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Hausarzt Klaus‑Peter Raschkewitz geht in den Ruhestand, sucht jedoch dringend eine Nachfolge, damit sein seit 34 Jahren aufgebautes Lebenswerk und die Versorgung von 1.200 Patienten in Burghaun nicht verloren gehen. - Fotos: Erik Spiegel

BURGHAUN Nachfolger für Praxis gesucht

Rente ja, Abschied nein: Hausarzt Raschkewitz ringt um Zukunft seiner Patienten

26.01.26 - Durch ein Instagram-Video wird seine Geschichte publik und macht klar: Ihm liegt etwas an seiner Arbeit - und vor allem an den Menschen. Hausarzt Klaus-Peter Raschkewitz geht bald in seine vollverdiente Rente, freut sich aber nicht nur auf die Zeit mit seiner Verlobten Petra und den Kindern sowie Enkelkindern, sondern sorgt sich auch um die Zukunft seiner geliebten Praxis: Es gibt aktuell niemanden, der die Praxis in der Gemeinde Burghaun (Landkreis Fulda) weiterführt.

Das Video stellt eine Parodie zur bekannten Serie "Bergdoktor" dar und macht mit Charme und Witz auf die leider sehr aktuelle Herausforderung aufmerksam: Ohne Raschkewitz ist die Praxis - und so auch die Versorgung der etwa 1.200 Patienten - seinem Ende geweiht. Bereits seit 34 Jahren existiert sie in der Schlossstraße 5. Nun möchte er seinen Kittel bildlich weitergeben. Im Video macht er klar: "Ich wünsche mir, dass es weitergeht und die Patienten, die ich über die Jahre betreut habe und die mir ihr Vertrauen entgegengebracht haben, weiterversorgt werden." Ein großes Problem: der Ärztemangel. Im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS erklärt der Arzt die aktuelle Situation und bietet Einblicke, wie es weitergehen könnte.

Hausarzt Klaus-Peter Raschkewitz geht bald in seine vollverdiente Rente, freut sich ...

Raschkewitz ist als engagierter und liebevoller Arzt der Allgemein-, Notfall-, Palliativ- und Reisemedizin sowie der Akupunktur bekannt. Sein Wunsch ist, dass seine Praxis und seine Arbeitsweise unter neuem Namen weitergeführt werden. "Ich habe die Praxis mit 33 Jahren geöffnet, das ist mein halbes Leben", so der 66-Jährige. Schnell wird klar: Hierbei handelt es sich um sein Baby, sein Lebenswerk, das er so schnell nicht aufgeben möchte. Und so startet die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin.

Bereits seit 34 Jahren existiert sie in der Schlossstraße 5.

Der Hausarzt möchte, dass es mit seiner Praxis weitergeht.

Es soll weitergehen, doch: "Ich spüre den Ärztemangel extrem"

"Wenn ich komplett aufhöre und schließen muss, was wird aus den Patienten? Sie stehen alle erstmal alleine da", sorgt sich Raschkewitz. Auch sein langjähriges Wissen würde so mit der Zeit verloren gehen. "Ich verstehe die Angst, selbstständig zu sein, man ist selbst verantwortlich. Aber darin liegen auch die Vorteile. Man kann nach seiner eigenen Medizin handeln und die direkte, enge Verbindung zu den einzelnen Patienten ist etwas ganz Besonderes." So hat der Hausarzt zahlreiche persönliche Geschichten mit seinen Patienten. An der Seite eines Patienten hatte er mal einen Herzinfarkt und weitere Krankheiten durchgestanden. Aber auch lustige und kuriose Erlebnisse gab es in den vielen Jahren. "Es kam mal eine Patientin zu mir, die früher schon immer da war. Sie wurde von einem Schwein gebissen und brachte dann Schwartenmagen mit, angeblich von diesem Schwein", lacht er. Allgemein sei im gesamten Ort das ländliche Vertrauen und die Freundlichkeit spürbar. All das - diese Geschichten und auch das Behandeln - wird ihm fehlen.

Doch die Zukunft der Praxis besorgt ihn: "Ich spüre den Ärztemangel extrem. Die Zahl ...

Doch die Zukunft der Praxis besorgt ihn: "Ich spüre den Ärztemangel extrem. Die Zahl der Praxen nimmt ab und die Vertretungsbelastung steigt enorm. Es ist sehr schwierig, die Patienten zu vermitteln, da alle ausgelastet sind. Das heißt, wir müssen mehr auffangen als vorher. Das erschwert die gesamte Arbeit", schildert Raschkewitz. Doch der potenzielle Nachfolger muss sich nicht fürchten, komplett alleine dazustehen, denn: "Ich kann mir auch vorstellen, noch ein oder zwei Jahre zu bleiben, um den Nachfolger weiterzubilden und die Übernahme zu erleichtern. Außerdem kann man hier auch sehr gut mit zwei Hausärzten arbeiten."

Der Wunsch ist, dass seine Praxis und seine Arbeitsweise unter neuem Namen weitergeführt ...

Die Hoffnung bleibt: Versorgung muss gesichert werden

Die gesamte Situation belastet den 66-Jährigen sehr: "Das macht mir viele schlaflose Nächte. Ich weiß nicht, wie es für die Patienten und ihre Versorgung weitergeht. Außerdem fürchte ich mich davor, selbst nicht mehr helfen zu können." Voller Herzblut war er für seine Patienten da und so hofft er, dass auch sein Nachfolger mit Leidenschaft und Hingabe arbeitet. "Es ist wirklich eine tolle Praxis und ich hoffe, dass diese Versorgungsstelle nicht wegbricht." Der Wunsch ist klar: "Ich wünsche mir, dass sich jemand findet, der für alle Patienten da ist und Freude am Kontakt mit den Patienten hat."

"Wenn ich komplett aufhöre und schließen muss, was wird aus den Patienten?" ...

Auch wenn die Zukunft ungewiss ist, gibt Raschkewitz die Hoffnung nicht auf. Er glaubt fest daran, dass sich jemand findet, der seine Arbeit weiterführt und die Versorgung in Burghaun sichert. Denn eines steht für ihn fest: Diese Praxis verdient eine Zukunft. (Mia Schmitt) +++


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