige Entscheidungen treffen und das Schicksal selbst in die Hand nehmen - genau das machte Sven Hartmann, Vorsitzender der "Bürgerinitiative Umwelt Neuhof" am Wochenende. So kümmerte er sich darum, dass sowohl seine als auch etwa zwölf weitere Familien wieder nach Hause kamen.
Doch um was genau geht es eigentlich? Sven Hartmann war mit seiner Familie eine Woche mit dem Schiff "Aida" unterwegs und hatte bereits an Bord weitere osthessische Familien kennengelernt. Unerwarteterweise kam das Schiff dann am Freitag früher am Hafen Kiels an. "Hier hatten wir bereits die ersten Probleme, von Kiel zum Hamburger Bahnhof zu gelangen", schilderte der zweifache Familienvater im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Doch in Hamburg wurde das Nachhausekommen keineswegs leichter.

Sven Hartmann kümmerte er sich darum, dass sowohl seine als auch etwa zwölf weitere ...
Wie Sven Hartmann 45 Reisende nach Hause brachte
Am Bahnhof stellte sich dann bald heraus: Erst hatten die Züge immer mehr Verspätung, bis sie irgendwann komplett abgesagt wurden. "Wir saßen dann noch mit weiteren Familien in einem Aufwärmzug, aber einen Weg nach Hause hatten wir trotzdem nicht." So habe die Familie kurzzeitig auch mit einem Leihwagen geliebäugelt, diese Idee allerdings wieder verworfen und sich erstmal ein Hotel gesucht. "Wir mussten etwa anderthalb Kilometer durch den Schnee zum Hotel stapfen, da uns kein Taxi fahren konnte", so Hartmann.

"Das war ein Chaos ohne Ende. Da dachte ich mir: Da mache ich nicht mehr mit." Und so rief ...
Auch am Samstagmorgen sollte es zunächst nicht besser werden. "Gegen 9 Uhr waren wir wieder am Bahnhof und erneut wurden Züge angekündigt, die später wieder abgesagt wurden." Vor allem diese Hinhalte-Taktik störte die Familien. Niemand konnte konkret sagen, ob und wann es weitergeht. Da hat Hartmann schlicht und einfach die Sache selbst in die Hand genommen. "Das war ein Chaos ohne Ende. Da dachte ich mir: Da mache ich nicht mehr mit." Und so rief er kurzerhand beim Busunternehmen "Sauer Reisen" aus Kalbach an. Auch er wartete nicht lange und schickte einen Bus und zwei Fahrer nach Hamburg. Schnell wurde aus einigen Osthessen 45 Menschen, die vor Ort festsaßen und schließlich gemeinsam mit dem selbst organisierten Bus die Heimreise antraten. Gegen 23 Uhr war die Familie Hartmann schließlich wieder Zuhause.
Ein Erlebnis, das keiner der 45 Personen so schnell vergessen wird. "Einerseits war es das schnelle Handeln, das uns schließlich nach Hause brachte. Wir haben ja bereits am Freitag gesehen, dass die Züge nicht kommen würden. Auf der anderen Seite steht selbstverständlich das Busunternehmen Sauer. Wir sind alle sehr dankbar, dass das so schnell organisiert werden konnte." Auch für die Busfahrer war das ein besonderer Moment, so erzählte Hartmann: "Einer der Fahrer sagte dann, es sei auch für sie schön zu sehen, wie sehr wir uns alle auf den Bus und die Fahrer gefreut haben."

Der gesamte Bahnhof war voller Menschen.
So wurde aus einem Wochenende voller Unsicherheit dank schnellen Handelns und guter Organisation doch noch eine sichere Rückkehr für alle Beteiligten.
(mis) +++ 