26.01.26 - Die Sportlerin Jennifer Romanowski aus Nüsttal ist selbstständige Ultratrailrunnerin, hat schon an zahlreichen Wettkämpfen teilgenommen und war dort sehr erfolgreich. Sie ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern sowie Organisatorin und Mitveranstalterin des Heartbeat Ultra Fulda - ein Spendenlauf, der in der Johannisau stattfindet und dessen Einnahmen der Organisation Fontanherzen gespendet werden.
OSTHESSSEN|NEWS hat Jennifer gefragt, ob das Trailrunning vor allem im Winter irgendwelche Schwierigkeiten aufwirft, worauf man achten muss und was ihre persönliche Lieblingsjahreszeit zum Laufen ist. Lesen Sie selbst!

Laufen kann man auch im Winter! Foto: Privat
"Im Winter verbraucht der Körper mehr Energie als im Sommer"
Wettkämpfe im Ultratrailrunning finden ganzjährig statt, es wird also meist kein Unterschied zwischen den Jahreszeiten gemacht. Jennifer hat uns jedoch erzählt, sie sei einmal im September einen Wettkampf in Mayrhofen in Österreich gelaufen, dieser sei jedoch nach rund dreieinhalb Stunden abgebrochen worden, begründet durch schwierige Wetterbedingungen - inklusive Wintereinbruch, Schnee und Eis. Worauf man während des Trainings im Winter achten muss, hat sie uns im Gespräch verraten: "Im Winter verbraucht der Körper deutlich mehr Energie als im Sommer, also muss man ihm auch mehr Kohlenhydrate zuführen. Es ist wichtig, dass man sofort nach dem Training etwas isst oder einen Shake trinkt. Außerdem sollte man vor allem in den Bergen sogenannte 'Grödel' tragen, die verhindern das Ausrutschen."

Foto: Marius Holler

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Foto: sportograf
Glätte, Minusgrade und Frost
Die Verletzungsgefahr sei im Winter ebenfalls hoch, nicht nur aufgrund von Glätte, sondern auch aufgrund von zu kurzen oder falschen Aufwärmphasen und daraus entstehenden Muskelverletzungen. Wichtig sei daher, sein Training je nach Jahreszeit anzupassen und anders als im Sommer zu trainieren. Bei zweistelligen Minusgraden und Frost lautet Jennifers Tipp: "Man sollte entweder mit einem Tuch vor dem Mund laufen oder so trainieren, dass der Pulswert im niedrigen Bereich bleibt."

Foto: Privat
Natürlich muss man immer vorsichtig sein, was Wetterbedingungen, Eis oder Schnee angeht. Man sollte flexibel sein, was die Trainingszeiten angeht, da man zum Beispiel darauf achten muss, dass die Bahn oder der Trail, auf dem man laufen möchte, nicht zu beschneit, gefroren oder glatt ist. Glätte macht Stadionbahnen besonders gefährlich, und auf Trails wird Schnee schnell zum Problem, weil er Wurzeln und Steine verdeckt. Dadurch erkennt man Hindernisse viel später, was das Risiko zu stolpern und sich zu verletzen deutlich erhöht. Außerdem sollte man im Winter möglichsts nicht mit kurzer Hose laufen, sondern sich passend zum Wetter anziehen.
Höhere Belastung im Winter: Ernährung und Infektanfälligkeit im Fokus

Foto: Privat
Der Körper ist bei denselben Sporteinheiten wie im Sommer deutlich belasteter, darum setzt Jennifer Romanowski während des Sport auf die Zufuhr von 90 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde anstatt wie in wärmeren Jahreszeiten auf 60 Gramm pro Stunde. Auch hat sie erzählt, dass der Open-Window-Effekt im Winter viel stärker als im Sommer sei. Dieser Effekt beschreibt, dass der Körper oft nach dem Sport anfälliger für Infektionen ist, besonders was die oberen Atemwege betrifft.
Auf die Frage, was ihre Lieblingsjahreszeit sei, antwortete Jennifer Romanowski: "Ganz klar der Herbst, nicht nur zum Laufen, sondern auch generell. Ich liebe die Alpen und fahre zu jeder Gelegenheit in den Süden und in die Berge. Wer schon mal im Herbst in den Alpen war und einen Sonnenuntergang miterlebt hat, der versteht, warum das meine Lieblingsjahreszeit ist." (O|N-Praktikantin Smilla Lauth)+++