10.02.26 - Insgesamt 14 Absolventinnen und Absolventen dualer Ausbildungsberufe, die ihre um ein halbes Jahr vorgezogene Abschlussprüfung erfolgreich absolviert haben, wurden vergangene Woche aus ihrer Lehrzeit verabschiedet. Dazu lud die Konrad-Zuse-Schule mit der Industrie- und Handelskammer Fulda zur gemeinsamen Verabschiedung nach Hünfeld in die Räumlichkeiten der beruflichen Schule ein.
Zur Begrüßung der Gäste und Lehrer brachte Abteilungsleiter Jens Heddrich ein Zitat von ITPionier Konrad Zuse mit: "Der Glaube an eine bestimmte Idee gibt dem Forscher den Rückhalt für seine Arbeit. Ohne diesen Glauben wäre er verloren in einem Meer von Zweifeln und halbgültigen Beweisen." Konrad Zuse jemand gewesen, der nicht darauf gewartet ha, dass jemand anders die Zukunft erfindet, sondern der sie "selbst gebaut" habe. Er hatte etwas, das man nicht lernen könne wie Vokabeln – aber sehr wohl entwickeln kann: Pioniergeist! Er habe gesehen, dass die Welt Rechenprobleme habe – und anstatt sich damit abzufinden, habe er gefragt: "Geht das nicht anders? Geht das nicht besser?"
Und dann habe er genau das getan, was Pioniere tun: Ausprobieren, verwerfen, neu denken, wieder ausprobieren – und weitermachen, auch wenn es schwierig gewesen sei. Innovation beginne nicht mit perfekten Bedingungen, sondern mit einer Idee und dem Mut, sie ernst zu nehmen. Dieser Gedanke sei heute aktueller denn je, so Heddrich. Denn die Zukunft falle nicht vom Himmel – sie werde gemacht, wie z. B. von ehemaligen Auszubildenden und künftigen Fachkräften:
- von Informatikerinnen und Informatikern, die aus Ideen funktionierende Systeme bauen,
- von Holztechnikerinnen und Holztechnikern, die nachhaltig denken und handwerkliche Präzision mit modernem Know-how verbinden,
- von Menschen in der öffentlichen Verwaltung, die Digitalisierung verantwortungsvoll und bürgernah umsetzen,
- und von IT-Kaufleuten, die Innovation nicht nur technisch verstehen, sondern auch wirtschaftlich möglich machen.
Daniela Schmitt als Vertreterin des Ausbildungs- und Prüfungswesens der IHK Fulda dankte allen Ausbildungsbeteiligten und gratulierte den frisch gebackenen Absolventinnen und Absolventen zu ihrem selbst gesteckten, aber auch selbst erreichten Ziel. Jens Heddrich schloss sich dem an und wünschte Mut, Neugier sowie die Freiheit, die eigenen Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Nils Küster als Leiter der Klasse HzOb betonte in einer kurzen Ansprache den großen Leistungswillen von Simon Aha, der während der Verkürzung seiner Ausbildungszeit eine enorme Doppelbelastung ausgehalten und trotzdem einen glänzenden Abschluss erzielt hat. Nach einem familiären Schicksalsschlag beendete Simon nicht nur seine Ausbildung mit hervorragenden Leistungen, sondern sah sich auch gezwungen, die elterliche Schreinerei zu übernehmen.
"Besser kann man seine Kompetenzen nicht unter Beweis stellen", sagte der Klassenlehrer. Der Ausbildungsbetrieb Fensterbaubetrieb Kehrel, Eiterfeld, freut sich über das erfolgreiche Ende der Ausbildung des ehemaligen Auszubildenden Justin Görich. "Wir haben zwar einen kompetenten Azubi verloren, aber einen motivierten Mitarbeiter gewonnen", sagt Firmeninhaber Jonas Kehrel. Ein besonderer ehemaliger Auszubildender ist Görkem Yirmibes, so war auf der Verabschiedung zu hören. Nach Angaben von Klassenlehrer Nils Küster hat Görkem seine Umschulung in zwei Jahren absolviert, dessen familiäre Wurzeln in der Türkei liegen.
"Gemeinsame berufliche Ausbildung ist gelebte Integration", betonte Küster. Der ehemalige Auszubildende Matthes Werners zeigte sowohl in der Fachpraxis als auch in der Theorie durchweg hervorragende Leistungen. Eine Stütze für Betrieb, Berufsschule – und somit für das gesamte Holzwerk, hob Küster anlässlich der Zeugnisübergabe hervor. (mp/pm) +++