Gericht entscheidet: Rattenbekämpfung muss durchgeführt werden. - Symbolbild: Pixabay

BAD HERSFELD Verwaltungsgericht hat entschieden

Eilantrag scheitert: Stadt darf Rattenbekämpfung durchsetzen

21.04.26 - Entscheidung gefallen: Die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Kassel lehnte mit Beschluss vom 15. April 2026 einen Eilantrag überwiegend ab, der sich gegen eine angeordnete Rattenbekämpfung in der Stadt Bad Hersfeld richtete.

Erstmals Ende des Jahres 2024 forderte die Stadt Bad Hersfeld die Antragstellerin auf, auf ihrem Grundstück Unrat zu beseitigen und eine Schädlingsbekämpfung durchzuführen. Ein Jahr später gab die Antragstellerin nach erneuter Aufforderung durch die Stadt Bad Hersfeld an, dass sie bereits Maßnahmen zur Beseitigung getroffen habe. Sie sei jedoch gesundheitlich stark eingeschränkt. Zudem siedelten auf den Grundstücken der gesamten Nachbarschaft immer wieder Nutrias, Biber, Bisamratten und Wasserratten.

Ratten im vermüllten Vorgarten

Daraufhin führte die Stadt eine Ortsbegehung des Grundstücks durch und stellte fest, dass der Vorgarten vollständig vermüllt sei. Während der Kontrolle seien auch zahlreiche Ratten sichtbar gewesen, die sich offen auf dem Grundstück zwischen dem Müll und den Mülltonnen bewegt und keinerlei Scheu vor Menschen gezeigt hätten.

Daraufhin verpflichtete die Stadt Bad Hersfeld die Antragstellerin unter anderem zu einer unverzüglichen fachgerechten Rattenbekämpfung sowie zu einer vollständigen und ordnungsgemäßen Entsorgung der auf dem Grundstück befindlichen Abfälle. Die Stadt hob hervor, dass Ratten Überträger zahlreicher Krankheiten seien und erhebliche Gesundheitsgefahren für Menschen darstellen könnten. Dagegen richtete sich die Antragstellerin mit ihrem Eilantrag. Sie machte insbesondere geltend, dass ein Rattenbefall – sofern er überhaupt vorliege – seine eigentliche Ursache im nachbarlichen Bereich habe.

Dem folgte das Verwaltungsgericht nicht und wies den Eilantrag insoweit ab. An dem vermehrten Auftreten von Ratten auf dem Grundstück der Antragstellerin bestünden keine ernstlichen Zweifel. Dies ergebe sich aus Beschwerden aus der Nachbarschaft und den Feststellungen der Ortsbesichtigungen. Bereits die Tatsache, dass seit Oktober 2024 keine merkliche Besserung eingetreten sei, erfordere eine fachgerechte Rattenbekämpfung durch einen zugelassenen Schädlingsbekämpfungsbetrieb.

Erfolg hatte der Eilantrag demgegenüber, soweit er sich gegen Regelungen zu zukünftigen Verhaltensweisen auf dem Grundstück – so unter anderem das zügige Reparieren möglicher defekter Kanalrohre, das Entfernen von reifem Obst und reifen Beeren sowie das Schaffen zusätzlicher abschließbarer Lagermöglichkeiten – richtete. Diese Regelungen seien zu unbestimmt, weil nicht erkennbar sei, zu welchen konkreten Handlungen die Antragstellerin danach verpflichtet sei.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können dagegen binnen zwei Wochen Beschwerde zum Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen. (pm/ems) +++


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