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Sehnsuchtsorte in Farbe - Fotos: privat

FULDA Begeisternde Gruppenausstellung

Sehnsuchtsorte in Farbe "Garten Eden" im Kunstverein Fulda

13.01.26 - Mit der Ausstellung "Garten Eden" ist dem Kunstverein Fulda ein stimmungsvoller und eindrucksvoller Auftakt in das Ausstellungsjahr 2026 gelungen. Trotz erschwerter Bedingungen – Karnevalauftakt, umfangreicher Straßensperrungen und eingeschränkter Erreichbarkeit – fanden rund 100 Besucherinnen und Besucher den Weg in die Galerie in der Habsburgergasse 2. Sie wurden dort von der 1. Vorsitzenden des Kunstvereins, Anne Härtel-Geise, herzlich begrüßt, die in ihrer Ansprache zugleich die besten Wünsche für ein neues Jahr voller Frieden, Gesundheit und Zuversicht zum Ausdruck brachte.

Die Gruppenausstellung vereint drei eigenständige künstlerische Positionen: Ulrike Schmelter und Marlies Ziemke aus Berlin sowie Hanne Karch aus der Nähe von Heidelberg. Verbunden durch eine langjährige Freundschaft und ihre gemeinsame Studienzeit an der Akademie für Malerei Berlin, treten die Künstlerinnen in einen intensiven visuellen Dialog, der die Ausstellung spürbar prägt.

Der Titel "Garten Eden" weckt starke Assoziationen von Paradies und Ursprung bis hin zu Sehnsucht und Verlust. Doch die Ausstellung löst sich bewusst von einer idyllischen Lesart. Stattdessen eröffnet sie einen offenen Denk- und Erfahrungsraum, in dem Natur nicht abgebildet, sondern emotional und malerisch erforscht wird. Landschaft wird hier zum Spiegel innerer Zustände, Farbe zum Träger von Erinnerung, Bewegung und Atmosphäre.

In den kraftvollen, farbgesättigten Waldlandschaften von Hanne Karch öffnen sich Traumräume jenseits realer Verortung. Dynamik, Schichtung und eine intensive Farbigkeit prägen ihre Malerei und lassen Natur als pulsierenden, atmenden Prozess erscheinen. Der neue, urige Projektraum wird durch ihre Werke in einen geheimnisvoll leuchtenden Farbraum verwandelt.

Ulrike Schmelter richtet den Blick auf Wasser, Himmel und Wolken. Ihre Bilder strahlen Weite und Ruhe aus und entfalten zugleich eine große emotionale Tiefe. Meer und Himmel werden zu Sehnsuchtsräumen, die zum Innehalten einladen und ein feines Gespür für die Fragilität der Natur vermitteln.

Der "Garten Eden" von Marlies Ziemke liegt vor allem im Inneren des Menschen. Ihre oft fragmentarischen Figuren und offenen Bildräume thematisieren Verletzlichkeit, Erinnerung und Übergangszustände. Eden erscheint hier nicht als verlorenes Paradies, sondern als leiser, immer wieder neu zu suchender Moment.

Die Ausstellung lebt vom spannungsvollen Zusammenspiel dieser drei Positionen und entfaltet eine große poetische Kraft. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von Johannes Michel aus Großenlüder, der mit Gesang und Gitarre sowie feinfühligen Songs für eine atmosphärische Ergänzung sorgte.

Die Ausstellung "Garten Eden" ist noch bis zum 8. März 2026 im Kunstverein Fulda zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 15–18 Uhr. (mp/pm) +++


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