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Neue Pächter für den Lokschuppen in Bebra. - Fotos: Kevin Hildebrand

BEBRA Vorheriger Betreiber ging insolvent

Nach Zwangspause: Lokschuppen kehrt mit neuen Pächtern zurück

01.04.26 - Knapp ein Jahr lang herrschte im Bebraer Lokschuppen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Zwangspause. Der vorherige Betreiber "BB Entertainia" ging insolvent, das Verfahren zog sich lange hin. Nun hat die Stadt Bebra endlich wieder die Schlüsselgewalt über den Lokschuppen – und die neuen Pächter Axel Deubener und Ralph Fischer haben mit dem Veranstaltungshaus viel vor.

"Vor drei Wochen haben wir endlich wieder die Schlüsselgewalt über das Gebäude bekommen. Wir sind sehr glücklich und freuen uns, dass die Veranstaltungen im Lokschuppen jetzt wieder an Fahrt aufnehmen", sagte Julia Fernau von der Bebraer Stadtentwicklung im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Das Insolvenzverfahren begann im vergangenen Juni, noch im Februar wurden große Teile des Inventars durch Insolvenzverwalter Kai Dellit zwangsversteigert.

Laut Stefan Pruschwitz, Geschäftsführer der Bebraer Stadtentwicklung SEB, habe Dellit das Vorankommen im Lokschuppen blockiert, weswegen nun eine Klage auf Schadensersatz geprüft werde. Der Grund: entgangene Miteinnahmen und Reinigungskosten, mit denen die Stadt klarkommen musste.

Axel Deubener und Ralph Fischer haben mit dem Veranstaltungshaus in Bebra (Kreis Hersfeld-Rotenburg) ...

Neue Pächter blicken positiv in die Zukunft

Auch Axel Deubener und Ralph Fischer sind froh, dass es im Lokschuppen endlich vorwärts geht. Ursprünglich war eine Übernahme des Gebäudes schon seit vergangenem Sommer geplant, doch die Kommunikation im Insolvenzverfahren sei mangelhaft gewesen. "Das war für uns das Schwierigste. Es gab keine klaren Absprachen, die geplante Übernahme hat sich immer wieder verzögert. Aber: Das Negative ist jetzt zu 99 Prozent vorbei", erklärte Axel Deubener, der gemeinsam mit Fischer motiviert ist, zukünftig nur noch positive Schlagzeilen zu sorgen.

Aus einem Scherz wurde Realität

Mit den Abläufen in dem Veranstaltungshaus kennen sich die beiden Männer bestens aus. Deubener stammt aus Rotenburg und arbeitete seit 2020 für den Lokschuppen und war unter anderem für Bühnenarbeit und Co. verantwortlich. Fischer, der direkt aus Bebra stammt, ist seit vielen Jahren selbstständig und arbeitete in der Vergangenheit im Marketing für die ehemaligen Betreiber. Darüber lernten sich die Beiden kennen – und eine Freundschaft entstand.

"Für mich war klar, dass ich meine Arbeit weitermachen wollte. Aber darauf zu hoffen, dass irgendjemand den Lokschuppen übernimmt – das waren zu viele Fragezeichen", beschrieb Deubener. Laut Fischer habe man daher anfangs eher im Scherz spekuliert: "Was wäre, wenn wir das einfach selbst in die Hand nehmen?" Als die Ideen konkreter wurden, habe man ein positives Gespräch mit dem Bebraer Bürgermeister geführt und sich dafür beworben, den Lokschuppen zu übernehmen. Dafür gründeten sie im Juli 2025 eine eigene GmbH namens "DF EVENT COCEPT".

Viele Ideen für die Zukunft

Neben den Räumlichkeiten des Lokschuppen selbst dürfen Deubener und Fischer das angrenzende Kesselhaus nutzen, welches vor allem für private Feiern wie Geburtstage, Hochzeiten und mehr zur Verfügung steht. Für das größere Gebäude selbst stehen ebenfalls schon etliche Ideen im Raum: "Im

März fand hier bereits die Modellbau- und Autobörse statt, im Mai steht das erste öffentliche Konzert auf dem Programm", sagte Fischer. Deubener fügte hinzu, dass man sich mit der Stadt Bebra die Austragung des beliebten Biergartens mit Livemusik "Mittwochs in Bebra" teilen möchte.

Und auch bei den Konzerten soll es in diesem Jahr noch jede Menge Angebote geben. "Solche Veranstaltungen benötigen allerdings mehrere Monate Vorlaufzeit, das ist nicht von heute auf morgen gemacht", erläuterte Deubener. Da man erst seit drei Wochen "Einlass" in das Gebäude habe, sei es hier noch zu früh, um konkret über Künstler und Co. zu sprechen. Man sei aber bereits in "guten Gesprächen, es wird viel passieren".

Skepsis und Frust der Bevölkerung sei verständlich

Aus Bebra und Umgebung habe man laut Fischer weitestgehend positive Resonanz über die Wiederbelebung des Lokschuppens gehört. Allerdings seien einige frühere Besucher noch verärgert, da sie aufgrund des vorherigen Betreibers auf ihren Tickets sitzengeblieben sind. Eine Erstattung sei nur möglich, indem man den Schaden proaktiv im laufenden Insolvenzverfahren anmelde. "Wir können verstehen, dass das bei der ein oder anderen Person Unmut herrscht. Diese Skeptiker müssen wir jetzt überzeugen und abholen", zeigte sich Deubener optimistisch.

Damit das gelingt, möchte man auf das Feedback der früheren Besucher hören und Fehler des vorherigen Betreibers ausmerzen. Ein Beispiel dafür sei das ehemalige Zahlungssystem, bei dem Euros erst in Chips umgetauscht werden mussten, mit denen man sich dann wiederum Essen und Getränke kaufen konnte. "Das war zu umständlich und gerade bei Konzerten muss es schnell gehen", sagte Fischer. Man plane daher einen besseren Zahlungsprozess – sowohl mit Bargeld als auch ohne.

Breiteres Angebot für jede Zielgruppe

Auch das Angebot an Konzerten und Veranstaltungen sei in der Vergangenheit oft nur auf eine Zielgruppe zugeschnitten gewesen. "Gerade für das jüngere Publikum und die ältesten Besucher war selten etwas dabei. Der Lokschuppen ist im Umkreis von 50 Kilometern eine einzigartige Location und wird möchten ein Angebot für jung und alt gleichermaßen schaffen", erläuterte Deubener das Konzept der neuen Betreiber.

Setzen sie diese Pläne auch nur annähernd um, dürfte die Wiederbelebung des Bebraer Lokschuppens nicht nur ein Gewinn für die Stadt sein, sondern für Besucher weit über die Grenzen des Landkreises hinaus. (Kevin Hildebrand) +++


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