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Wird der Führerschein günstiger? Manche Fahrschüler spekulieren, andere sind auf ihn angewiesen – koste es, was es wolle - Symbolbild: Pixabay

REGION Reformvorschläge erst im März

Führerschein bald günstiger? - Der Alltag lässt oft kein Warten zu

02.02.26 - Im März soll der erste Gesetzesentwurf zur geplanten Führerscheinreform vom Bundesverkehrsministerium vorgelegt werden. In den letzten Monaten sorgte dieses Vorhaben für viel Unsicherheit – nicht nur bei angehenden Autofahrern, sondern auch bei den Fahrschulen. Insbesondere in eher ländlich geprägten Regionen wie Osthessen und der Rhön sind viele Menschen auf einen Führerschein angewiesen, der in der Vergangenheit immer teurer wurde.

Einige junge Menschen, die mit dem Gedanken spielen, ihre Fahrerlaubnis zu machen, warten aktuell ab. Es könnte in Zukunft nämlich günstiger werden, wenn die Bundesregierung geplante Maßnahmen zur Führerscheinreform durchsetzen kann. Diese beinhalten unter anderem mehr Online-Unterricht, einfachere Prüfungen und mehr Fahren am Simulator. Andere wiederum haben die Meldung aber auch gar nicht erst mitbekommen oder können nicht warten. "Der Führerschein ist vor allem auf dem Land sehr wichtig, da man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kaum eine Anbindung hat", so äußerte sich ein Fahrschüler zur Situation. Es bleibt also nicht viel Zeit, um die Fahrschule aufzuschieben, wenn das Arbeitsleben naht.

Die ÖPNV-Anbindung ist vielerorts keine Option. Symbolbild: Pixabay

Bei den Fahrschulen im städtischen Raum sieht es dahingegen anders aus. Einige von ihnen merken schon jetzt, obwohl noch kein offizieller Gesetzesentwurf vorliegt, dass die Zahl der Anmeldungen zurückgeht. Durch eine bessere ÖPNV-Anbindung fehlt die Dringlichkeit zur Fahrerlaubnis. Die Folge: Der Führerschein wird aufgeschoben und das könnte so weitergehen, sobald es konkrete Pläne der Bundesregierung gibt. Der Fahrlehrerverband Hessen rät dazu, Ruhe zu bewahren: "Ein Abwarten bringt keinerlei Vorteil, da es bis zum Sommer 2026 keine neuen Regeln geben wird", so der Vorsitzende Jürgen Kopp.

Die Maßnahmen der Fahrschulen

Erfahrungen auf der Straße kann kein Simulator ersetzen Symbolbild: Pixabay

Die Fahrschule Wallmann befindet sich in Fulda direkt am Bahnhof. Foto: Philipp Gerhard

Marco's Fahrschule bildet in Hünfeld nun schon seit 22 Jahren aus. Foto: Marco Weider

Doch was tun die regionalen Fahrschulen, um Kosten zu senken? Insbesondere Simulatoren stehen dabei im Fokus, denn sie könnten die Anzahl der Stunden eventuell senken. "Vielen nimmt der Simulator die Angst, später etwas falsch zu machen", erklärte die Fahrschule Wallmann aus Fulda. So bekäme man vorab ein Gefühl für das Fahren, ohne tatsächlich am Straßenverkehr teilzunehmen. "Trotzdem muss so ein Gerät auch finanziert werden und ist oft noch weit entfernt von der Realität", so äußerte sich Fahrlehrer Marco Waider aus Hünfeld gegenüber O|N. Also ist ein Simulator auch nicht die Wunderwaffe, um die Kosten für Schulen und Schüler zu senken.

"Was tatsächlich Kosten senkt, ist die Prüfung B197", führt Waider weiterhin aus. Dabei handelt es sich um die teilweise umstrittene Möglichkeit, die praktische Führerscheinprüfung für ein Schaltfahrzeug mit einem Automatikgetriebe durchzuführen. Dafür sind nur zehn zusätzliche Stunden mit einem Schaltgetriebe nötig sowie eine 15-minütige Probefahrt. Die restlichen Fahrstunden können auf einem Fahrzeug mit Automatik absolviert werden. Durch Wegfallen von Kuppeln und Schalten können sich Fahrschüler schneller auf den Verkehr konzentrieren, sicherer werden und die Stunden reduzieren. Die dadurch fehlende Erfahrung mit einem Schaltgetriebe stößt allerdings vielerorts auf Kritik.

Wie es nun weitergeht, bleibt zunächst abzuwarten, bis die Bundesregierung im März einen Entwurf vorlegt, der aller Wahrscheinlichkeit nach für einiges an Diskussionsstoff sorgen wird. Bis dahin heißt es für Fahranfänger: Schulen nach den eigenen Bedürfnissen vergleichen und in den Theoriestunden gut aufpassen, um eine stabile Grundlage für die Teilnahme am Straßenverkehr aufzubauen. (pg)+++


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