16.01.26 - Husten, Fieber, Atemnot - osthessische Kliniken stehen derzeit vor einer Belastungsprobe. So auch am Klinikum Fulda, wie Barbara Froese, Leitung Marketing und Unternehmenskommunikation, erklärt: "Aufgrund der hohen Zahl stationärer Aufnahmen mit Isolationsbedarf ist die Situation derzeit angespannt. Die Versorgung aller Patientinnen und Patienten ist durchgängig sichergestellt." Allerdings könne es in der Notaufnahme zu längeren Wartezeiten kommen.

Das Klinikum in Fulda. Archivfoto: O|N/Christian P. Stadtfeld
Weiter heißt es zur aktuellen Lage auf OSTHESSEN|NEWS-Nachfrage: "In der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Fulda wurden in den vergangenen zwei Wochen deutlich mehr Patientinnen und Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen behandelt als im gleichen Zeitraum der Vorjahre." Das Spektrum reiche dabei von schweren Influenza-(Grippe-)-Fällen über virale und bakterielle Infektionen der Bronchien und der Lunge bis hin zu akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) bei Patientinnen und Patienten mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD).
Grippewelle deutlich früher gestartet

Verschiedene Atemwegserkrankungen beschäftigen die Krankenhäuser. Symbolbild: O|N/Carina Jirsch
Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag deutschlandweit die ARE-Aktivität (Akute respiratorische Erkrankungen) in der ersten Kalenderwoche 2026 auf einem niedrigen Niveau. Auch die Anzahl schwer verlaufender Atemwegserkrankungen blieb demnach über den Jahreswechsel auf einem moderaten Niveau. "Die Influenza-Aktivität steigt weiter an, die SARS-CoV-2-Aktivität ist rückläufig. Die Grippewelle hat laut RKI-Definition bereits Mitte November des vergangenen Jahres begonnen und damit deutlich früher als in den Vorjahren", so Froese. Unter den Viren würden seit einigen Wochen überwiegend Influenza A(H3N2)-Viren nachgewiesen.

Die Grippewelle sei im Klinikum Fulda derzeit für die Mehrzahl der Atemwegsinfektionen ...
Die Grippewelle sei im Klinikum Fulda derzeit für die Mehrzahl der Atemwegsinfektionen verantwortlich. "SARS-CoV-2 trägt zur Gesamtlast bei, ist jedoch im Vergleich zur Anzahl der Influenzafälle und anderer respiratorischer Erreger nicht relevant", konstatiert die Klinikum-Pressesprecherin. Die Härte der diesjährigen Infektionswelle mache sich auch folgendermaßen bemerkbar: "In unserer Zentralen Notaufnahme hat sich im Zeitraum vom 1. bis zum 12. Januar 2026 die Zahl der behandelten pulmonalen - die Lunge betreffenden - Infektionen im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Jahre 2024 und 2025 etwa verdoppelt."
So ist die Lage im Herz-Jesu-Krankenhaus

Pressesprecherin Viktoria Schmitt: "Unsere Notaufnahme wird seit etwa zwei Wochen ...Archivfoto: O|N

Das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda. Archivfoto: O|N/Carina Jirsch

Auch Corona-Fälle bleiben nicht aus. Symbolbild: O|N/Hendrik Urbin
Ein ähnliches Bild weist das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda auf. "Unter anderem ist COVID-19 aktuell einer von mehreren respiratorischen Erregern neben Grippe, RSV, etc. Die saisonalen Wellen dieser Viren führen im Winterhalbjahr zu einem 'Mix' von Infektionen", sagt Pressesprecherin Viktoria Schmitt. In der Klinik werden laut Schmitt gerade viele Patienten behandelt, die an Influenza erkrankt sind. "Unsere Notaufnahme wird seit etwa zwei Wochen von einer konstant hohen Anzahl an Patienten in Anspruch genommen, die Atemwegserkrankungen und Beschwerden aufweisen. Besonders viele Menschen sind mit Influenza, Infekten der Bronchien und der Lunge sowie chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) vorstellig."

Pressesprecherin Viktoria Schmitt: "Unsere Notaufnahme wird seit etwa zwei Wochen ...Symbolbilder: O|N/Carina Jirsch

Besonders ältere Menschen, Schwangere und immunschwache Menschen sind gefährdet. ...Symbolfoto: O|N/Hendrik Urbin

Symbolbilder: O|N/Carina Jirsch
Somit sei auch das Herz-Jesu-Krankenhaus momentan "stark ausgelastet", die Bettenbelegung sei "sehr hoch". "Da Patienten mit Influenza, COVID-19 und sonstigen Infektionen wegen ihrer Ansteckungsgefahr isoliert werden müssen, ist die Belastung der Krankenhäuser durch die vielen Atemwegsinfekte zunehmend erhöht. Doch die Patientenversorgung ist weiterhin umfassend sichergestellt, alle Patienten werden adäquat versorgt, der medizinische Betrieb ist nicht eingeschränkt und wir erwarten auch keine Einschränkungen."
Tipps in der Influenza-Saison

Einige Maßnahmen können helfen: Darunter Impfungen und das Tragen eines Maskenschutzes. ...
Um gesund durch die Influenza-Saison zu kommen, gibt Schmitt noch einige Tipps auf den Weg. "Impfungen bleiben wichtig, vor allem für Risikogruppen wie ältere oder immunsupprimierte Patienten wie auch Patienten mit Vorerkrankungen." Das Tragen eines Mundschutzes spiele ebenso eine Rolle bei der Hygiene - allerdings gezielt und situationsabhängig. Bei Krankheitssymptomen sei eine medizinische Maske (z.B. FFP2/KN 95) sinnvoll, um die Weitergabe von Viren zu reduzieren. Diese Maßnahme sei wichtig in öffentlichen Verkehrsmitteln, Arztpraxen oder bei engem Kontakt. So lassen sich auch besonders gefährdete Menschen schützen - etwa ältere Personen, Immungeschwächte oder Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und Pflegeheimen. (mkr) +++ 