Zu seiner Frühjahrs-Vollversammlung kam der Katholikenrat im Bistum Fulda vor Kurzem zusammen. - Foto: Bistum Fulda / Ralph Leupolt

FULDA Frühjahrs-Vollversammlung

Katholikenrat: Synodalität und Kirchengebäude im Fokus

09.04.26 - Die Frühjahrs-Vollversammlung des Katholikenrates im Bistum Fulda hat sich mit zentralen Zukunftsfragen kirchlichen Lebens befasst. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung synodaler Prozesse sowie der künftige Umgang mit Sakralgebäuden. Auch Bischof Dr. Michael Gerber, Generalvikar Dr. Martin Stanke und Domkapitular Thomas Renze beteiligten sich am Austausch mit der Laienvertretung.

Ein zentrales Thema war die Frage, wie synodale Formen der Zusammenarbeit im Bistum weiterentwickelt werden können. Dabei griff die Vollversammlung auch die Idee einer möglichen diözesanen Synodalkonferenz auf, die bei der Synodalversammlung im März als denkbarer Ansatz benannt worden war.

Grundlage der Beratungen bildete ein erster Entwurf zur möglichen Zusammensetzung eines solchen Gremiums. Deutlich wurde jedoch, dass sich der Prozess noch in einem frühen Stadium befindet. Die Ergebnisse der Projektgruppe sollen in einer weiteren Vollversammlung – auch digital – beraten und zur Abstimmung gestellt werden.

Synodaler Weg wird fortgeführt

Die Diskussion knüpfte an jüngste Entwicklungen auf diözesaner und bundesweiter Ebene an. So hatte es im Bistum Fulda einen breiten Austausch aller Gremien gegeben, zudem fand Anfang des Jahres eine Synodalversammlung auf Bundesebene statt. "Der Weg geht weiter", betonte Marcus Leitschuh für den Katholikenrat. Ziel bleibe es, synodale Formen der Beteiligung im Bistum weiter zu stärken.

Transparenz und pastorale Perspektiven

Über den Stand der Umsetzung synodaler Beschlüsse informierte Bischof Gerber. Er hob die Bedeutung von Transparenz und Rechenschaft hervor und bezeichnete synodale Prozesse als langfristige Aufgabe für das Bistum. Zugleich verwies er auf pastorale Herausforderungen und die Bedeutung von "Berufung" und "Sendung". Glaube sei eine wichtige Ressource, um Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten.

Zukunft der Kirchengebäude

Breiten Raum nahm auch die Frage ein, wie kirchliche Gebäude künftig genutzt werden können. Hintergrund sind notwendige Schritte zur Haushaltskonsolidierung, die das Bistum vor weitreichende Entscheidungen stellen. Deutlich wurde, dass neue Nutzungskonzepte nur im Zusammenwirken mit Kommunen und weiteren gesellschaftlichen Akteuren entwickelt werden können.

Vielfältige Themen

Zum Stand der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs berichtete Generalvikar Stanke. Er sprach von einem schmerzhaften, aber notwendigen Lernprozess. Darüber hinaus befassten sich die Projektgruppen mit Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaneutralität, Ökumene, Öffentlichkeitsarbeit, politischer Positionierung sowie der Rolle der Kirche in der Gesellschaft.

Die Arbeit in den Projektgruppen des Katholikenrates wird weiterhin fortgesetzt und teilweise neu ausgerichtet. In den kommenden Monaten sollen sich eigene Gruppen unter anderem mit Fragen synodaler Strukturen sowie mit der Nutzung kirchlicher Gebäude befassen.

Die Vollversammlung nutzte die Beratungen für einen intensiven Austausch und die Bündelung unterschiedlicher Perspektiven. Die Vorsitzende Stefanie Klee zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf und betonte den gemeinsamen Willen, die anstehenden Themen weiter voranzubringen. (mp/pm) +++


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