01.04.26 - Busse sind total überfüllt oder fallen aus. Sollte doch ein Bus kommen, ist dieser falsch beschildert und weder vor Ort noch online gibt es Informationen, wie es weitergeht. Genau darüber klagte ein Leser am Montagmorgen und wandte sich mit folgenden Worten an unsere Redaktion: "Der werktägliche Schienenersatzverkehr der Bahn zwischen Fulda und Hanau ist heute angelaufen. Wie erwartet hat leider wieder nichts funktioniert."
Wie bereits berichtet, kommt es aktuell auf der Bahnstrecke zwischen Hanau und Fulda zu einer zweiwöchigen Vollsperrung. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, ruht der Zugverkehr seit Freitag bis Montag, 13. April, 5 Uhr. "Für die Zeit der Bauarbeiten richtet die Bahn einen umfangreichen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Für den Regionalexpress RE50 ist ein Schienenersatzverkehr im Halbstundentakt ohne Zwischenhalt zwischen Hanau und Fulda vorgesehen. Die Regionalbahn RB51 wird zwischen Hanau und Wächtersbach durch Busse mit allen Zwischenhalten ersetzt. Zwischen Frankfurt am Main und Hanau verkehren weiterhin S-Bahnen sowie zusätzliche Regionalverbindungen", hieß es in einer damaligen Pressemitteilung. Doch bereits am Freitag herrschte Chaos in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) und dutzende Fahrgäste wurden stehen gelassen. Auch zum Sonntag und zu Anfang der Woche scheint sich die Situation nicht gebessert zu haben.

Bereits am Freitag herrschte Chaos in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) und dutzende ...Symbolfoto: O|N/Hans-Hubertus Braune
Fehlende Verbindungen, fehlende Informationen und fehlende Sicherheit
So beschwerte sich am Montagmorgen der Leser über fehlende Verbindungen, fehlende Informationen vor Ort und in der App und fehlende Sicherheit. "Ein Bus, der an jeder Station angehalten hat, wurde immer voller. Gelnhausen war schon voll. Auch diese Leute warteten auf den RE-Bus. In Langenselbold wurde es dann noch voller. Wohl auch, weil der RE50E Abfahrt 07:17 Uhr ab Wächtersbach auch nicht gekommen war. Einige mussten sogar draußen bleiben, weil kein Platz mehr war. Auch hörte ich, wie gesagt wurde: 'Bitte zerquetscht mich nicht!' Der Fahrer konnte auf seiner Seite nichts mehr sehen, weder nach hinten noch zum Ausgang rechts, weil Fahrgäste bis zum Einstieg alles blockierten. Das ist unzulässig und darf nicht sein", führte die Person aus.
Voller Empörung hieß es schließlich: "Wo sind die RE-Busse von Fulda gewesen? Warum werden wir nicht informiert? In keiner App stand eine Information darüber, wo die Busse sind und ob sie fahren. Wo sind die Zugführer und das Zugpersonal, die jetzt nicht im Einsatz sind? An jeder RE-Station gehören ein oder zwei Angehörige des DB-Personals dazu, die Personen lenken und die Auskunft über Ankunft und Abfahrt geben."

Busse sind total überfüllt oder fallen aus, sollte doch ein Bus kommen, sind diese ...Symbolfoto: O|N/Rene Kunze
Deutsche Bahn bedauert Umstände
Am Dienstagmorgen antwortete die Deutsche Bahn auf die
OSTHESSEN|NEWS-Anfrage. Zum kritisierten Fehlen des Ersatzes ab 6:47 Uhr in Wächtersbach habe es keinen Ausfall, sondern eine Verspätung von zehn Minuten gegeben. "Für die Abfahrt um 07:17 Uhr liegen uns derzeit keine Echtzeitinformationen vor. Diesbezüglich haben wir den betreffenden Busdienstleister kontaktiert", heißt es von der Bahnsprecherin.
Hinsichtlich der Fahrgastinformation bestätigt die Deutsche Bahn, dass es aktuell zu Einschränkungen bei der Verknüpfung der Auskunftssysteme komme. Schuld sei ein technischer Fehler - konkret: ein fehlerhaftes Mapping. "Wir bedauern dies ausdrücklich, da Fahrgäste keine aktuellen Informationen und Echtzeitdaten erhalten konnten. Unsere Techniker arbeiten mit Hochdruck daran, diesen Fehler zu beheben. Wir gehen davon aus, dass spätestens im Laufe des Dienstags die Systeme wieder vollumfänglich einsatzbereit sind. Um einen möglichst reibungslosen Ablauf sicherzustellen, sind am Bahnhof Hanau werktags zwischen 8 und 18 Uhr Buskoordinatoren vor Ort im Einsatz. Die Sicherheit unserer Fahrgäste hat für uns stets oberste Priorität."

"Wir bedauern dies ausdrücklich, da Fahrgäste keine aktuellen Informationen und ...Symbolfoto: O|N/Rene Kunze
Sollte ein Bus die zulässige Kapazität überschreiten, dürfe die Fahrt nicht angetreten werden. In diesem Fall sei das Fahrpersonal angewiesen, die Leitstelle zu informieren. "Diese steht in Kontakt mit der Transportleitung, die dann eine Entscheidung trifft, ob ein zusätzlicher Bus im Notverkehr eingesetzt werden kann", erklärte die Sprecherin der Bahn. "Auch auf die Ausschilderung der Busse legen wir Wert und erwarten, dass diese korrekt erfolgt. Hinweise auf fehlerhafte Beschilderungen geben wir umgehend an unsere Dienstleister weiter."
Die Bahn betont, die Baumaßnahme eng zu begleiten und bei Problemen schnell nachzusteuern. Hinweise von Fahrgästen, Mitarbeitenden und Buskoordinatoren seien dafür entscheidend. Da mehrere Unternehmen am SEV beteiligt sind, brauche man möglichst genaue Angaben zu Vorfällen, um gezielt nachzubessern und Verbesserungen sofort einzuleiten. Auf der Seite der Deutschen Bahn sollen genaue Hinweise zu finden sein. (mis) +++ 