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Am Donnerstag lud die Gemeinde Neuhof zum Neujahrsempfang. - Fotos: Carina Jirsch

NEUHOF "Glück entsteht zwischen uns"

Neujahrsempfang 2026: Ein Abend voller Impulse, Emotionen und Begegnungen

16.01.26 - Austauschen, Netzwerken, Zurückblicken und nach vorn schauen: Am Donnerstagabend hatten die Gemeinde Neuhof (Landkreis Fulda) und der heimische Gewerbeverein zum Neujahrsempfang geladen. Zahlreiche Gäste – darunter auch Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft – folgten der Einladung und kamen in der gut besuchten Kulturhalle des Gemeindezentrums zusammen. In gemütlicher Atmosphäre boten die Schirmherren ein unterhaltsames Programm, welches das Jahr 2026 stimmungsvoll einläutete.

Die Atmosphäre war ausgelassen, die Gäste in bester Laune und jeder Platz belegt. "So viele Besucher wie heute hatten wir noch nie", bemerkte Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) ganz stolz zum Auftakt des Empfangs. Ein Anlass, der definitiv Applaus verdient hatte! Mehr als 300 Menschen waren gekommen – ein beeindruckender Anblick für die Kulturhalle.

Neuhofs Bürgermeister Heiko Stolz.

Über 300 Gäste waren am Donnerstagabend gekommen.

Gastrednerin Valerie Niehaus

Stolz: "Wir setzen da an, wo wir aufgehört haben"

Zu Beginn des Abends bat Stolz um eine Schweigeminute – zum Gedenken an die Verstorbenen des vergangenen Jahres sowie an den jungen Feuerwehrmann, der bei einem Einsatz in Flieden infolge eines medizinischen Notfalls ums Leben gekommen war. Im Anschluss sorgte das talentierte Musiker-Duo "Kathi und Daniel Unplugged" mit Gitarre und Gesang für eine stimmungsvolle Einlage. Erst danach ergriff der Rathauschef das Wort, blickte auf das Jahr 2025 zurück und gab zugleich einen Ausblick auf die Herausforderungen und Chancen des neuen Jahres. "2025 war ein Jahr, in dem wir viel bewegt haben", betonte er.

Die ärztliche Versorgung wurde gesichert, das Familienzentrum gegründet, das Fachmarktzentrum entwickelt und der Glasfaserausbau deutlich vorangetrieben. Doch der Blick ging auch nach vorn: "2026 wird entscheidend und prägend für unsere Gemeinde", so Stolz. Mit zahlreichen Projekten und Baumaßnahmen, aber auch der anstehenden Kommunalwahl stehe die Kaligemeinde vor einem Jahr der Weichenstellungen. "Wir setzen da an, wo wir aufgehört haben – und dürfen auf jeden Fall gespannt sein", versprach er.

Miriam Kühner und Erik Möller moderierten den Neujahrsempfang.

Das Musiker-Duo "Kathi und Daniel Unplugged" sorgte für eien gute Stimmung. ...

Jan-Niklas Jordan, O|N-Vertriebschef (li), Christian P. Stadtfeld, O|N-Geschäftsführer ...

Thema Kaliberg: "Wir brauchen Offenheit, Transparenz und Dialog"

Zwei Themen überstrahlten den Abend besonders: die Zukunft des Kalibergs und die finanzielle Lage der Kommune. Zum Kaliberg sagte Heiko Stolz: "Das Thema begleitet uns und wird es auch noch viele weitere Jahre tun." Die Bürgerinitiative (BI) Umwelt Neuhof habe am Mittwochabend "das Wesentliche zusammengefasst" und leiste allgemein "in ehrenamtlicher Arbeit sehr informative Beiträge". Es gehe um Umwelt, um Bergbau und um den größten Arbeitgeber der Region mit rund 750 Beschäftigten. "Wir brauchen Offenheit, Transparenz und Dialog. Ohne Gespräche wird es nicht das Ergebnis geben, das wir uns erhoffen." Die Umsetzung möglicher Maßnahmen sei deshalb ein Generationenprojekt: "Wir sprechen über Zeiträume bis 2075 – das ist eine Dimension, die unsere Gemeinde überstrahlt."

Gastrednerin Valerie Niehaus mit ihren Eltern.

Finanzielle Lage: "Die guten Zeiten gehören der Vergangenheit an"

Das zweite große Thema war die finanzielle Lage. "Die guten Zeiten gehören der Vergangenheit an", sagte Stolz offen. Die Lage der Kommunen in Deutschland sei teils dramatisch, und auch an Neuhof gehe das nicht vorbei. "Wir haben ein strukturelles Problem mit den Finanzen, und das beginnt beim Bund, geht über die Länder bis in die Kommunen." Für 2026 werde es in Neuhof keinen ausgeglichenen Haushalt geben. Stolz mahnte für die Allgemeinheit: "Wir leisten uns in Deutschland einen Sozialapparat, den wir uns bald nicht mehr leisten können." Die Einnahmen sinken, die Ausgaben steigen – das mache den Kommunen zu schaffen. "Wir müssen verstehen, dass eine neue Welt eingetreten ist." Und diese bedeute nun mal: sparen und bewusst haushalten.

Dann packte Stolz ein weiteres Thema an: "Veränderung beginnt im Kopf. Ich erlebe viele unzufriedene Menschen – gefühlt ist jeder Zweite im Land unzufrieden." Kritik sei überall präsent, doch es gelte, sich auf das Wesentliche zu fokussieren und positiver zu werden. "Wir müssen anpacken und Aufbruchstimmung verbreiten – jeder für sich, denn bei jedem fängt es an."

Gewerbeverein Neuhof: "Die Gemeinschaft trägt uns"

Anschließend kam auch der Gewerbeverein rund um Kai Nüchter (1. Vorsitzender) und Guido Nehren (2. Vorsitzender) zu Wort. Der zweite Vorsitzende betonte dabei vor allem den starken Zusammenhalt: "Die Gemeinschaft trägt uns extrem." Mit dieser Stärke gehe aber auch jede Menge Verantwortung einher – besonders im Auftreten und in der Kommunikation. "Wir müssen zeigen, wie man miteinander umgeht", sagte er. Zugleich hob er die gute Arbeit des Vereins hervor. "Wir haben uns 2025 regelmäßig gefragt: Was brauchen wir und was machen wir daraus?"

"Glück ist kein Ort. Es entsteht zwischen uns"

Valerie Niehaus, vielen bekannt aus ihrem TV‑Debüt in "Verbotene Liebe", sprach beim Empfang über Glück, Veränderung und die besondere Stimmung zum Jahreswechsel. Obwohl sie mittlerweile in Berlin lebt, komme sie immer wieder gern zu ihren Wurzeln nach Fulda zurück – "es ist jedes Mal wie ein Nachhausekommen, und eines, das sich gut anfühlt". Sie beschrieb den Jahreswechsel als Zeit großer Erwartungen: "Neujahr ist eine merkwürdige Zeit – plötzlich soll alles anders werden." Veränderungen seien notwendig, aber auch schmerzhaft. "Wir verabschieden uns ständig von Dingen, an die wir uns gewöhnt haben und ständiger Abschied tut eben weh."

Aus über 30 Jahren in der Öffentlichkeit habe sie gelernt: "Glück ist kein Zustand, sondern eine Fähigkeit – zur Anpassung, zur Beweglichkeit, zum Perspektivwechsel." In einer Welt, die sich rasant verändert, fühlen sich viele überfordert. "Wir fahren auf Sicht und das zehrt an uns." Doch gerade schwierige Zeiten könnten ein Geschenk sein. Ihr Schlussgedanke: "Glück ist kein Ort. Es entsteht zwischen uns."

Ein Moment der Anerkennung: Würdigung für Johannes Wahl

Nach einer weiteren musikalischen Einlage ging es zur Ziehung des Jahreshauptgewinns des Gewerbevereins sowie zur Vorstellung der neuen Gutscheine über. Eine besondere Würdigung erhielt zudem Johannes Wahl, der für seine herausragenden Dienste geehrt wurde. Bürgermeister Heiko Stolz hob hervor, wie sehr ihn diese Ehrung freue: "Ich kenne Johannes seit einem Jahrzehnt aus dem Blasorchester Neuhof – er hat schon viele schwierige Zeiten erlebt und ist immer drangeblieben." Im vergangenen Jahr schloss Wahl seine Ausbildung zum Elektroniker ab – und das als Jahrgangsbester. "Mit Mitte 30 seinen Berufstraum zu finden und dann noch mit so viel Erfolg abzuschließen, das verdient großen Respekt", betonte Stolz.

Zum Abschluss des Abends hieß es dann: Netzwerken, gute Gespräche führen und das eine oder andere leckere Häppchen genießen. Sehen Sie hier einige Impressionen unserer OSTHESSEN|NEWS-Fotografin Carina Jirsch, die die schönsten Momente des Neujahrsempfangs festgehalten hat. (js)+++


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