31.03.26 - Wir alle haben sie - diese Songs, die mehr als Musik sind. Sie sind Momente, Erinnerungen, Lebensgefühl. Sie bringen uns zurück in unsere Jugend oder an den Tag, an dem wir unsere große Liebe getroffen haben. Verbinden uns einmal mehr mit dem ersehnten Urlaub im Süden oder mit der Zeit, in der sich alles irgendwie anders anfühlte und wir uns neu finden sollten. Einen Abend voll mit genau solchen "Song-Momenten" durften am Samstag die Gäste des Benefizkonzerts der Lauterbacher Band Patchwork im Saal des Posthotels Johannesberg erleben, als die sechs Musikerinnen Coversongs, die sie begeistern und begleiten, auf die Bühne brachten.

Die Band Patchwork

Bassistin Natascha Luft

Gitarristin Laura Struppe
Zu Gunsten des Lauterbacher Tierschutzvereins spielten die Musikerinnen an diesem Abend für ihre Zuhörer. Bereits in der Vergangenheit gab es schon mehrfach Konzerte auf Spendenbasis für das Tierheim, erstmalig nun mit der Lauterbacher Frauenband. Doch für die Veranstalter war der Abend, wie Barbara Schreck aus dem Vorstand des Vereins berichtete, ein voller Erfolg: Insgesamt 130 Menschen kauften Tickets und spendeten so jeweils 10 Euro für den guten Zweck und auch weitere Spenden für die Arbeit des Tierheims konnten am Abend gesammelt werden. Insgesamt kamen so 1.620 Euro zusammen. "Das Tierheim braucht immer Geld", erklärte Schreck. Umso dankbarer zeigte sie sich für diese Summe.

Schlagzeugerin Hannah Eisler
Satte zweieinhalb Stunden lang nahmen die Musikerinnen ihre Zuhörer mit auf eine Reise durch ihr Repertoire. Seit der Gründung der Band, die nun mehr rund 10 Jahre zurück liegt, ist dieses zu einer beachtlichen Mischung gewachsen und das, ohne dabei zufällig zu wirken. "Jede von uns bringt Songs mit, die ihr gefallen. Wir verleihen diesen dann unseren eigenen Twist und bringen sie auf die Bühne", erklärte Gitarristin Laura Struppe im O|N-Gespräch noch vor dem Konzert. Ein Versprechen, das die Künstlerinnen am Samstag hielten: Deutsche Rockhymnen wie "Altes Fieber" von den Toten Hosen waren ebenso zu hören wie Zaz' "Je Veux" und Maneskins Hit "Beggin'". Aber auch vor Udo Lindenberg oder der Münchner Freiheit hatten Patchwork keine Scheu, nahmen das Beste all dieser Musikerfolge und gaben eine große Prise ihrer eigenen Musikidentität hinzu.
Teil dieser ist die große instrumentale Vielfalt, die die überwiegend ehemaligen Schülerinnen der Lauterbacher Musikschule mitbringen. Neben Gesang (Romina Usinger und Sabine Dietrich), Klavier (Bettina Mazur), Gitarre (Laura Struppe), Bass (Natascha Luft) und Schlagzeug (Hannah Eisler) bereichern unter anderem Akkordeon, Saxophon und Kazoo den Klang der Band.
"Ich höre alles" - von der Floskel zum Kompliment
Bei ihrer riesigen Spielfreude und sympathischen Art begeisterten die Musikerinnen am Samstagabend die Menge aber vor allem mit ihrer großen Versiertheit. Leadsängerin Romina Usinger zeigte große Bandbreite von den rockig-wilden bis hin zu den ganz zarten Klängen und berührte - oftmals in Begleitung von Sabine Dietrich, die ebenfalls einige tolle Soli sang - ihre Gäste.

Sabine Dietrich singt, spielt aber auch Akkordeon und Kazoo
Auch die Instrumentalistinnen zeigten: Die pure Lust an Musik, bricht mit allen Genregrenzen. "Ich höre alles" - was gemeinhin als Floskel für nicht-festgelegten Musikkonsum kritisch verwendet wird, machen Patchwork zu einem Kompliment. Sie zeigen, dass ein Mix aus Stilen, Epochen und Einflüssen nicht willkürlich sein muss, sondern man tatsächlich sehr gut "eigentlich alles" hören und spielen kann, ohne dass die Musikauswahl dabei seicht oder uninspiriert sein muss. Ganz im Gegenteil.
Bonus: Der gesamte Abend war für das Publikum eine perfekte Einladung zum ausgelassenen Tanzen und Feiern, zum in Erinnerungen schwelgen und lauthals Mitsingen. Die Zuhörer nahmen diese gern an und dankten den Musikerinnen am Ende mit langanhaltendem Applaus. (Sabrina Ilona Teufel-Hesse) +++ 