20.03.26 - Die Benediktinerinnenabtei zur Hl. Maria in Fulda steht – wie viele Ordensgemeinschaften in
Deutschland – vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Während die Gemeinschaft im Jahr 2026
ihr 400-jähriges Bestehen feiert, richtet sie zugleich den Blick nach vorne und führt ihre lange Tradition
im Geist ihrer benediktinischen Prägung vertrauensvoll mit neuen Perspektiven in die Zukunft.
Das 1626 zur Stärkung der katholischen Reform gegründete Frauenkloster prägt seit vier Jahrhunderten
das geistliche und kulturelle Leben in Fulda. Der demografische Wandel und der fehlende Nachwuchs
führen jedoch dazu, dass sich die Gemeinschaft in den kommenden Jahren weiter verkleinern wird.
Schon heute ist absehbar, dass der Erhalt und die Nutzung der bestehenden Klosteranlage langfristig
nicht mehr aus eigener Kraft möglich sein werden.
Vor diesem Hintergrund prüfen die Schwestern derzeit intensiv, wie ihr klösterliches Leben künftig in tragfähiger und geistlich stimmiger Weise – im Sinne eines benediktinischen Klosterlebens – fortgeführt werden kann. In diesem Zusammenhang wird unter anderem die Errichtung eines Neubaus sowie der mögliche Teilverkauf des Grundstücks und des derzeitigen Klosters einschließlich der Nebengebäude in Betracht gezogen.
Ziel dieser Überlegungen ist es, wirtschaftlich zukunftsfähige Strukturen zu schaffen, der Gemeinschaft weiterhin eine benediktinische Lebensweise zu ermöglichen und die Versorgung und Pflege der Schwestern im Alter dauerhaft abzusichern. Es ist den Schwestern der Abtei ein aufrichtiges Anliegen, weiterhin in Fulda zu bleiben. Diesen Ort verstehen sie nicht nur als geografischen Standort, sondern als geistliche Heimat und konstitutiv für ihre benediktinische Berufung. Hier, an traditionsreichem Boden, der vom Gebet und Glauben vieler Generationen geprägt ist, sehen sie ihren Auftrag, die benediktinische Präsenz lebendig zu halten. Es ist der ausdrückliche Wunsch der Gemeinschaft, in Fulda weiterhin ein Zeichen der Treue, der Beständigkeit und des suchenden Glaubens zu sein – im Dienst an der Kirche und an den Menschen, die mit uns diesen Weg teilen.
Zudem soll der Klosterladen erhalten bleiben, ebenso die Herstellung der klostereigenen Spezialprodukte, die im Rahmen des ökologischen Gartenbaus – soweit möglich – fortgeführt werden soll. Für die nachhaltige Entwicklung des Standorts haben die Schwestern die PRO SECUR Immobilien GmbH als exklusiven Partner beauftragt. Das bundesweit tätige Unternehmen mit Sitz in Köln ist auf kirchliche Immobilien spezialisiert und verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Begleitung von Ordensgemeinschaften. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Entwicklung einer würdigen und tragfähigen Nachnutzung der Klosteranlage – im Einklang mit den christlichen Werten der Benediktinerinnen und der besonderen historischen Bedeutung des Standorts.
Die Benediktinerinnen danken allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern herzlich für Vertrauen, Verbundenheit und Verständnis in dieser herausfordernden Zeit. Sie blicken zuversichtlich in die Zukunft und sind überzeugt, dass sich – im Geist der benediktinischen Tradition – neue Wege für ein geistliches Leben in Gemeinschaft eröffnen werden.
In diesem Jahr kann die Abtei ihr 400-jähriges Bestehen begehen.
Die Benediktinerinnenabtei zur Hl. Maria liegt zwar mitten in der Innenstadt Fuldas, wird in der Öffentlichkeit aber meist nur wenig wahrgenommen. Neben der bereits bestehenden Männerabtei auf dem Frauenberg wurde das Frauenkloster 1626 zur Stärkung der katholischen Reform gegründet. Während die Reichsabtei Fulda 1802 infolge der Säkularisation aufgehoben wurde, setzt die Abtei zur Hl. Maria die benediktinische Tradition in Fulda bis heute ununterbrochen fort. In diesem Jahr kann die Abtei ihr 400-jähriges Bestehen begehen.

10 Benediktinerinnen leben und arbeiten zur Zeit im der Abtei in Fulda Foto: Monika Braaksma

Foto. Monika Braaksma
Derzeit leben und arbeiten zehn Schwestern im Alter zwischen 53 und 85 Jahren in der Klostergemeinschaft. Im Pflegehaus St. Lukas, das 2007 für die Schwestern gebaut wurde, werden die alten und kranken Mitschwestern liebevoll betreut.

Der Kreuzgarten Foto: Abteiarchiv

Foto: O|N-Archiv
Einen Blick in den wunderbaren Klostergarten kann man vom Klosterladen und dessen Terrasse, die von der Nonnengasse aus zugänglich sind, erhaschen. Im Laden werden Köstlichkeiten aus der Klosterküche, die beliebten Kräuterliköre sowie Schriften zum biologischen Gartenbau und der von den Nonnen entwickelte Kompostaktivator Humofix angeboten.
Festjahr mit zwei Höhepunkten
Das 400-jährige Bestehen gilt es, in diesem Jahr gebührend zu feiern. Höhepunkte des Festjahres sind zwei Festtage: das Benediktsfest am 21. März. An diesem Tag wird gleichzeitig auch das 25-jährige Weihejubiläum von Äbtissin Benedikta Krantz OSB gefeiert, sowie das Fest Maria Geburt am 8. September. Beide Tage werden feierlich begangen.
Hauptzelebrant am 21. März ist Abtpräses Franziskus Berzdorf OSB, Beuron. Die musikalische Gestaltung liegt bei den Schwestern der Abtei und dem Jugendkathedralchor unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber. Danach gibt es einen Empfang im Kreuzgang mit der Gelegenheit zu Gratulation und Begegnung. Gegen 11 Uhr wird P. Dr. Elmar Salmann OSB, Abtei Gerleve, der auch Festprediger ist, einen Vortrag anbieten. Mit dem Mittagessen schließt die offizielle Feier. Am Nachmittag findet um 16 Uhr ein Konzert für Orgel und Flöte mit Werken statt. Der Eintritt ist frei – Spenden sind willkommen. (pm/ci)+++ 